2. Tag der Rundreise - 3. Etappenziel: Uxmal
Montag, 23.02.2004
Die 23 km von Kabah nach Uxmal ("Uschmal" gesprochen) waren innerhalb kurzer Zeit zurückgelegt. Wir bezogen unsere Zimmer im Hotel "Mayaland Uxmal" und trafen uns gegen 18:15 Uhr wieder, um gemeinsam die Licht- und Tonshow in der Mayastätte anzusehen. Wir waren so ziemlich die Ersten beim Einlass und jeder bekam einen Kopfhörer, den man auf die jeweilige Landessprache einstellen konnte, um auch das Gesprochene zu verstehen. Hier gleich ein guter Tipp: Die besten Plätze sind in der ersten Reihe ganz rechts. Eigentlich haben wir so einen Tipp von unserem Superscout erwartet, aber der machte erst den Mund auf, als wir bereits in der ersten Reihe links saßen und die rechte Seite komplett besetzt war. So mussten wir auf die zweite Reihe rechts ausweichen. Dennoch hatten wir einen guten Blick auf die beleuchteten Gebäude.
In der 40-minütigen Show wird eine Geschichte erzählt, wie die Mayas den Regengott Chac um Regen anflehen, wie ein junges Mädchen verheiratet werden soll und noch eine Sache, die uns irgendwie entfallen ist. Die meiste Zeit waren wir ohnehin damit beschäftigt, den Sensor zum Sender auszurichten, da man sonst überhaupt nichts hören konnte. Wer nicht alles gehört oder verstanden hat, hat nicht wirklich etwas verpasst. Um die Show optisch aufzuwerten, wurden die verschiedenen Bauwerke mit bunten Scheinwerfern bestrahlt und das war viel interessanter.
Nach der Show haben wir im Hotel zu Abend gegessen und das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen.
Der nächste Tag war dazu gedacht, um Uxmal näher unter die Lupe zu nehmen.
3. Tag der Rundreise: Uxmal
Dienstag, 24.02.2004
Nach einem - sagen wir mal - "leichten" Frühstück machten wir uns vom Hotel aus auf den Weg, die 200 m rüber zur archäologischen Stätte zu laufen. Uxmal besteht aus 15 Gebäudegruppen, die 2 km verstreut von Nord nach Süd liegen. Sinngemäß bedeutet Uxmal "Gute Ernte" ("Ux" = pflücken; "mal" = gut). Auch diese Stätte hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Uxmal soll erstmalig im 6. Jahrhundert gegründet worden sein und hat keine toltekischen Stilelemente, sondern entspricht vielmehr dem Puuc-Baustil.
Unweit vom Eingang erblickt man sofort die 35 m hohe Pyramide des Wahrsagers. Mit ihrem ovalen Grundriss und 60° Steigungswinkel ist sie recht untypisch.
Der Legende nach soll ein Zwerg mit Hilfe seiner Mutter, einer Hexe, innerhalb einer Nacht die Pyramide erschaffen haben. Doch de facto enthält sie fünf übereinander liegende Baukörper, die immer wieder überbaut wurden und sich eindeutig unterscheiden lassen können. Seit einigen Jahren ist es aus Sicherheitsgründen nicht mehr gestattet, auf die Pyramide zu klettern.
Westlich gelegen kommt man direkt auf das Viereck der Nonnen zu.
Pater Diego Lopez de Cagullodo fühlte sich irgendwie in Uxmal an zu Hause erinnert und sah eine gewisse Ähnlichkeit mit spanischen Nonnenklöstern (vielleicht ähnelten die kleinen Räumchen Klosterzellen), aus dem Grund vergab er diesen Namen.
Vier langgestreckte und reich verzierte Gebäude umschließen einen rund 65 x 45 m großen trapezförmigen Innenhof. Am Westflügel sieht man mit einem umlaufenden Fries die gefiederte Schlange. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Chac Masken dargestellt. Auf der Tribüne wird übrigens, wie oben bereits erwähnt, abends die Licht- und Tonshow aufgeführt.
Das Vogelviereck stammt vermutlich aus den Jahren 800 bis 1200 nach Christus. Da dort keine religiösen Elemente gefunden wurden, geht man davon aus, dass es eher von einem Herrscher zu Verwaltungs- oder Wohnzwecken genutzt wurde.
An der Fassade werden Papageie, Grünflügelaras, Kolibris, Truthähne und Adler dargestellt. Durch den "falschen" Torbogen (Kraggewölbe) hindurch, führte der Weg direkt zum Ballspielplatz.
Der erste Eindruck täuscht nicht nur, sondern er ist hier in Uxmal tatsächlich wesentlich kleiner, als der Ballspielplatz in der Mayastätte von Chichen Itza, die wir erst einen Tag zuvor besichtig hatten.
Der Juego de Pelota-Platz ist lediglich 31 m lang und 10 m breit. Die hier angebrachten Steinringe tragen das Datum 649 nach Christus. Eine Sache ist uns aber noch unklar: Was zum Geier soll dieser Handabdruck im Torbogen bedeuten, der sich, von dem oberen Foto aus gesehen, auf der rechten Seite, dritte Reihe von oben befindet? Eines steht jedenfalls fest, WIR waren das ausnahmsweise nicht! :o)
Geht man am Ballspielplatz vorbei, stößt man direkt auf die große Pyramide (erbaut ca. im 8. Jahrhundert v. Chr.). Es sieht zwar nicht so aus, aber sie ist in der Tat fast so groß wie die Pyramide des Wahrsagers, nämlich 30 m. Das liegt daran, weil nur ein Teil freigelegt bzw. restauriert wurde.Mittlerweile waren wir im Hochklettern von Pyramiden geübt, sodass diese Pyramide hier in Uxmal für uns eher eine "Kleinigkeit" von der Höhe her darstellte. Im Nu waren auch die 65 Stufen geschafft. Der Ausblick ist natürlich wieder hervorragend gewesen und die Größe des Areals wird deutlich. Wer sich nicht traut, auf die große Pyramide zu klettern, kann trotzdem einen schönen Ausblick über den gesamten Komplex haben, indem er sich beim Schildkrötenhaus postiert oder hier auf unsere Panoramaansicht klickt.


Das Schildkrötenhaus befindet sich quasi zwischen dem Palast des Gouverneurs und der Großen Pyramide. Einen der insgesamt drei Eingänge wurde von uns auch gleich genutzt, um ein Foto zu machen. Im Hintergrund ist ein Teil des Ballspielplatzes sowie das Viereck der Nonnen zu erkennen. Im Inneren gibt das Schildkrötenhaus nicht viel her; der schöne Ausblick entschädigt dies jedoch. Seinen Namen verdankt das Gebäude den Schildkröten, die in stilisierter Form das obere Gesims schmücken.
Zu guter Letzt sei hier noch der Palast des Gouverneurs genannt, der eine Länge von rund 100 m hat. Die Gebäude bestehen aus einem Hauptbau und zwei Seitenflügeln mit Ornamenten, die um den oberen Teil verlaufen. Im Untergeschoss befinden sich an der Vorderseite elf Eingänge. Die Namen des Gebäudes sind ganz allein den Spaniern zu verdanken. Welchen Nutzen es konkret hatte, ist bis heute noch ungeklärt.
Dann war es auch schon wieder 11:15 Uhr; Zeit, um mit dem Bus von Uxmal in Richtung Celestun aufzubrechen.



