14. Tag in Südafrika: Tafelberg - Kap der Guten Hoffnung - Boulders Beach

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Reisebericht Südafrika

Dienstag, 02.10.2007 | Tafelberg - Kap der Guten Hoffnung - Boulders Beach - Kirstenbosch - Kapstadt |
Gefahrene Kilometer: ca. 200

Seilbahn TafelbergKaum zu glauben, doch dieser Tag war unser letzter Tag in Südafrika. Auf ihn haben wir uns besonders gefreut. Nicht weil es der letzte Tag war und dies bedeutet, dass es bald nach Hause ging, sondern vielmehr weil heute die Kaphalbinsel inkl. Kap der Guten Hoffnung erkundet werden sollte.

Fynbos-VegetationMit dem Wetter hatten wir ganz besonders viel Glück. Die Sonne schien, die Sicht war klar und der Wind wehte nur ein ganz klein wenig. Ideale Bedingungen, um auf den Tafelberg zu fahren. Bereits um 7:30 Uhr waren wir startklar und so ziemlich die Ersten, die mit vorne an der Kasse der Seilbahn warteten, bis diese endlich öffnete. Eine Auf- und Abfahrt mit der Seilbahn kostete pro Person 130 Rand. Wir beobachteten, wie die Seilbahn für die aller erste Fahrt des Tages getestet wurde und dann stiegen wir in die Kapsel. Rund 70 Passagiere kann sie auf einmal bis auf das oberste Plateau des 1.087 m hohen Tafelbergs transportieren. Während der Fahrt dreht sich der Kabinenboden am äußeren Rand, sodass man schon während der Auf- oder Abfahrt bereits einen Rundumblick geboten bekommt. Eine Strecke dauert ca. sieben Minuten.

Blick vom Tafelberg auf Kap-Halbinsel Blick vom Tafelberg auf Lions Head, Robben Island Wege auf dem Tafelberg

Auf dem Tafelberg hatten wir ein sensationelles Panorama über Kapstadt, Lions Head, Signal Hill, Ozean und natürlich auch auf Robben Island.

VogelDie Wege auf dem rund 6.000 h großen Naturschutzgebiet des Tafelberges waren sauber gepflastert. 1951 wurde der Tafelberg u. a. wegen seiner unberührten Natur und Fynbos-Vegetation zum Naturschutzgebiet erklärt. Nicht ohne Grund, denn auch wir waren insbesondere von der Artenvielfalt an Pflanzen sehr beeindruckt.
An vielen schön gelegenen Punkten wurden Sitzbänke angebracht, um die Atmosphäre auch im Sitzen genießen zu können; sogar ein Restaurant ist vorhanden, wenn es einem nach Kaffee etc. ist. Melanie war es höchstens nach einem Tee, denn schon nach dem Aufstehen hatte sie ein leichtes Übelkeitsgefühl - und das ausgerechnet an diesem letzten Tag in Südafrika. Die Wärme und die angenehme Luft in der Höhe taten ihr ganz gut.

Twelve Apostels (Zwölf Apostel)Camps BayFür unseren 1,5-stündigen Aufenthalt schossen wir reichlich Fotos und fuhren dann über Clifton und Camps Bay weiter entlang der Atlantikküste zu den Twelve Apostels (Zwölf Apostel) . Hier stiegen wir auch ganz kurz aus, um gute Aufnahmen von dem wundervollen Bergmassiv zu bekommen. Auf der Fahrt zum Kap, welches ein Naturreservat ist, sahen wir immer wieder Wale aus dem Wasser hervorsteigen und einmal verwechselten Frau Holma und Alexander, die sich u. a. in Sachen Fotografie während der ganzen Rundreise bestens unterhalten haben, einen Felsen mit einem Wal und drückten beide fleißig auf den Auslöser. Wale und Felsen sehen aber wirklich zum Verwechseln ähnlich aus …

