5. Tag in Südafrika: Krüger Nationalpark - Safari im offenen Geländewagen

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Reisebericht Südafrika

Sonntag, 23.09.2007 | Hazyview - Krüger Nationalpark | Gefahrene Kilometer: ca. 300   

Es war nur eine sehr kurze Nacht, denn der Wecker rappelte bereits um 4:40 Uhr. Doch weil eine Safari im offenen Geländewagen im Krüger Nationalpark mitunter für uns der wichtigste Part dieser Rundreise war, kamen wir ohne Probleme aus den Federn. Draußen war es noch dunkel und ziemlich kalt. Zum Glück hatten wir die richtige Kleidung im Gepäck. Eine Zipp-Hose mit passendem Hemd im typischen Safari-Look und dazu noch eine kuschelige Outdoor-Wolljacke. Vor allem für die warme Jacke waren wir am frühen Morgen dankbar.

Safari-JeepUnser Frühstück bestand aus einer Tasse Kaffee bzw. Tee im Stehen und einem Lunchpaket, welches aus einem Apfel, einem belegten Bagel, ein paar Keksen, einem Müsliriegel und einem Orangensaftpäckchen bestand. Um diese Uhrzeit bekommen wir ohnehin noch keinen Bissen runter. Dann war es endlich soweit. Wir schnappten unsere Lunchpakete, denn pünktlich um 5:45 Uhr holte uns Bert (unser ganz persönlicher, englischsprachiger Ranger des heutigen Tages) vor unserem Hotel Hippo Hollow mit seinem 9-sitzigen Jeep ab. Der Jeep mit den vielen Sitzen war genau das Richtige. In der ersten Reihe verstauten wir unser Handgepäck, in der zweiten Reihe saßen Iris und Sigrid und wir haben uns für die dritte Reihe entschieden, wo wir jeweils die äußeren Plätze einnahmen. Unvorstellbar, dass wir hätten hier mit sechs weiteren Leuten sitzen sollen; wo hätten wir allein unsere Kameraausrüstung verstauen sollen, wenn nicht auf dem Nachbarsitz? Allein aus der Sicht war es eine richtige Entscheidung gewesen, einen eigenen Jeep mit Ranger zu organisieren.

Bert präparierte den Jeep für die 10-minütige Fahrt vom Hotel bis zum Phabeni Gate, eines der vielen Tore zum Krüger Nationalpark, indem er eine Plane zum Schutz vor dem Fahrtwind im vorderen Bereich des Wagens anbrachte. Wir wollen gar nicht wissen wie es ohne diesen Schutz wäre, denn es wurde wirklich verdammt kalt um die Ohren und vor lauter Fahrtwind hatten wir kaum die Gelegenheit miteinander zu sprechen. Wir waren allesamt damit beschäftigt uns in die Decken, die im Jeep lagen, einzumummeln und in dem Moment heilfroh, lange Hosen, eine Jacke und geschlossene Schuhe mitgenommen zu haben.

SonnenaufgangWarteschlange Phabeni GateDer Tag erwachte langsam zum Morgen und es wurde uns warm ums Herz als wir während der Fahrt zum Phabeni Gate sahen, wie die Sonne aufging. Heute war Sonntag und selbst viele Südafrikaner nutzen so einen Tag, um einen Ausflug zum Krüger Nationalpark zu unternehmen. Von daher wunderte es uns nicht, dass sich bereits eine beträchtliche Ansammlung von PKWs vor der Toreinfahrt staute. Dies konnte uns kalt lassen, denn wir waren mit unserem Ranger privilegiert, an der Kolonne vorbeizufahren - ätsch! :-).

Anmeldung im Krüger ParkNachdem wir das Tor passierten hielt Bert auch gleich auf dem Parkplatz an. Er stieg aus, um unsere kleine Gruppe bei der Parkverwaltung anzumelden. Dies muss jeder Besucher des Krüger Parks tun. So hat es gut 15 Minuten gedauert bis er wieder zu uns in den Jeep stieg. Er rollte wieder die Schutzplane, die er kurz zuvor gegen den kühlen Fahrtwind angebracht hatte, zusammen, sodass wir einen schönen erhöhten Rundumblick über den Park hatten. Er setzte sich kurz zu uns und raubte uns als aller erstes die Illusion, dass wir die Big Five - darunter versteht man Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn - vermutlich nicht sehen werden. Wenn wir eines der genannten Tiere sehen sollten, so ist dies ein Bonus und wir können uns glücklich schätzen.

