12. Tag in Südafrika: Von Barrydale über Swellendam nach Kapstadt

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Reisebericht Südafrika

Sonntag, 30.09.2007 | Oudtshoorn - Barrydale - Swellendam - Kapstadt | Gefahrene Kilometer: ca. 500

Halten verbotenWir geben es zu, auch wir konnten nicht der Versuchung widerstehen, vor dem Frühstück im Souvenirshop zuzuschlagen. Drei sehr schön mit afrikanischen Motiven geschliffene Straußeneier, die als Lampe fungieren, nennen wir nun unser Eigen - OK, eine Straußeneilampe mit Big Five Motiv ziert nun unser Sideboard im Esszimmer und die anderen beiden Lampen waren Mitbringsel für unsere Familie.

Für's Frühstück hatten wir noch knapp eine halbe Stunde Zeit und wir waren ausnahmsweise einmal die Letzten, die um 8 Uhr in den Bus eingestiegen sind.

Heute stand uns eine sehr lange Fahrt durch die Halbwüste der Kleinen Karoo über Calitzdorp und Barrydale nach Swellendam bis hin ins 500 km entfernte Kapstadt (Cape Town) bevor.

Chinese Lantern TreeVom Wetter her war es ähnlich wie am Vortag - wolkig, aber trocken und einen Tick wärmer. Hin und wieder legten wir kurze Stopps ein, um z. B. einen "Chinese Lantern Tree" zu fotografieren oder am "Nuwe Huisrivierpass", um das schöne Panorama zu genießen.

BarrydaleIn Barrydale, einem kleinen Ort direkt an der Route 62, machten wir unsere erste etwas längere Rast. Entlang der Straße waren viele Restaurants mit verschiedenen Spezialitäten angesiedelt. Gezielt steuerten wir das Restaurant an, welches einen mega Kürbis vor der Türe zur Dekoration platziert hatte, dem "Country Pumpkin Restaurant".

Jetzt endlich kommt auch die Sonne raus, so sieht doch gleich alles viel freundlicher aus. Vorbei an schöner, bergiger Landschaft auf der einen Seite, Obst- und Weinbau auf der anderen Seite, Eriken, Proteen, African Coral Trees usw. ist wirklich alles sehr schön anzusehen.

Tradouw Pass Nochmals legten wir einen Japanerstopp beim Tradouw Pass ein. Hier hatten wir einen exzellenten Fernblick und sind abermals erstaunt darüber, dass direkt am Straßenrand Callas wild wachsen.

Landschaft Garden RouteBis nach Swellendam durchfuhren wir immer wieder kleinere Örtchen. Und sobald man aus dem Fenster sah hatte man das Gefühl, in den bayerischen Bergen unterwegs zu sein. Grün, grün und nochmals grün und ab und zu sogar eine kleine Rinderherde.

Eingeschmiegt in das imposante Bergmassiv des "Langeberg" erreichten wir um 11:40 Uhr das idyllische Dorf Swellendam. Gegründet wurde Swellendam im Jahre 1745 und zählt mit zu den ältesten Städten Südafrikas. Wir wollten einmal was typisch Südafrikanisches essen und da empfahl uns Irene den Besuch im Restaurant "La Belle Alliance". Hört sich nicht gerade südafrikanisch an, aber das Essen dort war genial. Wir beide bestellten uns Bobotie mit Yellow Rice & Fruit, ein typisch afrikanisches Gericht aus Rinderhackfleisch, Reis, Bananen und Birne; geht in die süße Geschmacksrichtung. Süß ist nicht unbedingt Melanies Ding, aber probiert haben wir beide es und wenn wir näher darüber nachdenken, so könnten wir ruhig einmal bei uns zu Hause Bobotie kochen ...

Bobotie - südarfikanische Spezialität Moederkerk Swellendam Lengeberg

Königsprotea - Nationalpflanze von Südafrika Protea Pflanzenvielfalt

Nach dem Essen liefen wir noch ein wenig die Hauptstraße von Swellendam, die Voortrek Street, mit seinen sehr schönen Villen und noch schöner angelegten Vorgärten entlang. Allein wegen der vielen farbenfrohen Pflanzenarten lohnt es sich, die Augen offen zu halten.
Direkt gegenüber der niederländisch-reformierten Kirche "Moederkerk" wartete unser Bus.

Lowery's Pass Lowery's Pass - Papageienberg2,5 Stunden später hielten wir kurz an beim Hottentots-Holland National Reserve nahe des Sir Lowery's Pass. Hier hatten wir einen super Ausblick auf "False Bay" und den Indischen Ozean; laut Irene: "Das lieb ich gerne!" - genau, wir auch! Rechts hinter dem Hügel (Papageienberg) liegt Somerset West, wo sich gerne viele deutsche Auswanderer niederlassen, und ganz weit im Hintergrund ist Kapstadt und der Tafelberg (Table Mountain) zu sehen.

Auf der ganzen Fahrt probierte Irene immer mal wieder bei der Tafelberg-Station telefonisch in Erfahrung zu bringen, ob heute die Seilbahn fährt. Obwohl die Sonne schien, war es auf dem Berg zu windig und die berühmt berüchtigte Tischdecke oberhalb des Tafelbergs war zu sehen.

