4. Tag in Südafrika mit Besuch des Blyde River Canyon und Graskop

E-Mail Drucken PDF

Reisebericht Südafrika

Samstag, 22.09.2007 | Hazyview - Blyde River Canyon - Graskop - Hazyview | Gefahrene Kilometer: ca. 250

Um 6:40 Uhr klopfte es an unserer Türe, denn das war die ganz eigene Art des "Wake Up-Service" im Hippo Hollow. Wir machten uns salonfertig und suchten den Frühstücksraum auf. Wir lieben es auf der Terrasse zu frühstücken, vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Die Sonne schien, kein Wölkchen weit und breit, die Vögel zwitscherten, der Kaffee/Tee schmeckte, der Tag konnte somit nur wieder super werden. Denn am vierten Tag unserer Rundreise stand der drittgrößte Canyon der Welt auf dem Plan, der Blyde River Canyon, der sich bis zu den Drakensbergen hin erstreckt. Der Blyde River Canyon gehört zu Südafrikas schönsten Naturschauspielen und hat eine Fläche von rund 26.000 m². Zu seinen bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen u. a. die Three Rondavels, die Bourke's Luck Potholes, die weniger spektakulären Berlyn Falls (oder auch Berlin Falls geschrieben) und God's Window.

Three RondavelsThree RondavelsPünktlich um 8:40 Uhr saßen wir allesamt im Bus und stiegen knapp eine Stunde später am Lowveld Viewpoint aus. Vom Lowveld Viewpoint liefen wir zu den Three Rondavels, von wo aus wir einen atemberaubenden Blick auf einen Teil des gigantischen Blyde River Canyons mit seinen bis zu 800 m tiefen Schluchten hatten. Die drei runden Felsformationen, die afrikanischen Rund-Hütten sehr ähneln (deshalb auch der Name "Rondavels"), boten uns ein herrliches Motiv. Einige Aufnahmen davon möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Blyde River CanyonEin paar Mitreisende aus unserer Gruppe nutzten die Gelegenheit, sich mit handgefertigten Souvenirs wie Trommeln und Masken, die Einheimische für wenig Rand anboten, einzudecken. Uns ist aufgefallen, dass die Verkäuferinnen nicht so aufdringlich sind wie in manch anderen Ländern, so konnten wir uns in Ruhe umsehen. Da wir noch einige Tage on tour waren und wir auch einen Inlandsflug vor uns hatten, haben wir uns entschlossen, uns zu einem späteren Zeitpunkt mit Souvenirs einzudecken.

Bourke's Luck PotholesInsgesamt hielten wir uns 45 Minuten bei den Three Rondavels auf, fuhren dann weiter zu den Bourke's Luck Potholes, die gerade einmal nur 10 Minuten mit dem Bus entfernt waren. Die Bourke's Luck Potholes gehören ebenfalls, wie bereits erwähnt, zu dem riesigen Natur-Reservat des Blyde River Canyons.

Ausgewaschenes DolomitgesteinBei den Bourke's Luck Potholes lief Irene auch gleich voraus, um vom Parkplatz aus mit uns gemeinsam den Rundweg durch das Gelände zu nehmen. Wir waren nicht die einzigen, die sich dieses Naturschauspiel von ausgewaschenem Dolomitgestein, welches förmlich durch die Wasserstrudel herausgefräst wurde, ansahen. Jedoch verlief sich die Touristenmenge auf dem Arial. So hat sich unsere Gruppe auch allmählich voneinander getrennt und wir beide sind unseren eigenen Weg gegangen.