Gute Infrastruktur innaherhalb des Krüger ParksVor allem könnte es schwierig sein, die Raubkatzen (Löwen und Leopard) zu erwischen. Er selber habe einen Tag zuvor keinen entdeckt. Wir gehen davon aus, dass er dies nur gesagt hat, damit die Enttäuschung, falls wir nicht alle Tiere sehen sollten (was bei der riesigen Tiervielfalt auch unmöglich ist), nicht allzu groß ist. Immerhin beherbergt der Krüger Nationalpark (gegründet wurde er übrigens 1898 von dem Südafrikaner Paul Kruger) die größte Artenvielfalt an über 500 Vogel- und 147 Tierarten in ganz Südafrika. Wenn man nahezu alle Tiere sehen möchte, so müsste man schon mehrere Tage ausschließlich im Krüger Park verbringen. Uns standen aber nur "wenige Stunden" zur Verfügung. Vor allem, weil die meisten Aktivitäten der Tiere in den frühen Morgenstunden bzw. in der Abenddämmerung stattfinden.

Bert klärte uns kurz über die Regeln, die im Krüger Nationalpark herrschen, auf. So darf man z. B. nicht unnötig kreischen oder hupen. Tiere haben immer Vorfahrt. Außerhalb der Camps ist der Ausstieg aus dem Jeep einfach zu gefährlich und deshalb für alle verboten. Busse und Fahrzeuge, die eine Ladekapazität von 4 t überschreiten, dürfen nur auf asphaltierten Wegen fahren, wohingegen Jeeps auch richtig ins Gelände dürfen.

ImpalaDann war es soweit! Es ging los! Bert schmiss den Motor an und die Jagd im berühmtesten Tierpark der Welt auf alles was hüpfen, springen, laufen, kriechen, rennen oder fliegen kann, konnte beginnen. Nur wenige Sekunden später, als Bert die Schranke zum Park passierte, liefen vor uns mehrere Impalas quer über die Fahrbahn und wir freuten uns wie Bolle, gleich zu Beginn solch schöne Tiere zu sehen. Das fing ja gut an! Die ersten freilaufenden Tiere; was für ein Gefühl! Ganz und gar nicht zu vergleichen mit einem Zoo, wo man genau weiß, in Abschnitt 2 gibt's Zebras, dort um die Ecke sieht man Löwen, hinter den Bären links erwarten euch Büffel oder so ähnlich. Nein, nein, das ist hier ganz anders. Zu viert lagen wir förmlich auf der Lauer und spähten in die Ferne, wo sich was bewegt. Sobald einer von uns etwas erkannt hat, rief er/sie zu Bert:"Stopp!" und gab die Richtung an, in der etwas gesichtet wurde. Unser Vorteil war, dass wir - im Vergleich zu Bert - erhöht saßen, dennoch waren Berts Augen auf die Gegebenheiten bereits geschult und wir staunten oftmals nicht schlecht, als er irgendwo unter einem Baumstamm oder hinter einem Strauch ein Tier, wenn auch noch so klein, entdeckt hatte, welches wir sicherlich mit bloßem Auge nie und nimmer gesehen hätten. Sehr zu empfehlen ist jedenfalls ein richtig gutes Fernglas. Wenn wir eines Tages noch einmal auf Safari gehen sollten, dann gehört ein gutes Fernglas jedenfalls ins Gepäck.

NashornUnd dann sahen wir nach und nach ein freilaufendes Prachtexemplar nach dem anderen. Mal eine kleinere Gruppe Giraffen auf der linken Seite, hinter einem Strauch eine Herde Zebras, dann mal wieder ein vereinzeltes Kudu und - voilà - Nummer eins der Big Five konnten wir auch schon verbuchen: ein Nashorn.

Elefanten zwischen JeepsSchnell haben wir begriffen, dass es immer irgendwas besonderes zu sehen gab, wenn eine kleine Ansammlung von Jeeps auf der Fahrbahn anhielt. Und so gesellten wir uns dazu und erblickten eine Herde Elefanten, die 50 m von uns entfernt grasten. Allein schon wegen des Anblicks einer Herde Elefanten hat sich die Safari-Tour gelohnt und Nummer zwei der Big Five war uns sicher. Aber jetzt kommt's. Die Herde setzte sich in Bewegung und kam direkt auf uns zu. Sie hatten überhaupt keine Angst vor den Fahrzeugen und liefen seelenruhig zwischen den Jeeps hindurch. Wenn das nicht jedes Herz eines Tierfreundes und Elefanten-Fans höher schlagen lässt, dann wissen wir auch nicht. Für uns Südafrika- und Safari-Einsteiger war es sensationell. Wir fotografierten was das Zeug hielt.

