3. Tag der Rundreise durch die VAE: Ajman - Umm Al Quwain - Ras Al Khaimah

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Von Dubai in den Norden der VAE

Montag, 18.09.2006 | Dubai - Ajman - Umm Al Quwain - Ras Al Khaimah | Entfernung: 100 km

Am dritten Tag unserer Rundreise war bereits um 9 Uhr Abfahrt. Das Frühstück haben wir uns ein letztes Mal im Mövenpick Hotel in Dubai schmecken lassen und dann ging es auf Wunsch einiger Mitreisenden zunächst einmal zum Burj al Arab und zur Jumeirah Grand Mosque, die wir am Abend zurvor schon auf eigene Faust besucht haben. Vorbei am Sheikh Rashid Palast, bei dem absolutes Fotografierverbot besteht, war unser nächstes Ziel der Dubai Creek. Wie bereits erwähnt ist er ein 14 km langer Meeresarm, der Dubai in zwei Hälften teilt. Die eine Seite wird Bur (bur = alt) genannt und die andere Seite Deira (deira = die andere Seite).

Dubai SkylineWir genossen, während wir den Worten unserer Rundreiseleiterin Mirella lauschten, den herrlichen Anblick Dubais glänzender Skyline. Schon Tage zuvor hatten wir Gänsehaut bekommen, jedoch nicht vor Kälte (bei nahezu 50 °C ausgeschlossen), sondern vor Begeisterung. Wo man hinschaut, strahlen Fassaden in den schillernsten Farben. Dass sich zwischendurch Baukräne dazugesellten, störte uns paradoxer Weise weniger. Mag sein, dass es vielleicht daran lag, weil auch wirklich an den Gebäuden gebaut wurde und keine Baustelle brach lag. Oder vielleicht lag es an den übergroßen Plakaten, die einem eine Vorschau auf das gaben, wie Dubai - inkl. Dubai Business Bay - spätestens in 2010 aussehen wird. Wie gesagt, Gänsehautfeeling pur!

DhauMirella berichtete uns weiter, dass alle Emiratis keine Steuer zahlen müssen, so wie wir sie beispielsweise in Deutschland kennen; Mehrwertsteuer, Lohnsteuer - was ist das? Gleiches gilt für Wasser und Strom. Eine Krankenversicherung - wofür sich unser Staat von Jahr zu Jahr immer was anderes einfallen lässt, um noch mehr den Versicherten aus der Tasche zu ziehen - kostet in den V.A.E. lediglich 30 USD pro Jahr inkl. zwei Auslands-Behandlungen mit zwei Begleitpersonen. Von diesen und weiteren Vorzügen, wie z. B. die Schenkung eines Hauses oder einer Wohnung vom Staat, profitieren alle Emiratis. Den 80 % Ausländern aus über 200 Nationen sind diese Privilegien nicht vergönnt. Es sei denn, man arbeitet für ein Unternehmen, welches direkt zur Herrscherfamilie gehört, z. B. Emirates Airline.
Bei den Vorzügen, die wir im Laufe unserer Reise durch die Vereinigten Arabischen Emirate kennengelernt haben, kommt man doch das eine oder andere Mal ins Grübeln, ob man seine Zelte vielleicht in Dubai oder Abu Dhabi aufschlagen sollte ...

Die regierende Al-Maktoum-Familie hat mit ihrem Land noch viel vor und bevor die Ölquellen langsam versiegen, werden andere wirtschaftliche Ressourcen erschaffen. Neue Einnahmequellen, die bereits heute 92,7 % vom Bruttoinlandsprodukt ausmachen, kommen aus dem Tourismus, dem Handel und dem Dienstleistungssektor. Bis zum Jahr 2010 werden bis zu 15 Millionen Urlauber jährlich erwartet, momentan sind es in etwa ein Drittel des Planziels. Dies erklärt natürlich auch den Bauboom - speziell in Dubai.

Bastakia ViertelEinen Halt machten wir im denkmalgeschützten und restaurierten Bastakia Viertel, wo sich die alten Kaufmanns-Häuser mit ihren Windtürmen - sie haben die Funktion einer Klimaanlage - befinden.

Dubai MuseumAls nächstes besuchten wir das Dubai Museum, das sich seit 1971 im Fort Fahidi, welches früher zur Verteidigung gegen Seeräuber und als Regierungssitz genutzt wurde, befindet. Das Museum ist ganz nett gestaltet mit Dokumentationen zu seiner Historie. Der Hauptteil des Museums liegt unterirdisch. Hier findet man einen nachgestellten traditionellen Souk, eine Wüstenlandschaft, eine Dhau-Werft und weitere Szenen aus der Geschichte Dubais.

Abra Mit einem Wassertaxi, das auch als Abra bezeichnet wird, setzten wir am Creek auf die Deira-Seite über (Kostenpunkt ½ DH), um anschließend dem Gewürz-Souq und dem Gold-Souq einen Besuch abzustatten.