Brücke über die Flüsse Treur River und Blyde RiverDer Rundweg selber ist gut ausgebaut und führt über Brücken, die die tiefen Schluchten miteinander verbinden, durch die wiederum die Flüsse Treur River und Blyde River fließen. Von den Brücken aus hat man einen hervorragenden Blick, um in die Tiefe zu schauen und die Löcher (Potholes) in den Felsen zu bestaunen. Folgt man dem Weg, kommt man auch an kleinen Wasserfällen vorbei. Übrigens wurden die Bourke's Luck Potholes nach ihrem Entdecker, dem Goldgräber Tom Bourke, benannt. Im Jahre 1870 kam er hierher, weil er Gold gefunden hatte. Daraufhin brach der vermeintliche Goldrausch aus und eine Schar Goldsucher ließen sich nieder. Allerdings war die Ausbeute an dem Edelmetall nicht sonderlich nennenswert und so zogen die Leute weiter.
Apropos weiter, auch wir gingen langsam wieder Richtung Ausgang.

Stand neben TermitenhügelnDoch zuvor schauten wir noch kurz in das kleine Museum rein, in dem die dort vorkommende Tierwelt mit Bildern und reichlichen Informationen in englischer Sprache dargestellt wurde. Aufgrund der muffigen Luft in dem kleinen Gebäudekomplex zogen wir es jedoch vor, uns noch ein wenig bei den Souvenirständen, die sich direkt beim Parkplatz befanden, umzusehen. Zwischen großen Termitenhügeln und Holzhütten breiteten Verkäuferinnen ihre Ware aus, die u. a. aus Holz- und Steinfiguren, Tischdecken und Perlenschmuck bestanden.

Wo ist der Schlüssel?Da es mittlerweile sicherlich an die 30 Grad waren, kühlten wir uns mit einem Eis ab. Eigentlich wollten wir auch schon lange wieder on tour sein, aber Joseph hat doch tatsächlich den Schlüssel im Bus vergessen und sich ausgesperrt. Mit Trick 17 der Selbstüberlistung gelang es einem Mitreisenden durch einen kleinen Spalt im Fenster selbiges zu öffnen. Wir haben die Situation alle mit Humor gesehen und obwohl wir etwas dem Zeitplan hinterher hingen, nahmen wir das gelassen. Wie sagte Irene immer so treffend: "Is doch gar nich slimm!".

Berlyn Falls (Berlin Falls)Auf dem Weg nach Graskop hielten wir für einen Fotostopp bei den Berlyn Falls (Berlin Falls) an. Wir sind wohl etwas von den Chamarel-Wasserfällen oder den Rochester Falls auf Mauritius verwöhnt, denn sooo sensationell waren die Berlyn Falls jetzt nun auch wieder nicht. Lag wohl daran, dass gerade Trockenheit herrschte, denn ansonsten stürzen hier gewaltige Wassermassen 80 Meter in die Tiefe.

Der weiße RieseAuch an diesem Aussichtspunkt boten Frauen die gleichen Andenken - geschnitzte Tiere aus Holz, Ketten, Masken usw. - wie an den anderen Stationen auch an. Doch irgendwie erinnerte uns die Anreihung der Tischdecken an die Werbung des "Weißen Riesen".

Genau richtig zur Mittagszeit um 12:35 Uhr stiegen wir in Graskop aus und kehrten für unseren Lunch bei "Harrie's Pancake House" ein. Dort gab es Pancakes in allen Variationen, doch uns gelüstete es (schon wieder) nach einem Salat.

GraskopNachdem wir uns gestärkt hatten schlenderten wir noch ein wenig durch das 1.500 Einwohner Dorf. Auf der "Hoofstr", die Hauptstraße, die quer durch Graskop führt, gab es diverse Restaurants, das Panorama Informations- und Tourismus Office, natürlich einige Souvenirshops, einen kleinen Supermarkt und in einer Seitenstraße war sogar die First National Bank vertreten. Ansonsten gab es nichts Nennenswertes in Graskop zu sehen. Es ist eben ein typischer Touristenort, der wie ausgestorben wirkt, wenn die Urlauber zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten unterwegs sind und lediglich reger Verkehr herrscht, wenn alle zum Essen herbeiströmen. Von daher liegt Graskop, dessen Haupteinnahmequelle die Touristen sind, für die Panorama Route strategisch ziemlich günstig. Also immer schön brav hinfahren und die Wirtschaft ankurbeln.

