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6.
Tag | Donnerstag, 21.09.06 Al Ain - Abu Dhabi
| Entfernung: 140 km
Das
Frühstücks-Buffet im Hotel fiel mal wieder sehr reichhaltig aus und wir verließen
Al Ain in Richtung Arabisch-Persischen Golf gegen 8:30 Uhr. Während
der Fahrt nach Abu Dhabi City berichtete Mirella u. a. von den vielen teil-privatisierten,
internationalen Schulen, die am Rande der Stadtautobahn zu sehen waren. Sowohl
weiblichen als auch männlichen Schülern ist es gestattet, diese Schulen
zu besuchen. Weiter erzählte sie uns, dass Al Ain auch über einen eigenen
Flughafen verfügt, der jedoch überwiegend von den Mitgliedern der Herrscherfamilie
selbst genutzt wird, da sie gerne am Wochenende hier in der Wüstenstadt ihre
Zeit verbringen.  Nach
einer halben Stunde verließen wir Al Ain und waren wieder von leuchtenden
Sanddünen umgeben. Unser erster Halt galt der höchsten Düne im Wüstengebiet.
Der Sand ist deshalb rötlich, da er eisenhaltig ist. Versteht sich von selbst,
dass wir dies mit der Spiegelreflex festhalten mussten. Und wie passend liefen
direkt auf der anderen Seite der Fahrbahn wieder freilaufende Kamele umher; auch
dies war uns ein Foto wert. Nach 100 km und knapp eineinhalb Stunden
weiterer Fahrt kamen wir an der Musaffah-Bridge an, die uns direkt ins
Zentrum von Abu Dhabi City führte. Abu Dhabi City liegt auf einer natürlichen
Insel im Persisch-Arabischen Golf. Zwei Brücken, die Musaffah- und die Maqta-Brücke,
verbinden das Festland mit der Insel; eine dritte Brücke ist im Bau.
Wir
hielten hier einen Moment, um einen Blick auf die größte Moschee der Welt
zu erhaschen, die der Sohn seinem verstorbenen und in der Moschee begrabenen Vater
Sheikh Zayed Bin Sultan widmet und seinen Namen trägt. Wie man sieht, befand
sich die Moschee zum Zeitpunkt unseres Besuches noch im Bau. Wenn sie einmal fertiggestellt
ist, bietet sie Platz für 250.000 Gläubige. Auch hier steht im Vordergrund, nicht
kleckern sondern klotzen. Es wird nur mit dem Feinsten vom Feinen gearbeitet,
ganz gleich, ob es sich hierbei um Gold, Marmor oder um beispielsweise Teppiche
handelt. Die Moschee erhält 6 Eingangsportale, von denen der Haupteingang
allein 3,2 Mio. USD kostet. Wie gesagt, alles muss wie immer schöner, pompöser
und teurer sein als irgendwo anders. Abu
Dhabi ("Vater der Gazelle") ist das reichste aller Emirate. Das
Einkommen beträgt täglich (!!!) rund 120 Mio. USD. Vor 1958 war Abu Dhabi City
ein sandiger Handelsplatz, wo man - mit spitzer Zunge geschrieben - in Zelten
wohnte und um Perlen und Kupfer feilschte. Seitdem vor der Küste Abu Dhabis Erdöl
gefunden wurde und Sheik Zayid bin Sultan Al Nahyan eine nationale Oil-Company
gegründet hat, kam der wirtschaftliche Aufschwung und somit der Wohlstand quasi
über Nacht. Da u. a. der Lebensunterhalt in Abu Dhabi City teurer ist als in Dubai
City, sind die Gehälter somit hier auch höher.  Als
wir entlang der Corniche - die Fläche befand sich vor wenigen Jahren noch
unter Wasser und wurde im Jahr 2003 aufgeschüttet, um die Fahrbahn zu verbreitern
- direkt ins Stadtzentrum von Abu Dhabi City fuhren, kamen wir aus dem Staunen
nicht mehr raus. Hochhaus neben Hochhaus, doch keines glich dem anderen. Die interessante
und zum Teil außergewöhnliche Architektur mit bunt verglaster Fassade wirkte
auf uns sehr schön und strahlend. Läuft man z. B. durch Frankfurt/Main wirken
oftmals die Häuser grau in grau, trostlos und nahezu erdrückend von den Betonklötzern,
doch in Abu Dhabi war das ganz anders.  Wir
hielten am Straßenrand kurz an, da wir unbedingt die zwischen 6 oder gar
8 Fahrspuren überdimensional dargestellten arabischen Symbole für Gastfreundschaft
- Kaffeekanne, Weihrauchbrenner und Rosenwassersprengler - fotografieren wollten.