Townships KhayelitshaKapstadt war jetzt nicht mehr weit entfernt, das merkte man vor allem an dem zunehmenden Straßenverkehr und an den (leider) berühmten Townships. Khayelitsha, so heißt das drittgrößte Township von ganz Südafrika, liegt direkt vor uns. Eine schier nicht enden wollende Anreihung an Hütten - meistens aus Blech, Tüten, Pappe, Holz und ganz selten aus Stein - tat sich vor uns auf. Allesamt in einem erbärmlichen Zustand. Man schätzt die Einwohnerzahl in Khayelitsha auf rund 1 Mio. (überwiegend schwarze Bevölkerung).

Feuer im Townships KhayelitshaSchwarz war auch die dicke Rauchwolke, die quer über die Autobahn vom Township in Richtung Airport zog. Lichterloh stand mitten in dem Township eine Hütte in Flammen und viele Menschen drumherum. Die Leute haben ohnehin nichts und dann wird das bisschen, was sie haben, auch noch durch Feuer vernichtet. Khayelitsha heißt übersetzt "Neue Heimat", aber in dieser Art Heimat möchte mit Sicherheit keiner gerne leben.

End Anc RacismKurz nach 16 Uhr hatten wir auf der rechten Seite Blick auf den Atlantik mit Kapstadts Hafen. Zur Linken erhebt sich majestätisch der Tafelberg mit seiner "Tischdecke". Die kurze Stadtrundfahrt durch Kapstadt selber war nur zur besseren Orientierung geeignet, weniger um Fotos zu machen und schon gar nicht aus dem Bus heraus. Als wir zu Fuß durch das Bo-Kaap bzw. Cape Malay Viertel gelaufen sind, war das um einiges besser. Hier konnte man richtig schöne Fotos von den vielen bunten Häusern und der Moschee machen.

Fassade Bo-Kaap bzw. Cape Malay Viertel Bunte Fassade Bo-Kaap Blick auf Tafelberg mit Tischdecke

Rathaus KapstadtBeim Rathaus konnten wir nochmals kurz aussteigen, aber auch nur, weil Irene sich bei unserem Busfahrer Winston durchgesetzt hat. Denn wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er uns schon längst beim Hotel abgesetzt, um endlich Feierabend zu machen.

Nachdem wir einige Fotos vom Rathaus im Kasten hatten, ging es auch direkt zum Hotel Garden Court Southern Sun De Waal, das unterhalb des Tafelbergs lag. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung.

Tafelberg vom Signal HillBlick vom Signal Hill auf Stadtteil Sea PointDa das Wetter richtig schön war - klare Sicht, sonnig und gefühlte 21 Grad - (aber ein Besuch auf dem Tafelberg nicht möglich war) legten wir nur schnell die Koffer in unserem Hotelzimmer ab und schnappten unsere Kameras und ein Taxi, welches uns zum Aussichtspunkt "Signal Hill" fuhr. Von dort aus hatten wir einen erstklassigen Panoramablick auf Tafelberg, Lions Head, Atlantik und auf Robben Island, wo Nelson Mandela bis zu seiner Entlassung aus dem Gefängnis eingesessen hat, und natürlich auf die Skyline von Kapstadt. Fotoshooting war nun erst einmal angesagt.

Kurz vor 18 Uhr ging es wieder zurück ins Hotel, jedoch blieben wir gleich im Großraumtaxi (wurde auch zu bestimmten Uhrzeiten als Hotel-Shuttel benutzt) sitzen, um zur Victoria & Alfred Waterfront zu fahren. Eine sehr schön gelegene Shopping-Mall mit vielen Geschäften, Unterhaltungsmöglichkeiten und Restaurants direkt am Hafen. Die Waterfront zählt mit zu den Touristenattraktionen Kapstadts und sollte natürlich auch uns nicht verwehrt bleiben. Einige Geschäfte haben sogar länger als 22 Uhr geöffnet und da Polizei und Security permanent präsent sind, ist dieses Viertel auch abends verhältnismäßig sicher. Übrigens, bei der Victoria & Alfred Waterfront starten Helikopter-Rundflüge über Kapstadt und Tafelberg sowie Fähren nach Robben Island, der Gefängnisinsel.

Victoria & Alfred Waterfront mit TafelbergClock TowerEin beliebtes Fotomotiv auf Postkarten ist der Clock Tower und das leuchtende hellblaue Old Port Captains Building mit Tafelberg im Hintergrund. Apropos Postkarten, dies ist ein gutes Stichwort. Ein Postamt befindet sich ebenfalls in dem Hafen-Komplex und hier haben wir auch alle unsere Postkarten, die nach innerhalb von nur einer Woche in Deutschland ankamen, eingeworfen.

Bevor es mit dem Shuttel-Bus wieder zurück ins Hotel ging, aßen wir noch in einem Restaurant innerhalb der Victoria & Alfred Waterfront zu Abend, wo wir auch zufällig Eleonore und Tilman getroffen haben.

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