Hyänenhunde-RudelNachdem die Elefanten die Straße passierten, fuhren wir langsam weiter (die Höchstgeschwindigkeit im Krüger Park beträgt nur 50 km/h auf geteerten Wegen und auf Nebenstrecken max. 40 km/h) und schauten gebannt nach rechts, links, oben und unten. Und plötzlich taucht eine Gruppe Hyänenhunde auf. Bert meinte, dass er diese vor sechs Monaten zum letzten Mal gesehen habe. Auch jetzt kamen unsere Fotoapparate wieder reichlich zum Einsatz und obwohl wir u. a. ein 300 Teleobjektiv dabei hatten, hätten wir uns bei gewissen Situationen ein noch besseres gewünscht. So eine Szene war zum Beispiel einen kurzen Moment später, als wir hautnah miterlebten, als zwei Hyänenhunde ein Impalla gerissen haben.

Hyänenhunde reissen ein Impalla Impalla lebt noch Hyäne mit Eingeweide vom Impalla

Selbst für unseren erfahrenen Ranger war das kein alltägliches Szenario (er erzählte uns, dass es sehr selten vorkommt, dass Tiere so nah am Straßenrand gerissen werden) und sogar er zückte seine Digicam. Da sich dieses "Schauspiel" auf der linken Seite abspielte und Melanie links im Jeep gesessen hat, durfte sie auch schön mit der Spiegelreflex draufhalten. Na großartig! Statt die Hyänen das Impalla mit einem gezielten Biss in die Halsschlagader töteten, nein, stattdessen bissen sie es in die Hinterläufer, damit es nicht weiter davonrennen kann.
That's natureImmer wieder attackierten die Hyänen das arme Impalla bis es erschöpft zu Boden fiel. Sie rissen es am Bauch auf, steckten ihre Schnauzen ins Innere, sodass diese völlig blutverschmiert waren und bissen Innereien, Fleisch und Sehnen heraus. Das arme Impalla war immer noch nicht tot, es hob fortwährend seinen Kopf, gab aber keinen Laut von sich (zumindest haben wir nichts gehört). Bert meinte: "That's nature!" und er hatte so recht. Wieder einmal wurde deutlich, dass wir hier nicht in einem gutbehüteten Zoo waren, sondern in einem Wildpark, in dem echte, gefährliche Tiere rumlaufen. Hier zählt das Gesetz der Natur: fressen und gefressen werden.

Melanie, Sigrid und Iris waren von dem eben Erlebten sogar so nachhaltig beeindruckt, dass ihnen der Appetit bei unserem einstündigen Frühstücksaufenthalt in Skukuza auf den mit Schinken belegten Bagel restlos vergangen war.

Insgesamt gut zwei Stunden haben wir auf der S1 vom Phabeni Gate bis nach Skukuza benötigt.

Skukuza RestaurantSkukuza ist das Zentrum des Krüger Nationalparks und eines der vielen Restcamps (Hauptcamps), die sich auf der nahezu 2 Millionen Hektar großen Fläche des gesamten Krüger Nationalparks befinden. Insgesamt gibt es 12 Hauptcamps, die man sich vorstellen muss wie ein richtiges kleines Dorf mit hervorragender Infrastruktur. Dazu gehören z. B. mehrere Restaurants, ein Souvenir- und Lebensmittel-Shop, Tankstelle, Post, Polizei, Ärzte und natürlich typisch runde Hütten für Übernachtungsgäste.
Zusammen mit den Nationalparks von Mosambik und Zimbabwe bildet der Krüger Nationalpark seit 2002 den 36 qkm großen Great Limpopo Transfrontier Park.

Saleti EisenbahnbrückeWir holten uns einen Kaffee und setzten uns auf eine der vielen Bänke, um unser erwähntes Lunch-Paket zu plündern. Die Aussicht auf den Sabie Fluss, das umliegende Grün der Maulbeerfeigenbäume und andere südafrikanische Baum- und Pflanzenarten war einfach herrlich. Mittlerweile stand auch die Sonne etwas höher, sodass wir unsere Jacken ausziehen und die Natur genießen konnten.

Bevor wir weiter auf die Pirsch fuhren, kauften wir uns für 40 Rand im Shop eine Infobroschüre über den Krüger Nationalpark. Sie ist u. a. in deutscher Sprache erhältlich, sehr informativ und beinhaltet neben dem geschichtlichen Hintergrund des Krüger Parks aktuelles Kartenmaterial und - für uns besonders wertvoll - mehrere Seiten mit farbigen Darstellungen der im Park beheimateten Säugetier- und Vogelarten. So fiel es uns auch leichter, auf der folgenden Fotojagd die Tiere schneller zuzuordnen.

