Sharjah - Shoppen ohne Alkohol
Sonntag, 17.09.2006 | Dubai - Sharjah - Dubai | Entfernung: à 10 km
Abholzeit für unsere Rundreise, die am Sonntag startete, war erst um 14:30 Uhr in der Hotel-Lobby. Entsprechend ruhig haben wir auch den Tag begonnen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, das sehr reichhaltig war, schnappten wir uns einen Taxifahrer, der uns zu einigen Highlights in Dubai fahren sollte, die nicht wirklich auf unserer Rundreise angesteuert wurden. So hielten wir z. B. beim "MIRAJ - Islamic Art Centre". Hier werden Kunstwerke verkauft, die nichts für den kleinen Geldbeutel sind; immerhin sind die Kosten für den Versand enthalten. 
Unter anderem steuerten auch wir die Jumeirah Grand Mosque an, den Gold & Diamanten Park und hielten an der Baustelle des angehenden größten Turms der Welt, dem Burj Dubai (so sollte der Turm zum Zeitpunkt unserer Reise genannt werden; zur Fertigstellung bzw. Eröffnung am 4. Januar 2010 hat man sich schließlich für "Burj Khalifa" entschieden) an der Sheik Zayed Road. Nach neuesten Spekulationen soll das Gebäude über 800 m hoch werden, mit der Option, dieses zu erhöhen. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 1,2 Milliarden Euro, die sich die regierende Al-Maktoum-Familie noch nicht einmal von der Bank finanzieren lassen musste.
Die Zeit ging mal wieder rasend schnell vorbei, so dass wir zurück zum Mövenpick Hotel fuhren, wo wir uns mit der Reisegruppe trafen. Der Toyota-Bus, in dem 20 Personen Platz nehmen konnten, fuhr uns und zwölf weitere Rundreiseteilnehmer - darunter auch einige aus Österreich und der Schweiz - zunächst über die gut ausgebauten und sehr lebhaften Straßen Dubais ins Nachbar-Emirat Sharjah, deren Hauptstadt Sharjah City ist.

Mit 600.000 Einwohnern ist Sharjah das drittgrößte Emirat. Aufgrund des geringen Erdöl-Vorkommen konnte es mit dem Wachstum und Reichtum von Dubai und Abu Dhabi nicht mithalten.
Für Sharjah spricht auf jeden Fall der geringere Mietpreis, so dass einige V.A.E.-Bewohner es bevorzugen, dort zu leben und in Dubai zu arbeiten. Der Nachteil ist das - gerade morgens und abends - hohe Verkehrsaufkommen, wenn alle Pendler zur Arbeit fahren bzw. wieder zurück. Sharjah ist das konservativste Emirat von allen, da ein ausnahmsloses Alkoholverbot - also auch in den Hotels - besteht. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit hohen Geldstrafen, bei Wiederholung sogar mit Gefängnis, rechnen. Des weiteren dürfen hier nur Muslime die Moscheen betreten, allen Nicht-Muslimen ist der Zutritt verwehrt. Herrscher von Sharjah ist seit 1972 Sultan bin Muhammad Al-Qasimi. 
Vorbei an der König Faisal Moschee machten wir einen kurzen Fotostopp an einer bedeutenden Gedenksäule inmitten einer Parkanlage, die umsäumt war von Höchhäusern mit glänzenden Fassaden. Die sieben Muscheln der Gedenksäule mit den darin befindlichen Perlen soll jeweils ein Emirat darstellen und die große Kugel an der Spitze steht für die Allianz als eine Einheit.
Unser weiterer Weg führte uns zum Rolla Square, wo eine Rolla-Baum-Skulptur steht, die an dieser Stelle einmal wuchs. Der spanische Architekt Rolla entwarf aufgrund eines Wettbewerbes diese Skulptur. Das Baum-Denkmal soll an die enge Verbundenheit des Herrschers zu seinem Volk erinnern. Heute wird der Platz für gelegentliche kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Unser nächster Japanerstopp galt der "Moschee der Vergebung". Sie wurde vom Vater des Prinzen gewidmet, der im alkoholisierten Zustand mit seinem PKW tödlich verunglückte. Mit dieser Moschee zeigt der Vater seine Vergebung, dass sein Sohn Alkohol konsumiert hat und ums Leben kam.
Als nächstes Stand das Al Hisn Fort auf unserem Plan. Zwischen den Fahrspuren der Al-Boorj Avenue und hohen Gebäuden kann man das damalige alte Quartier des Herrschers von Sharjah besuchen. Erbaut wurde es 1820 und für alle Besucher ist der Eintritt kostenlos. Neben Schmuck, Waffen und historisch eingerichteten Räumen kann man sich einen Film über die Geschichte Sharjahs in englischer Sprache ansehen.
N
ur wenige Schritte vom Al Hisn Fort entfernt besuchten wir den Alten Souk (Souk Al Arsa), der auf Touristen ausgerichtet ist. Schmuck, Teppiche, Kleidung und vieles mehr kann man hier käuflich erwerben. Das Handeln sollte man nicht vergessen.
Während Melanie Ausschau nach einem schicken, typisch arabischen Oberteil hielt, hat Alexander eine Büste von einem österreichischen Herren im Schaufenster entdeckt, der der deutschen Geschichte erheblich geschadet hat. War schon seltsam, so etwas zwischen Lampen, Vasen und Shishas zu sehen. 
Bevor es wieder zurück nach Dubai ging, besuchten wir den Souq al-Markazi, der auch als Blauer Souq bekannt ist. Er liegt direkt am Creek und lädt nicht nur innen mit über 600 Geschäften auf zwei Etagen verteilt, sondern auch außen zum Verweilen ein. Vor allem abends kommen auch gerne Einheimische in den Souk, da das Gebäude rund um die Uhr geöffnet hat.
Um kurz nach 18 Uhr kamen wir wieder in unserem Hotel in Dubai an. Nachdem wir erst einmal unter die Dusche gingen und uns frische Klamotten angezogen haben, setzten wir uns ins Taxi, um erneut das Burj al Arab aufzusuchen. Nur dieses Mal wollten wir ein paar schöne Aufnahmen vom Lichterspiel des Hotels by night machen.
Folgender Hinweis an Hobby-Fotografen: Ein Stativ vor dem Burj al Arab aufbauen ist kein Thema, jedoch nicht nahe der Polleranlage, wo wir am Vormittag zuvor noch fotografieren durften! Laut Wachmann ist der Gebrauch eines Stativs vom Hotelmanagement untersagt.
Den Abend ließen wir wieder im City Centre bei einem leckeren Essen ausklingen. Als wir zurück zum Hotel wollten, stellten wir uns dieses Mal in der langen Schlange an, um ein Taxi zu bekommen. Zu unserem Erstaunen dauerte es auch gar nicht lange bis wir an der Reihe waren. Man darf sich also nicht von der Menschenansammlung erschrecken lassen, man kommt schneller vom Fleck weg als vor der Türe vergeblich nach einem Taxi Ausschau zu halten. Außerdem führte die Schlange direkt an einem Stand von Dunkin' Donuts vorbei ... Aber apropos Taxi rufen. Taxifahrer in den V.A.E. reagieren in der Regel auf Handzeichen. Vielleicht war es nur Zufall, aber wenn Melanie nach einem Taxi gewunken hat, hielt keines an. Wenn hingegen Alexander den Arm hob, blieb sofort eins stehen - woran das nur lag … ;o)




