Reisebericht Südafrika
Donnerstag, 27.09.2007 | Durban - Port Elizabeth - Jeffreys Bay - Plettenberg Bay - Knysna | Gefahrene Kilometer: ca. 350
Wie die Tage zuvor stellten wir unsere Koffer vor die Zimmertüre, damit sie ab 7:30 Uhr in den Bus geladen werden konnten.
An die südafrikanische Küche könnten wir uns gewöhnen, denn vor allem zum Frühstück gab es wieder sehr schmackhafte Süßspeisen, was speziell Alexander gefällt.
Wir freuten uns auf den neunten Tag, denn an diesem ging es per Flug nach Port Elizabeth (P. E.) und dann weiter entlang der Garden Route.
Unser Hotel in Durban verließen wir um 8:15 Uhr zum 17 km entfernten Flughafen mit dem Namen "Durban - Louis Botha". Es war zwar immer noch wolkenverhangen, aber dafür regnete es nicht mehr, der Wind hatte ebenfalls etwas nachgelassen und es war auch nicht mehr so kalt.Wir verabschiedeten uns von unserem Busfahrer Joseph, denn in Port Elizabeth nahm uns ein anderer Busfahrer in Empfang. Bis hierher hatten wir bereits eine Strecke von 2.505 km hinter uns gelegt und drei Provinzen (Mpumalanga, Gauteng und KwaZulu-Natal) von insgesamt neun durchfahren. Wären wir auf dem direkten Weg von Johannesburg nach Durban gefahren, so wären es nur 500 km gewesen.
Der Flughafen von Durban ist gut beschildert. Anfangs gab es kleine Koordinierungsprobleme wegen unserem Gepäck, denn eigentlich sollten Gepäckträger an unserem Bus stehen, doch Irene hat die Situation dann irgendwie gemanagt.
Wir flogen mit einer sehr kleinen Maschine von South African Airlines und checkten zuvor an einem "Gruppen Check-In Schalter" ein. Obwohl wir schon wieder mit die Ersten am Schalter waren, bekamen wir dennoch keinen Platz direkt nebeneinander, sondern jeweils einen Platz in der 1. Reihe auf der rechten und linken Seite. Melanie saß am Gang rechts und Alexander am Fenster links; uns trennten also der Gang und Irene, die direkt neben Alexander gesessen hat. An sich war dies aber kein Problem, da es nur ein relativ kurzer Flug war. Um 9 Uhr war Boarding und mit 10-minütiger Verspätung hoben wir gen Port Elizabeth ab. Handgepäck - sprich Trolleys - dürfen nicht mit in die Kabine; diese Erfahrung durfte Melanie im Flieger machen. Er war einfach zu groß für das kleine Gepäckfach (dies hätte man doch auch schon beim Check-In erfahren können) und im Gang durfte nichts platziert werden. Also nahm man ihren Trolley mit unseren ganzen Habseligkeiten ohne jegliche Beschriftung oder sonstigen Hinweisen auf den Eigentümer ab und verstaute ihn zum anderen regulären Gepäck. Die Stewardess versicherte ihr, dass sie sich keine Sorgen machen brauche. Sie bekommt gleich nach der Landung in P. E. ihren Trolley zurück. Ihr Wort in Gottes Ohr.
Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Alexander und Irene plauderten den ganzen Flug und Melanie betrieb - mehr oder weniger - Augenpflege. Nach 1 Stunde und 20 Minuten landeten wir in Port Elizabeth. Zum ersten Mal waren wir die Ersten, die ein Flugzeug verließen und kurz bevor es die Treppe herabging, kam auch schon ein Airport-Mitarbeiter mit den Trolleys. Na also, die Stewardess hat ihr Versprechen eingehalten.
Endlich lachte auch wieder die Sonne und die 24 Grad waren nach den zwei vorangegangenen, regnerischen Tagen eine richtige Wohltag auf der Haut.
Nachdem wir dann auch unsere Koffer wieder in Empfang genommen hatten, tauschten wir nochmals 50 Euro (360 Rand) in der Wechselstube am Airport und setzten uns in den "neuen" Bus. Dieses Mal hieß unser Busfahrer "Winston". Wie zu erwarten hielten sich einige aus der Reisegruppe nicht an die ursprüngliche Vereinbarung, nämlich die Plätze zu tauschen. Es saßen schon wieder die selben Personen ganz vorne im Bus; das zum Thema "Plätze wechseln".In Port Elizabeth, Provinz Eastern Cape (Ostkap), haben wir leider keine direkte Stadtrundfahrt gemacht. Vom Airport aus ging es auf die N2 und von der fünftgrößten Stadt Südafrikas mit ihren 305.000 Einwohnern konnten wir an sich leider nur wenig sehen, wie z. B. das Rathaus.