Perlhühner Büffel Elefanten Familie

Um 9:30 Uhr waren wir alle wieder startklar und fuhren die obere Marula-Schleife auf der S83 in Richtung Picknickplatz Nkuhlu direkt an der H4-1. Unterwegs begegneten wir Perlhühnern, die seelenruhig neben unserem Jeep liefen, etlichen Impallas, die quer über die Fahrbahn sprangen, vereinzelten Riedböcken und Paviane, die sich untereinander ein Wetterennen erlaubten.
In einem Flussbett gesellten sich Marabus und Krokodile nebeneinander, als wären sie die besten Freunde und siehe da, der Dritte im Bunde der Big Five: ein Büffel, der sich hinter ausgetrockneten Sträuchern versteckte.

Und dann war da wieder eine richtig große Elefanten-Herde, mit Mama-, Papa- und Baby-Elefant - wie süüüß. Das Kleine passte locker zwischen die Beine des ausgewachsenen Bullen. Während wir die Tiere beobachteten, gesellten sich nach und nach weitere Jeeps hinzu. Dann ertönte ein lautes: "Törööööö" und die Herde setzte sich in Bewegung. Sie überquerten die Fahrbahn und auf einmal waren vor und hinter unserem Jeep Elefanten. Einfach gigantisch! So viele Dickhäuter auf einmal zum Greifen nahe zu sehen - da kommt richtiges Safari-Feeling auf und die Begeisterung für Südafrika steigt ins Unermessliche.

Nilpferde / Hippos Flusspferd Hornrabe

Auch als wir eine Gruppe Nilpferde in einem Flussbett entdeckten, waren wir voller Enthusiasmus. Optisch sehen sie zwar etwas unförmig aus, aber irgendwie sind selbst Hippos total süß. Und wie gemächlich sie aus dem Wasser bummeln, das kann man gar nicht beschreiben, so was muss man live erleben.

GiraffeBis nach Nkuhlu waren es noch nahezu 20 Minuten und eine ganze Weile wurden wir von Hornraben und Warzenschweinen umgeben und selbst Giraffen waren hier und da zu sehen. Auch sehr schön war, dass die Tiere keine Angst vor Autos hatten. Sie sind offensichtlich diese "seltsamen Tiere" gewöhnt und wissen, dass sie ihnen selber nichts tun, sondern nur gucken.

Nur Impallas sind da irgendwie eine Ausnahme. Bert erzählte uns, dass Impallas als "McDonald's des Krüger Parks" gelten, da ihre Population stark vertreten ist. Wenn es einem Löwen oder einem anderen Tier nach was zum Fressen ist, dann geht Löwe eben mal los und erbeutet sich ein Impalla-Snack. Demzufolge stehen die armen Viecher ständig unter Strom, weil sie bei jedem auf der Speisekarte stehen, der schneller und stärker ist als sie selber.

Warzenschwein Afrikanischer Elefant Zebra

In Nkuhlu legten wir einen kurzen Toilettenstopp ein. Bei der Gelegenheit kürzten wir unsere Zipp-Hosen und tauschten unsere geschlossenen Schuhe mit offenen Trekking-Sandalen, denn es war mittlerweile so heiß, dass nur selbst der warme Fahrtwind die nötige Erfrischung bot.

Bert packte jetzt der Ehrgeiz und wollte uns unbedingt einen Löwen präsentieren. Per Funk informierte er sich bei anderen Ranchern, ob jemand einen Löwen gesehen hat und tatsächlich, ein anderer Rancher sah einen vor wenigen Augenblicken bei der unteren Marula-Schleife (Hauptweg H4-1).

Löwezwei LöwenweibchenBert muss Augen haben wie ein Lux, denn ohne seine Hilfe hätten wir im Leben nicht den Löwen entdeckt. Bestimmt 150 m von unserem Jeep entfernt unter einem schattenspendenden Baum lag er da mit erhobenen Hauptes und im Schlepptau zwei Löwen-Weibchen. Sein Fell hatte fast die gleiche Farbe wie das verdörrte Gras und die Weibchen waren so unter Sträuchern versteckt, dass man sie nur mit viel Glück erwischen konnte. Mit bloßem Auge waren die drei wirklich super schwer zu erkennen. Aber wir haben Löwen gesehen und Nummer vier der Big Five war uns sicher.

Kurz vor 13 Uhr fuhren wir wieder zum Mittagessen zurück nach Skukuza und hatten dort einen Aufenthalt von 1,5 Stunden. Unsere Mahlzeit bestand, wie sollte es anders sein, wieder mal aus einem griechischen Salat mit einem Sandwich. Nach einem Fleischgericht war es uns nicht wirklich ...