God's Window Wegweiser God's Window 1. Plattform God's Window 2. Plattform

Letzte Anlaufstelle des Tages war God's Window. Ein gut ausgebauter Wanderweg führte uns vom Parkplatz aus direkt zur ersten Aussichtsplattform von insgesamt drei, von wo aus man ein beeindruckendes Panorama auf das über 1.000 m darunter liegende Lowveld geboten bekommen hat. Irene ist mit der Gruppe bereits voraus gelaufen, so hatten wir Gelegenheit, einige Fotos machen zu können ohne viele Köpfe vor der Linse zu haben. Nur wenige Schritte waren es bis zur etwas höher gelegenen Aussichtsplattform, dem eigentlichen God's Window. Auch hier hatten wir einen schönen Weitblick auf die Drakensberge bis hin zu einem Teil des Krüger Nationalparks. Bei klarer Sicht hätten wir sogar bis zur Grenze von Mocambique schauen können.

 Rain Forest ViewDer dritte und am höchsten gelegene Aussichtspunkt führte uns zunächst durch einen natürlichen Regenwald zum Rain Forest View. Von einem gut ausgebauten Weg änderte sich dieser in einen Trampelpfad, der zum Teil über Stock und Stein ging.

God's Window 3. PlattformAm Aussichtspunkt herrschte etwas Gedränge, da dieser nicht sonderlich großflächig ist. Außerdem ist hier Vorsicht geboten, da kein Schutzgeländer angebracht ist. Wer also nicht ganz schwindelfrei ist, sollte sich nicht bis ganz nach vorne wagen.

Um 14:55 Uhr verließen wir God's Window auf der R 535 und fuhren zurück nach Hazyview in unser "Hotel Hippo Hollow". Für die knapp 40 km von God's Window bis nach Hazyview benötigte unser Bus an die 40 Minuten. Wir wären bestimmt noch viel früher angekommen, aber wir machten nochmals einen kurzen Stopp in Graskop, weil einige Mitreisende Geld tauschen mussten. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung. Da wir wussten, dass wir im gesamten Verlauf unserer Rundreise nur selten die Gelegenheit haben werden, über mehrere Stunden hinweg Zeit für uns und zum Erholen zu haben, entschieden wir uns bis zum Abendessen einfach entspannt am Pool zu liegen. Bei den warmen Temperaturen und dem strahlenden Sonnenschein war dies auch gut so.

Zum Abendessen trafen wir uns wieder mit Iris und Sigrid. Wie bereits erwähnt haben wir uns mit ihnen zusammengeschlossen, um am nächsten Tag die Safari durch den Krüger Nationalpark mit eigenem Ranger zu unternehmen. Die Vorfreude auf den folgenden Tag war bei allen dementsprechend groß und natürlich war es, neben vielen weiteren interessanten Themen, das Gesprächsthema Nummer eins. Was wird uns wohl erwarten? Bekommen wir die Big Five zu Gesicht? Reicht unser Malariaschutz aus? Wie werden die Restcamps sein? Wir plauderten über alles mögliche und ruck zuck hatten wir auch schon wieder 22:30 Uhr. Es war höchste Zeit, um endlich in die Federn zu kommen, denn zur Safari werden wir in den frühen Morgenstunden abgeholt.

River Sabie bei NachtNoch einen kurzen letzten Blick auf den beleuchteten River Sabie, in dem leider schon wieder keine Hippos weit und breit zu sehen waren, und dann gingen auch wir in Richtung unserer Lodge. Als wir an der Rezeption vorbei kamen fiel uns ein, dass es jetzt an der Zeit war, unsere Akkus zu laden (nach so langer Zeit dürfen sie auch ruhig einmal leer werden). Nur dafür benötigte man einen speziellen Dreipolstecker, den man nur vor Ort in Südafrika erhält. Also kauften wir uns kurzerhand einen für 80 Rand und gingen dann endgültig in unsere Lodge. Da es die letzte Nacht in Hazyview war, packten wir noch schnell unsere Koffer und schon war auch dieser Tag vorbei.

nächster Tag

 
Copyright © 2012 Melanie und Alexander - hatetepe.de