Reisebericht Südafrika
Montag, 01.10.2007 | Kapstadt - Stellenbosch - Kapstadt | Gefahrene Kilometer: ca. 200
Von Kapstadt aus ging es erst einmal auf die N1 und später auf die R304 in Richtung Stellenbosch. Das kleine Städtchen mit seinen vielen schönen weißen kapholländischen Bauwerken ist durchaus einen Besuch wert. Stellenbosch wurde 1687 gegründet, ist die drittälteste Stadt Südafrikas und seit Anbeginn wird hier Weinanbau betrieben. Mit dem Bus wurden wir direkt vor dem "Oom Samie se Winkel" in der Dorpstraat herausgelassen. Das ist ein netter Trödlerladen mit vielen antiken Souvenirs, reichhaltiger Auswahl an Weinen und Postkarten sowie Gewürzen.
Neben dem "Burgerhuis" besuchten wir noch das Dorp-Museum, dem "Stellenbosch Village Museum", in dem die vier hübschesten voll möblierten Häuser aus Zeiten der East-India-Company besichtigt werden können. Ohne Irene hatten wir anschließend Gelegenheit zu einem Stadtbummel durch Stellenbosch. Irene hatte uns zuvor durch die Gassen gehetzt, als hätte sie noch einen wichtigen Termin einzuhalten. Von daher war es ganz gut, dass wir alleine um die Häuser ziehen konnten.
Im Anschluss ging es ins naheliegende Umland, vorbei an verschiedenen Weingütern über Paarl direkt zum Weingut "Seidelberg". Nach einem Rundgang und einer Einführung in den Weinanbau inkl. Erörterung über Abfüllen und Lagerung der verschiedenen Rebsorten wurden uns diverse Weine zum Kosten angeboten. Darunter einige Weiß-, Rosé- und Rotweine. Alle waren eher trocken, sodass wir uns zu keinem Kauf entschieden haben. Um 12:45 Uhr war die Weinprobe zu Ende und wir fuhren zurück nach Kapstadt.
Bis dahin war das Wetter recht schön. Die Sonne schien und 26 Grad bescherten uns angenehme Temperaturen. Jedoch war der heutige Tag ziemlich windig, sodass wir schon wieder nicht auf den Tafelberg konnten, da die Seilbahn nicht fuhr. Der Bus brachte uns nur bis zur Parkplattform, von wo aus man auch einen guten Blick auf Kapstadt hatte. Vier Personen aus unserer Gruppe konnten es jedoch nicht abwarten und bestiegen den Tafelberg zu Fuß. Der Rest fuhr zurück ins Hotel und lief dann in die City zum "Green Market" - so auch wir beide. Zuvor kehrten wir noch zu einem Lunch ins "Company's Gardens" ein, das sich in einem Park nahe dem Green Market befand. Um etwas dort zu trinken ist es OK, aber das Essen ist nicht unbedingt empfehlenswert.
Am "Green Market" geht es etwas geschäftiger zu als bei den vielen Verkaufsständen, die wir auf unserer bisherigen Südafrika-Rundreise erlebt haben. Die Verkäufer waren zwar nett und grabschten einen auch nicht an, aber dennoch hörte man an jedem Stand immer wieder "Please look", "Best Quality" oder "Touch for free". Die Verkaufsstände stehen alle dicht beisammen und ähneln sich mit ihrem Angebot. Giraffen aus Holz in verschiedenen Größen, Tierfiguren ebenfalls aus Holz oder Stein, Masken, Tücher, Schalen, Schmuck usw. Melanies Wunsch war, gezielt nach den Big Five Ausschau zu halten, jedoch sollten sie ganz bestimmte Kriterien erfüllen: gleiches Holz, gleiche Größe, vernünftige Verarbeitung (man sollte schon erkennen, dass es sich z. B. um einen Löwen handelt) etc. Das war ein schwieriges Unterfangen, denn irgendwie war immer etwas nicht optimal. Um 17 Uhr räumten die Händler ohnehin ihre Ware zusammen. Zum Glück hatten wir schon zuvor bei Souvenirständen zugeschlagen.Zu Fuß machten wir uns nun auf den Weg durch Kapstadts Häuserschluchten. Wir wollten zur Victoria & Alfred Waterfront und das sah auf dem Stadtplan gar nicht mal so weit aus, doch für die Strecke haben wir knapp 40 Minuten benötigt. Zum Teil lag es auch an dem Wind, denn es pfiff so durch die Straßen, dass wir unsere Mühe hatten, das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
Zwischendurch wurden wir von der Stadt-Security begleitet, weil es zu gefährlich sei, mit unseren Kameras (trotz Tasche - oder erst recht wegen ihr?) durch die Straßen zu laufen. Wir hatten jetzt nicht das Gefühl gehabt, uns in einer gefährlichen Situation zu befinden, aber wenn sich der Security-Mann schon anbietet, uns bis zum Ende seines Revierabschnitts Gesellschaft zu leisten, bitte. Damit man nicht argwöhnisch einem Übeltäter hinterherläuft (denn die geben sich auch hin und wieder als Security aus), sollte man sich seinen Dienstausweis zeigen lassen. Kommt einem die Sache immer noch nicht ganz koscher vor, dann kann man auch dankend ablehnen und seinen Weg alleine gehen.
Bei der Gelegenheit kamen wir auch an einer unfertigen Brücke in der Nähe des Hafens vorbei. Eigentlich sollte diese Brücke den Kapstädter Verkehr entlasten; die Autobahn sollte nach oben verlagert werden, aber weil die Planer die Rechnung ohne den Grundstückseigentümer gemacht haben (dieser wollte nämlich nicht verkaufen), wurde der Brückenbau wieder gestoppt. Seitdem verfügt selbst Kapstadt über eine halbe "SODA-Brücke" - sie steht eben einfach nur SO DA.
Bei der Victoria & Alfred Waterfront angekommen, sahen wir zwei Seelöwen, die sich im Wasser tummelten, was total putzig aussah. Wir verbrachte dann noch einen schönen Abend in einem der vielen gastronomischen Einrichtungen und genossen den wundervollen Ausblick auf den beleuchteten Hafen und den Tafelberg. 