Wir befanden uns nun auf der berühmten Gartenroute (Garden Route), die uns zunächst über Plettenberg Bay nach Knysna führte. Unser erster Halt des Tages war in Jeffreys Bay, einem wundervollen Küstenort direkt am Indischen Ozean gelegen. Am "Dolphins Beach" hatten wir 1,5 Stunden Aufenthalt und da wir Sonne, Strand und Meer lieben, zog es uns direkt zum Wasser. Der Strand war kuschelig weich und weitläufig aber das Wasser war eiskalt. Dennoch ließen sich einige nicht davon abhalten, mit ihrem Surfbrett auf den Wellen zu reiten. Wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen in einem Café mit herrlichem Blick aufs Meer. Wenn man genau hinschaute, konnte man sogar Delphine entdecken.
Wir fuhren weiter und wohin man auch schaute, überall blühten Callas, Strelizien und viele weitere Pflanzen so weit das Auge reichte. Vorbei an der Storms River Schlucht galt der nächste Besuch dem "Big Tree" im Tsitsikamma Nationalpark. Gegründet wurde der Tsitsikamma Nationalpark, der sich bereits in der Provinz Western Cape (Westkap) befindet, im Jahre 1964 und gehört mit zum ältesten Schutzgebiet von Südafrika. Umgeben von dichtem Wald, folgten wir der Beschilderung zum "Big Tree". Dies ist ein gigantischer Yellowwood Baum, der 800 Jahre alt sein soll, eine Höhe von 40 m misst, der Umfang 33 m beträgt und allein die Baumkrone einen Durchmesser von rund 34 m hat. Wenn man ein bisschen Zeit mitbringt, kann man den 42 km langen Wanderweg "Ottertrail" nehmen und einen ausgiebigen Sparziergang durch den Park unternehmen. Wir jedoch nahmen den kürzeren Weg und folgten dem Holzpfad direkt zum Ausgang.
Vom Tsitsikamma Nationalpark sind es bis nach Knysna noch 80 km. Also, ab in den Bus, denn wir waren noch ca. eine Stunde unterwegs bis zu unserem Hotel. Irene hatte fortwährend immer irgendwas zu berichten, sei es über die Pflanzen, die wir gesehen haben, oder über die Ortschaften, die vor uns lagen, oder über private Geschichtchen, die ihr in dem Zusammenhang gerade einfielen. Als wir durch den Ferienort Plettenberg Bay fuhren berichtete sie z. B., dass es der beliebteste Badeort an der Garden Route sei, da es hier ganz tolle Strände gäbe und man könne in Plettenberg Bay sogar Wale und Delphine in der Bucht beobachten. Nur das Arbeiterviertel ist ein trauriges Zeugnis der Gesellschaft und "Das ist wirklich slimm!", so Irene.
Um 17:05 Uhr erreichten wir Knysna (20.000 Ew.), dem touristischen Mittelpunkt an der Garden Route. Das Örtchen selber stand erst am nächsten Tag auf unserem Erkundungsplan. Daher fuhren wir direkt durch bis zum Hotel Knysna Hollow, wo wir bereits mit einem Begrüßungstrunk erwartet wurden.Das "Knysna Hollow" ist für ein 3 Sterne Hotel wirklich schön und komfortabel eingerichtet. Mit dem Dach aus Elefantengras werden wir uns zwar nie anfreunden können, doch es passte zum Landhaus-Stil. Am genialsten fanden wir immer noch die große Doppeldusche in unserem Badezimmer. Der Wohnraum war geräumig, schön sauber und die Anlage mit diversen Pools insgesamt sehr gepflegt. Überall blühten Bougainvilleas, Callas, Pekanbäume usw. und wenn es nicht schon so spät - und daher auch von den Temperaturen her eher frisch - gewesen wäre, hätten wir uns bestimmt noch ein wenig am Pool vor unserer Hütte aufgehalten.
Beim Abendbuffet gab es sogar die bekannten Knysna-Austern, die frisch aus der gerade einmal 1 km entfernten Knysna Lagune gefischt wurden. Auch die Straußenwürstchen waren sehr lecker. Gemütlich ließen wir den Abend mit einem Glas Rotwein - wie es sich für einen Südafrikaurlauber gehört - ausklingen.



