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Tag | Freitag, 22.09.2006 Abu Dhabi - Dubai | Entfernung: 160 km
Die
Nacht war wieder viel zu kurz, doch mit den vielen Kopfkissen im Bett super bequem.
Da wir die Koffer bereits um 7:30 Uhr vor die Türe unseres Hotelzimmers stellen
sollten und Abfahrt um 8:30 Uhr war, klingelte der Wecker entsprechend früh,
denn duschen und frühstücken wollten wir vor Abfahrt gerne noch ausgiebig
und in Ruhe. Auf den Straßen Abu Dhabis war nichts los, was schon
ein wenig merkwürdig war. Aber dafür gab es einen ganz einfachen Grund:
bei den Emiratis ist der Freitag vergleichbar mit unserem Sonntag und um diese
frühe Uhrzeit ist auf unseren Straßen ebenfalls kaum Betrieb. Am
alten Fischerhafen von Abu Dhabi, dem Bidna-Hafen, hatten wir unseren
ersten Stopp. Hier werden in einer Dhau-Werft nach wie vor Schiffe und
Boote in traditioneller Handarbeit aus Holz gefertigt. Wir fuhren weiter
entlang der Palaststraße, wo sich links und rechts, wie es der Name schon sagt,
u. a. der Palast des amtierenden Herrschers Sheikh Bin Zayed befindet und direkt
gegenüber der Palast des Kronprinzen Chalifa bin Zayed Al Nahyan. Die Palaststraße
wird auch für Militärparaden genutzt. Mit
einem letzten Blick auf die schöne Skyline von Abu Dhabi und den Ölraffinerien
überquerten wir die Maqta-Bridge und verließen die Stadt in
Richtung Nachbaremirat Dubai. Etwa zwei Stunden später, so gegen 11
Uhr, befanden wir uns auch schon wieder auf der gut ausgebauten 6-spurigen Stadtautobahn
(6-spurig auf beiden Seiten der Fahrbahn!) Dubais. Wir fuhren geradewegs
wieder zu unserem Hotel Mövenpick Bur Dubai, wo wir bis zum späten Nachmittag
im und am Pool Energie tanken konnten für unser nächstes bevorstehendes Highlight
der Rundreise, nämlich eine Wüstensafari mit anschließendem BBQ im Wüstencamp.
Pünktlich
um 15:45 Uhr wurden wir vor unserem Hotel mit drei allradbetriebenen Gelädewagen
abgeholt. Auf der Fahrt nach Margham, ca. 60 km süd-östlich von
Dubai City im Landesinneren gelegen, kamen wir an einer Kamelrennbahn vorbei,
wo gerade Kamele aufs Training vorbereitet wurden. Nach 45 Minuten Fahrt erreichten
wir dann auch das Desert Conservation Reserve, wo sich alle an der Wüstensafari
teilnehmenden Jeeps sammelten. Nachdem
unser Fahrer Nadir ein wenig Luft aus den Reifen gelassen hatte, um eine größere
Kontaktfläche zum Boden zu bekommen, startete endlich unsere Wüstensafari
um 17:10 Uhr. Mit Karacho ging es durch den Wüstensand auf die Dünen rauf
und steil wieder herab. Der Sand peitschte nur so hoch und im Inneren des Jeeps
musste man sich ordentlich festhalten. Ein kleiner Vorgeschmack auf die klasse
Schüttelpartie könnt ihr hier anhand eines Videos
sehen (Dateigröße ca. 9 MB). An der Stelle vielen Dank
noch einmal an Dani und Markus für die freundliche Leihgabe. Innerhalb
der folgenden zwanzig Minuten bis zum ersten Stopp wurden wir mächtig durchgeschüttelt.
Einer Dame aus einer anderen Reisegruppe bekam die Fahrt gar nicht gut; sie musste
sich erst einmal am "Wegesrand" übergeben. Als wir ausstiegen, standen
wir mitten im Sand zwischen unzähligen Dünen und weit und breit war
nichts. Was für ein Gefühl! Es wehte ein angenehm warmes Lüftchen und
irgendwann knirschte es einfach nur noch zwischen unseren Zähnen. Der puderzucker-feine
Wüstensand
setzte sich in die kleinsten Ritze und unsere Haut fühlte sich an, als hätten
wir ein Peeling aufgetragen. Deshalb der Tipp: Kamera-Objektive sollten lieber
vor Ausstieg im Auto gewechselt werden, sonst könnte es unerfreuliche Folgen haben.
Nur gut, dass unsere Kameras die Wüstenaktion unbeschadet überstanden
haben.  Die
Sonne neigte sich langsam dem Horizont und wir fuhren weiter zu unserem Wüstencamp,
das wir um 18:30 Uhr erreichten. Obwohl wir nahezu an die 400 Personen in ca.
70 Jeeps waren, verlief sich alles in dem großen Areal. Man konnte entweder Kamele
reiten, sich ein Tattoo mit Henna malen lassen, Shisha rauchen oder sich einfach
nur auf eines der vielen Kissen (Stühle gab es hier natürlich nicht)
fallen lassen und das leckere Essen genießen. Die spätere Darbietung der russischen
Bauchtänzerin war ganz nett anzuschauen, wirkte aber nicht wirklich sinnlich orientalisch.
Mittlerweile war es dunkel und die umliegenden Dünen wurden beleuchtet, was sehr
stimmungsvoll wirkte. Es war ein traumhafter Ausblick und ein irre-tolles Feeling.
Wie heißt es so treffend: “Nirgendwo ist der Sternenhimmel so schön wie in der
Wüste“. Und um genau das zu sehen, wurden die Lichter im Camp erloschen. Still
und finster wurde es um uns herum und gespannt waren alle Blicke gen Himmel gerichtet.
Nun
ja, wo waren sie denn nur die Sterne? Ein paar wenige konnten wir sehen, doch
vermutlich hat der leichte Wüstenstaub uns die Sicht vernebelt. Egal, in
den Armen seiner/seines Liebsten war es trotzdem super romantisch.
Es war 21 Uhr als wir zur Rückfahrt zum Hotel aufbrachen. Eine Stunde später standen
wir auch schon vorm Hotel Mövenpick Bur Dubai. Es war kaum zu glauben, aber
morgen sollte es wieder nach Hause gehen. Von einigen aus unserer Reisegruppe
mussten wir uns noch an diesem Abend verabschieden, da sie ihre Heimreise bereits
mitten in der Nacht oder am frühen Morgen antraten. Bei 32 °C
machten wir noch einen kurzen Abendspaziergang um den Block und sind dann auch
aufs Zimmer gegangen. Wir hatten unsere letzte Nacht in Dubai.
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