Reisebericht Südafrika
Freitag, 28.09.2007 | Knysna
Für uns persönlich war der heutige Tag voll und ganz Knysna gewidmet. Da alles fakultativ war entschieden sich einige aus unserer Reisegruppe stattdessen einen Tagesausflug mit dem Outeniqua Choo-Tjoe Train von Knysna bis nach George zu unternehmen. Der Outeniqua Choo-Tjoe Train ist eine nostalgische Dampflok aus dem Jahre 1928 und sehr beliebt, um auf historische Weise die Garden Route mit ihren wunderschönen landschaftlichen Gebieten zu entdecken. Wie kommt man eigentlich auf so einen Namen? Die Erklärung liegt auf der Hand, denn die Outeniqua-Berge sind in unmittelbarer Nähe und die Geräusche, die so eine Dampflok macht hört sich nach "Choo-Tjoe" an. Ist doch logisch! :-)
Informationsbroschüren über die Route, wie viel was kostet, wann Abfahrtzeiten sind etc. lagen überall im Hotel aus.
Bei einem mehrtägigen Aufenthalt wären wir einer Fahrt gegenüber mit dem Outeniqua Choo-Tjoe Train nicht abgeneigt gewesen. Doch wie gesagt, für uns war die "Perle der Garden Route", wie liebevoll Knysna auch genannt wird, reizvoller. Nicht zuletzt, weil wir endlich einmal etwas länger schlafen konnten, als die Tage zuvor - wenn man uns denn auch gelassen hätte. Um 6:15 Uhr bummerte ein Bediensteter so lange hartnäckig gegen die Türe, bis man sich gemeldet hat und er es endlich schaffte, einen aus den süßesten Träumen zu reißen. Oh man, es ging doch erst um 9:45 Uhr los, warum geht der schon so früh rum und macht einen auf "wake up call"? Mit dem Bus fuhren wir ins 1 km entfernte Stadtzentrum von Knysna. Direkt an der Hauptstraße (Main Road) wurden wir rausgelassen und hatten gut 2,5 Stunden zur freien Verfügung. Das Wetter war herrlich und so zeigte sich auch die 1817 gegründete Hafenstadt Knysna mit seinen rund 25.000 Einwohner von ihrer besten Seite. Wir machten einen ausgiebigen Stadtbummel entlang der Straße und durch die vielen Geschäfte, schauten uns die anglikanische Kirche St. George an und ruck zuck waren zweieinhalb Stunden rum. Wir setzten uns wieder beim verabredeten Treffpunkt in den Bus und dieser fuhr uns zur Knysna Waterfront.
Nur gut, dass wir bei unserem ersten Stopp nicht schon zur Waterfront gelaufen sind, denn sonst hätten wir hier weitere 1,5 Stunden irgendwie die Zeit totschlagen müssen. Die Knysna Waterfront ist bei Touristen und Einheimischen wegen seinen zahlreichen Restaurant und Shoppingmöglichkeiten gleichermaßen beliebt.
Mittlerweile hatten wir kurz nach 12 Uhr und wir wurden von dem unwiderstehlichen Geruch von kulinarischen Leckerbissen angelockt. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen im Freien bei einem Mexikaner mit hervorragendem Blick auf die große Knysna Lagune.
Zu Fuß ging es dann bis zum 300 m entfernten Anlegesteg, von wo aus wir mit einem Boot auf der Knysna Lagune bis hin zum Featherbed Nature Reserve übersetzten. Die Überfahrt dauerte ca. 40 Minuten und war auf dem Oberdeck sehr windig mit Tendenz zu frisch.
Das 150 h große privat geführte Featherbed Nature Reserve gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und befindet sich auf dem Western Head. Bei der Anlegestelle angekommen, packten wir uns einen Wanderstab und stiegen in ein Unimog, an dem drei weitere Wagen angehängt waren. So hatten alle Passagiere ausreichend Platz für den steilen Weg bis zum "Gipfel". Schon auf dem Weg rauf auf den Berg hatten wir einen ganz tollen Blick über die 18 km² große Knysna Lagune. Nicht zu verachten waren auch die schönen Pflanzen am Wegesrand.
An der höchsten Stelle des Reservarts hatte man ab hier nun die Wahl, ob man wieder mit dem Unimog zum Ausgangspunkt zurückfahren oder den 2,2 km langen Weg durch dichten Wald hinablaufen möchte. Der Weg wiederum führt an der Küste entlang und endet beim Restaurant. Ohne Grund hatten wir ja nun nicht einen Wanderstab mitgenommen, also entschieden wir uns zu laufen. Es gab mehrere Aussichtspunkte, um auf den eindrucksvollen Laguneneingang, der die Knysna Heads bildet, zu blicken. Sogar die Lichtverhältnisse waren hervorragend, denn so sahen die steilen Felsen noch imponierender aus. Umgeben von Millkwoodbäumen stiegen wir hinab bis zur Küste. Wer sich nicht schon vorher die Haxen gebrochen hatte oder sonst irgendwie wegen Knieproblemen aus der Puste kam, wurde mit einer Reihe von Seevögeln belohnt. Insgesamt dauerte die Tour rund zwei Stunden und war eine willkommene Abwechslung zu dem vielen Busfahren.
Gegen 17 Uhr legten wir wieder von Featherbed ab und fuhren zurück nach Knysna, begleitet von einem stimmungsvollen Sonnenuntergang. An der Anlegestelle wartete bereits unser Bus, der uns zurück zu unserem Hotel Knysna Hollow brachte.
Das Abendessen, ausnahmsweise mal à la card, nahmen wir zusammen mit Eleonore und Tilman ein. Wir haben uns an dem Abend mit den beiden so gut unterhalten, dass wir die letzten im Restaurant waren, die gegangen sind.
Kurz zum Menü:
Als Vorspeise gab es für uns eine Kürbis-Suppe und als Hauptgang für Alexander Chicken mit Shrimps in Currysoße und für Melanie ihren heiß geliebten Salat. Wie immer war alles eine kulinarische Gaumenfreude.