Cape Point Leuchttrum Cape Point Zahnradbahn Cape Point Wegweiser

Weiter ging's Richtung Hout Bay direkt bis zum Cape Point. Irene gab uns eine Stunde Zeit, um zum Leuchtturm (Light House) zu gehen. Es führte sowohl ein Weg bis dorthin, als auch eine Zahnradbahn. Da es Melanie immer noch nicht sonderlich gut ging, blieben wir in der Nähe der Toiletten. Doch selbst vom Parkplatz aus, wo wir rausgelassen wurden, konnte man bereits das Kap der Guten Hoffnung und den Leuchtturm sehen.
Nach und nach kamen die anderen aus unserer Reisegruppe zum vereinbarten Treffpunkt zurück. Da einige gerne etwas essen und trinken wollten, haben wir uns zum Supermarkt nahe des Parkplatzes begeben. Melanie hat zwei Tabletten eingeworfen und auch Alexander war es nach einem Sandwich und einer Coke. Scheinbar hatten die vielen ansässigen Vögel ebenfalls Hunger, denn wenn man nicht aufpasste, stibitzten sie einem das Brötchen direkt aus der Hand. Was waren wir beide froh, dass die Tabletten bei Melanie innerhalb kürzester Zeit ihre Wirkung zeigten, denn sonst wäre es sicherlich unangenehm gewesen, den langen Weg vom Cape Point bis zum Kap-Felsen zu laufen. Winston ist zwar mit dem Bus nachgekommen, aber den Fußweg wollten wir uns nicht nehmen lassen. Also Melanie, jetzt bloß nicht schwächeln! 

Weg vom Cape Point zum Kap der Guten Hoffnung Kap der Guten Hoffnung Badebucht Buffels Bay

Bis dahin war es noch schön warm und sonnig. Auf dem Weg entlang der Küste zog es sich schnell zu und es wurde bisweilen ziemlich frisch und windig. Keine Ahnung warum Irene plötzlich so ein Tempo vorlag, aber wenn wir wirklich mit Schritt halten wollten, hätten wir weder nach links noch nach rechts schauen dürfen. Hey, wir kommen nicht jeden Tag ans Kap der Guten Hoffnung, außerdem möchten wir die phantastische Kulisse auf uns wirken lassen und auch hin und wieder ein Foto schießen. Außerdem sollten es nicht wahllose Fotos sein, sondern sie sollten auch etwas von der Atmosphäre vermitteln. Das geht sicherlich nicht, indem man mit einem Affenzahn davonläuft. Der Ansicht war auch Frau Holma und wir waren schon ein wenig verärgert, warum Irene so achtlos davon rennt, zumal der Weg steinig und zum Teil rutschig wurde. Die anderen waren bereits ein ganzes Stück voraus, als wir sie dann doch noch irgendwie einholten. Von dem Tempo waren nicht nur wir überrascht, sondern auch eine ältere Dame, die sich erst einmal von dem strammen Marsch auf einem Felsen ausruhen musste. Sie berichtete uns auch, dass Irene gestürzt sei, sich jedoch nicht verletzt habe. Aha, keiner hat gesagt, dass sie so auf die Tube drücken soll.
Nach ca. 45 Minuten zu Fuß erreichten wir den südwestlichsten Punkt Afrikas - das Kap der Guten Hoffnung. Fälschlicherweise wird das Kap der Guten Hoffnung auch als südlichster Punkt von Afrika betitelt, doch das ist nicht richtig. Der südlichste Punkt Afrikas ist das Kap Agulhas.

Holzpaneel mit der Aufschrift CAPE OF GOOD HOPENach einem ausgiebigen Fotoaufenthalt beim Holzpaneel mit der Aufschrift "CAPE OF GOOD HOPE - The most south-western point of the African continent" mit den Koordinaten 18° 28' 25" East und 34° 21' 26" South, fuhren wir weiter nach Boulders Beach. Zwischendurch hielten wir immer mal wieder kurz an, um schöne wildwachsende Pflanzen zu fotografieren. Zu Schade, dass das nicht schon viel früher gemacht wurde - und nicht nur bei Pflanzen, sondern auch bei landschaftlichen Motiven, Tieren, Häuser, Townships …

Protea Aloe-Pflanzen Pflanzen

Pinguine am Boulders BeachBoulders BeachAm Boulders Beach, der sich in Simon's Town befindet, kamen wir gegen 14:40 Uhr an. An dem öffentlichen Strandabschnitt vom Boulders Beach konnten wir nur eine kleine Anzahl an Pinguinen sehen. Von daher sind wir zu dem eigentlichen Nationalpark Boulders gelaufen, der sich ca. 200 m zu Fuß weiter am Strand von Foxy Beach befindet. Über Holzstege gelangten wir direkt zu der putzigen Pinguinkolonie. Eine wahrhaft schöne Kulisse mit weißem Strand und türkisem Meer in Verbindung mit den süßen Frackträgern. Geruchsempfindlich darf man hier nicht sein, denn so eine Meute Jackass-Pinguine riechen schon heftig nach Fisch.