Aussichtsplattform am Lake Panic Lake Panic Nilpferde am Lake Panic

Anschließend chauffierte uns Bert zum "Lake Panic", einem Beobachtungspunkt acht Kilometer von Skukuza entfernt. Hier stiegen wir auch aus und liefen einen schmalen Pfad mit hohem Zaun entlang zu einer Art hölzernen Aussichtsplattform auf dem Lake Panic mit Blick direkt auf den See. Alles verhielt sich hier mucksmäuschenstill und selbst das Knarren der Holzdielen war auffällig. Wir setzten uns auf eine freie Bank und beobachteten die fast unheimliche Stille. Wie gebannt starrten wir auf das Wasser, ob da nicht doch irgendwo ein Krokodil lauert und seine Beute bereits anvisiert. Doch es blieb alles ruhig. Nur ein paar Flusspferde tummelten sich im See, die man leicht hätte mit einem Felsen verwechseln können und am Ufer knabberten Schildkröten am Schilf. Auch Vogelliebhaber kommen am Lake Panic voll auf ihre Kosten, denn verschiedene Reiher-Arten halten sich hier auf.

Wir fuhren u. a. auf dem Hauptweg H1-1 auf den Nebenweg S65 und das landschaftliche Bild änderte sich ständig. Mal trockene Savanne, dann wieder üppige Waldlandschaft. Vor allem in der Nähe von Flüssen herrschte dichte Vegetation. Zum Teil waren die Flächen sogar verbrannt, was jedoch auf Brandstiftung zurückzuführen war. Ein Engländer hatte aus Liebeskummer ein Feuer im Krüger Nationalpark gelegt und einen großen Teil der Pflanzen-/Tierwelt zerstört. Er sitzt deswegen (zu Recht) im Gefängnis.

Savanne Verbrannte Fläche Dichtere Vegetation

Völlig eingestaubt von der trockenen, sandigen Fahrbahn erreichten wir unser Rest Camp Skukuza gegen 16 Uhr. Irene erwartete uns bereits und drückte uns auch gleich den Schlüssel für unsere Hütte in die Hand. Bevor wir unsere Unterkunft aufsuchten haben wir uns von unserem Ranger Bert verabschiedet und ein Gruppenfoto vor dem Jeep machen lassen.

Untergebracht waren wir in der Rundhütte Nummer 71. Sehr viel Komfort darf man hier im Restcamp nicht erwarten, aber für eine Nacht war das Häuschen annehmbar. Zu seinen Vorteilen zählte, dass wenigstens die Fenster und die Türe mit Moskitonetzen ausgestattet waren und es über eine Klimaanlage verfügte. Die war zwar sehr laut, aber wenigstens war eine vorhanden. Vor der Türe hatte jede Hütte einen eigenen Kühlschrank, eine kleine Küchenzeile mit Spüle und eine Grillmöglichkeit. Die entsprechenden Zutaten kann man sich im naheliegenden Supermarkt kaufen.

Öffnungszeiten / Haupttor Skukuza Rest Camp Skukuza Shopping

Die Betten (1 m x 2 m) waren auseinander gestellt und die Matratzen für unseren Rücken eindeutig zu weich - mit Tendenz zu durchgelegen. Die Hauptsache war, dass alles verhältnismäßig sauber wirkte und wie gesagt, für eine Nacht war es ok.

Nachdem wir uns frisch gemacht und uns ordentlich mit Moskitospray eingesprüht haben (im Park herrscht Malaria-Gefahr), trafen wir uns mit unserer Reisegruppe zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant. Das Buffet bot eine reichhaltige Auswahl an Fleisch-, Fisch- und Pasta-Gerichten. Darüber hinaus gab es ein großes Salat- sowie Dessertbuffet; alles war lecker und zu einem erschwinglichen Preis.

Um 22:30 Uhr zogen wir uns dann wieder in unsere Gemächer zurück, um voller Euphorie (immerhin haben wir 4 von den Big Five gesehen) die Bilderausbeute des Tages zu begutachten. Mit 417 Fotos war sie ziemlich beträchtlich, wenn man bedenkt, dass es nur ein Tag war. Darunter auch viele doppelt, aber man kann sich eben von nichts trennen. Auf dem einen schaut das Zebra so schön in die Linse, beim anderen wedelt der Elefant mit seinen Ohren und wieder bei einem versteckt sich eine Baby-Giraffe hinter einem Strauch und tut so, als würde sie nicht gesehen werden. Nur gut, dass wir genügend Speicherkarten dabei hatten ...

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