Eine riesige weiße Kanone komplettierte die Anordnung.  Unweit
dieser Attraktion entfernt, besuchten wir das Fort Qasr Al Hosn, welches
auch als das Weiße Fort oder auch als das Alte Fort bezeichnet wird. Schon bemerkenswert,
wie schön Historisches mit Modernem vereinigt wurde. Das Fort wurde 1793 von Sheikh
Zayed des Großen erbaut. Es ist das älteste Gebäude in Abu Dhabi City. Das zu
einem Museum sanierte Fort darf kostenlos besichtigt werden.
Im
Inneren erwartete uns u. a. eine Moschee, ein Springbrunnen, blühende Sträucher
und Palmen. Sehr schön anzusehen war das strahlend weiße Gemäuer mit dem blauen
Himmel und im Hintergrund die modernen Wolkenkrater – einfach toll dieser Kontrast.
Zurück
auf der Corniche Road bogen wir nach rechts ab, um auf die künstlich angelegte
Breakwater Island zu gelangen, die - wie der Name schon sagt, als Wellenbrecher
dient. Wir blieben zunächst auf halber Strecke stehen und hatten einen wunderschönen
Ausblick auf Abu Dhabis Skyline.
Anschließend
fuhren wir weiter zum "Heritage Village" auf der Breakwater Island, welches
eine Art Freilichtmuseum ist, in dem die ursprüngliche Lebensweise der Beduinen
dargestellt wird. Sehr schön wurde hier
das Bewässerungssystem, Falaj-System, demonstriert, welches wir zuvor in der Oase
von Al Ain gesehen haben. In den Werkstätten werden Arbeiten aus Holz, diversen
Stoffen, Ton usw. in traditioneller Handarbeit hergestellt. Das Museum hat täglich
von 9 bis 17 Uhr geöffnet und der Eintritt ist kostenlos. Auf
dem Weg zurück in Richtung Stadtzentrum sah man rechter Hand gelegen den riesigen
Komplex des Hotel Emirates Palace, das uns aus unzähligen TV-Reportagen
bekannt war. Es ist Abu Dhabis Antwort auf das Burj al Arab in Dubai. Für einen
ursprünglich kurzen Fotostopp, der letztendlich doch länger dauerte,
durften wir das Hotelgelände betreten. Nur
einen Katzensprung vom Hotel Emirates Palace entfernt checkten wir um 13:30 Uhr
in unserem Hotel Hilton Abu Dhabi ein. Bereits beim Check-In baten wir
um ein Zimmer mit Meerblick, das wir auch bekommen haben. Der Ausblick war toll.
Geradeaus und nach rechts geneigt sahen wir das Meer sowie die Breakwater Island
und linker Hand hatten wir Blick auf das Emirates Palace mit ebenfalls Meer im
Hintergrund. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung. Nachdem
wir uns umgezogen haben, setzten wir uns gleich ins nächste Taxi und fuhren mitten
ins Stadtzentrum, denn wir wollten Abu Dhabi auf eigene Faust erkunden. Nach einem
ordentlichen Fußmarsch durch die Straßen der Stadt bei enormer Hitze
kehrten wir ein ins Madinat Zayed Shopping Centre, wo man sich wie immer
nicht entscheiden konnte, in welchen Laden man zuerst reingehen sollte. Da wir
ein wenig Hunger hatten, entschlossen wir uns, erst einmal einfach was zu essen.
Nachdem
wir gestärkt waren und noch ein wenig das Shopping Centre erkundet haben, war
es uns nach Strand, Meer und Relaxen. Daher sind wir mit dem Taxi wieder zurück
zum Hotel gefahren und straight zum hoteleigenen Strandabschnitt gegangen. Aufgrund
der Hitze war das Wasser im Arabisch-Persischen Golf nicht wirklich eine Erfrischung,
aber was soll’s. Die Sonne schien, wir lagen am Strand und konnten einfach mal
so richtig schön entspannen. Am
Abend fuhren wir mit dem kostenlosen Hotel-Shuttle zum Shopping Centre "Marina
Mall" auf der Breakwater Island. Auch hier war das Angebot an Schmuck,
Kleidung, elektronischen Geräten usw. äußerst vielfältig. Wenn es einem nach Kino
ist, kann sich hier sogar die neuesten Hollywood-Streifen im Cinestar ansehen.
Zum
Abschluss des Tages fotografierten wir noch ein übergroßes, beleuchtetes Portrait
des verstorbenen Herrschers Scheich Zayed, das wir auch von unserem Hotelzimmer
aus sehen konnten.
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