Für umgerechnet noch nicht einmal drei Euro deckten wir uns ordentlich mit Gewürzen ein, die auch als Mitbringsel (zum Teil auf „Bestellung“) gedacht waren.


Gold-Souq Gold-Souq Gewürz-Souq


Mit Gold wollten wir uns am gleichnamigen Gold-Souq nicht eindecken, aber es war recht imposant zu sehen, wie reichhaltig die Schaufenster der rund 300 Läden mit Schmuck in allen möglichen Variationen dekoriert waren.

SchuheEtwas abseits vom geschäftigen Treiben fanden wir eine kleine Moschee. Anhand der vor dem Eingangsportal umherliegenden Schuhe konnte man erahnen, dass die Moschee gut besucht war.

City CentreDer Schweiß stand uns allen mal wieder auf der Stirn und wir waren ganz froh, dass wir uns wieder in den klimatisierten Bus zurückziehen konnten, der für uns beide bereits zum dritten Mal das City Centre aufsuchte. Mittlerweile war es kurz vor 15 Uhr am Nachmittag und ein Hungergefühl setzte langsam ein. Da wir das City Centre schon kannten, nutzten wir die Zeit, um total köstlich zu speisen.

übergroßer KoranDetail übergroßer KoranNachdem wir uns wieder akklimatisierten, ging unsere Fahrt weiter. Auf dem Weg ins Emirat Ajman durchfuhren wir nochmals das Emirat Sharjah, wo wir um einen extra Fotostopp baten, da hier ein übergroßer Koran den Kreisverkehr schmückt. Es ist uns mehrfach aufgefallen, dass es in den gesamten Emiraten sehr schöne bepflanzte oder mit Skulpturen geschmückte Kreisel gab; sehr oft werden die sieben Emirate symbolisch dargestellt. Unser kleiner Reisebus hielt nicht direkt gegenüber dieser Kreiselskulpur, so dass ein Frontbild des Korans von der Perspektive aus nicht möglich war. Also haben wir beide - die anderen Reiseteilnehmer blieben beim Bus stehen - erst einmal die unzähligen, vielbefahrenen Fahrspuren überquert und hatten dann eine schöne Sicht auf den Koran, der unserer Meinung nach auf jeden Fall ein Bild wert war. Das Überqueren der Straße dauerte eine Weile, jedoch kamen wir wieder unversehrt beim Bus an und die Fahrt ging weiter nach Ajman.

Ajman Ajman ist mit seinen 259 km² das kleinste Emirat. Da es hier kein Ölvorkommen gibt, bestehen die Haupteinnahmen aus einer Staatsdruckerei, einer Dhau-Werft, einem Filmstudio und nicht zuletzt aus Subventionen der finanzkräftigeren Emirate, allem voran Abu Dhabi und Dubai.

Ajman In Ajman besuchten wir das Fort des damaligen Herrschers, welches gut erhalten ist und heute ein kleines Museum beherbergt. Anhand von Fotos und diversen Gegenständen zeigt es, wie die Bevölkerung einst hier lebte.

Umm Al QuwainNach einem kurzen Aufenthalt durchfuhren wir das nächste Emirat Umm Al Quwain, das mit seinen 40.000 Einwohnern das ärmste aller Emirate ist. Links und rechts der Fahrbahn nahm die Landschaft wüstenhaften Charakter an. Hin und wieder konnten wir freilaufende Kamele beobachten und Michael Schumacher winkte uns von mehreren übergroßen Transparenten zu. Unscheinbar am Wegesrand, nur wenige Schritte von der Fahrbahn entfernt, existierte eine Fundstelle mit jahrtausendalten Gräbern. Archäologen fanden hier u. a. Grabbeigaben aus Glas und Elfenbein. Prunkvolle Hochhäuser und Geschäfte wie in Dubai haben wir in Umm Al Quwain nicht gesehen.

Ras Al Khaimah - die Spitze des Zeltes

Ras Al KhaimahGegen 17:30 Uhr erreichten wir das mit 187.000 Einwohnern und 1.680 km² große Emirat Ras Al Khaimah ("Spitze des Zeltes"). Im Jahr 1820 wurde hier der Friedensvertrag zwischen Großbritannien und den Scheichtümern unterzeichnet. So langsam wurde es Abend und wir schlenderten noch ein wenig durch die nahe am Strand gelegene „Einkaufsmeile“.

BabybananenZur Abwechslung tat es mal richtig gut, aus dem klimatisierten Bus zu steigen und die 34 Grad warme Luft auf der Haut zu spüren. Am Obst- und Gemüsemarkt kauften wir uns 500 g Babybananen für ’nen Appel und 'n Ei.

Sonnenuntergang Ras Al KhaimahUm kurz nach 18 Uhr erreichten wir unser Hotel – Hilton Beach Ras Al Khaimah und mit einem schönen Sonnenuntergang direkt bei unserem Hotel endete der dritte Tag unserer V.A.E.-Rundreise.


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