Fackellilie im Botanischen Garten in KirstenboschDer Botanischen Garten in Kirstenbosch (einem Vorort von Kapstadt) war unsere letzte Attraktion des Tages. Er befindet sich am östlichen Rand des Tafelberges und hat eine Größe von 36 Hektar; Irene würde wieder "Hektaren" sagen.

Wasserfall in KirstenboschAuch in Kirstenbosch nahm die Gruppe sich leider nicht ausgiebig Zeit, um das sehr schön angelegte Areal mit seiner außerordentlichen Artenvielfalt an heimischen Pflanzen anzusehen. Wir ließen uns dennoch nicht hetzen und schauten ausgiebig nach den farbenfrohen Pflanzen, z. B. Protea, verschiedene Farnarten, Erika, Fackellilien, Strelizien etc. Bei mehr als 6.000 Pflanzenarten im botanischen Garten empfiehlt es sich vor allem für Pflanzenliebhaber, einen Aufenthalt von mindestens 3 Stunden einzuplanen. Und wenn man genug von Botanik hat ist es sogar möglich, von hier aus direkt auf den Tafelberg zu wandern.

Protea Ananasart Botanischer Garten in Kirstenbosch

Nach 17 Uhr brachen wir wieder zum Hotel auf. Wir machten uns frisch für unser gemeinsames Abendessen im Restaurant "Ritz" in Kapstadts Stadtteil Sea Point. Punkt 18:45 Uhr fuhren wir wieder mit unserem Bus ab und alle haben sich mächtig in Schale geworfen - sofern das noch möglich war, wenn man seit zwei Wochen aus dem Koffer leben musste. Das Drehrestaurant Ritz entpuppte sich leider als eine kleine Enttäuschung. Es kam einfach nicht an unsere hohen Erwartungen heran, die wir an solch ein bekanntes Etablissement stellten. Die Speisen waren viel zu zögerlich serviert worden und viele aus der Reisegruppe hatten das Gefühl, dass das Dinner unnötig in die Läge gezogen wurde. Die Kürbiscremesuppe war sehr lasch bis gar nicht gewürzt - nur gut für Melanie mit ihren Magenproblemen, die sie an diesem Tag hatte (es blieb bei ihr auch nur bei der Kürbiscremesuppe). Der Hauptgang bestand aus Springbock/Strauß mit Kartoffelgratin und Gemüse, das im Grunde genommen schmackhaft war, einen Tick weniger Sahne im Gratin und es wäre perfekt gewesen. Vollkommen in die Hose ging die Sache mit dem Dessert. Angeblich sei dem Koch die Schüssel mit der Mousse au Chocolat aus der Hand gefallen und nun sei keine Mousse mehr vorhanden. Wir durften uns ein anderes Dessert auswählen, was wir jedoch dankend ablehnten, da wir bereits nach 22 Uhr hatten. Schließlich mussten wir noch Koffer für unseren sehr frühen Rückflug am nächsten Morgen packen und einiges für die Mehrwertsteuer-Rückerstattung (VAT) am Flughafen vorbereiten. Also waren unsere zuletzt bestellten Getränke das "Dessert".
Wenigstens war die Pianistin ein klares Plus für das Ritz. Denn sie spielte Lieder, die ihr spontan zugerufen wurden. So kam es, dass wir gerade an ihr vorbeikamen (es war ja ein Drehrestaurant) und Alexander sagte so in die Tischrunde: "Es wäre jetzt schön, wenn sie "Memories" aus dem Musical Cats spielen würde!". Kaum ausgesprochen, stimmte sie das Lied an. Wunderbar!!! Frau Holma wünschte sich eine Runde später ein Lied aus dem Film Casablanca und bevor wir gingen, spielte sie extra für Alexander "Somewhere over the Rainbow".

Mit dem Packen unserer Koffer waren wir verhältnismäßig schnell fertig. Das machte dann wohl die Übung der vergangenen zwei Wochen. Um kurz nach 23 Uhr lagen wir endlich im Bett, um vier Stunden später wieder aufzustehen.

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