Coba hat die höchste Pyramide (Nohoch Mul) in ganz Yucatan

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1. Tag der Rundreise - 2. Etappenziel: Coba

Sonntag, 22.02.2004

AutopistaDie 47 km lange Fahrt von Tulum nach Coba war von der Landschaft her sehr eintönig und nicht wirklich überragend. Unendlich lange Straßen mit kaum vorhandenen Biegungen. Links und rechts Büsche und Bäume, ab und an ein paar Palmen und das war's. Hin und wieder kommt man durch Dörfer, in denen notdürftig zusammengeschusterte Häuser oder Hütten stehen und woran wir uns noch gewöhnen mussten, waren die "Topes". Das sind Bodenwellen vom allerfeinsten. An solchen Dingern kann man testen, was Stoßdämpfer so taugen.

Gegen 13:30 Uhr erreichten wir Coba, wo uns gleich der See aufgefallen ist, in dem angeblich sogar Krokodile sein sollen. Unser Ziel war jedoch die Pyramide des Nohoch Mul.

Fries mit Mayahieroglyphen"Coba" heißt sinngemäß "Wasser der Schreivögel", aber die Info haben wir mal wieder nicht von unserem Tourguide erhalten. Er zog es vor, sich an irgendwelchen Sprichwörtern aufzuhalten, wie "Glaube versetzt Berge und Berge versetzt Glaube" und deutet dabei auf einen Steinhaufen. Er wollte uns weiß machen, dass die Mayas Kilometer durch die Urwälder gelaufen sind mit schweren Steinen auf der Schulter, nur um diese hier abzulegen, um zu demonstrieren, wie gefestigt der Glaube sei usw. Ja sicher, den Touris kann man ja so einen Bären aufbinden. Außerdem hat er doch tatsächlich behauptet, dass die Mayas zwar das Rad kannten, aber nicht einsetzten. Das ist geradezu absurd. So eine hochentwickelte Zivilisation, die die Zahl Null kannten, Datumsberechnungen vorgenommen haben, architektonische Kunstwerke vollbrachten, sollen nicht so eine banale Sache wie ein Rad genutzt haben? Nee, also die Theorie sollte nochmal überdacht werden.

La IglesiaAm Anfang der Anlage standen wir vor einem Steinhaufen und José erzählte etwas von Gott und der Welt, aber über die Pyramide, welche direkt hinter uns stand, verlor er kein Wort.

Wie gut, dass wir unseren eigenen Reiseführer in Taschenformat dabei hatten. Es hat sich herausgestellt, dass es sich hierbei um die 24 m hohe "La Iglesia" oder auch "Kirche" handelte. Sie hat eine Grundfläche von 40 m x 50 m und ist zum Teil restauriert. Leider war ein Hinaufsteigen nicht möglich; von dort oben hätte man bestimmt eine tolle Aussicht gehabt.

BallspielplatzGanz in der Nähe der Kirche - die Sehenswürdigkeiten sind übrigens in mehrere Gruppen eingeteilt- befindet sich ein, im Vergleich zu manch anderer Mayastätte, kleiner Ballspielplatz. An den Seitenflächen kann man gut sehen, dass die Mayas einen Hang dazu hatten, ihre Genitalien verhältnismäßig groß darzustellen.

URent a BycicleFahrradtaxingefähr 2 km sollen es bis zur großen Pyramide von "Nohoch Mul" sein, die man etwas schneller zurücklegen kann, indem man sich für 75 Pesos von einem Fahrradtaxi chauffieren lässt oder sich für 25 Pesos ein Rad mietet und selber hinfährt (one-way versteht sich).

UrwaldUmgeben von Urwaldvegetation folgten wir unserem Scout. Hier war es sinnvoll, sich mit Mückenabwehrspray auszustatten. So ungefähr auf der Hälfte des Weges blieb José stehen und zeigte uns einen schmalen Pfad. Die Mayas hatten schon damals ein ausgeklügeltes Straßennetz, um die einzelnen Stätte miteinander zu verbinden. Das Besondere daran war, dass sie schnurstracks geradeaus gingen, bis zu 10 m breit und immer auf einer Höhe waren. So soll z. B. solch ein aufgeschütteter Dammweg (Sacbé) direkt nach Chichén Itzá führen. Aber die ca. hundert Kilometer legten wir dann doch lieber später mit dem Bus zurück.

Nohoch MulDas Highlight des Tages erwartete uns aber noch: die große Pyramide von Nohoch Mul. Sie soll mit ihren 42 Metern die höchste Pyramide in ganz Yucatan sein. Also nichts wie rauf, um mal auf den Geschmack zu kommen, wie sich so ein Maya gefühlt haben muss, wenn er die 120 Stufen rauf und runter marschierte.
Nohoch MulDas Hochgehen ist gar nicht mal so schlimm, aber wenn man einmal oben angekommen ist, kann es einem doch mulmig zu Mute werden, sobald der Blick nach unten schweift.

Aufstieg auf die PyramideAn der Stelle ein Tipp: Wer nicht schwindelfrei ist, sollte erst gar nicht raufkraxeln, denn der Abstieg könnte sich schwierig gestalten. In der Mitte ist zwar ein Tau gespannt, an dem man sich festhalten kann, aber wer hier einmal ins Stolpern gerät, der rollt und rollt und rollt. So ein Sturz kann sehr schmerzhaft enden und der Urlaub findet nur noch all inclusive im Krankenhaus statt.

Trotzdem hatten wir einen herrlichen Ausblick, den wir niemandem vorenthalten möchten.

Panorama-Ansicht Coba


Die Fahrt ging dann weiter nach Chichen Itza, wo wir unsere Unterkunft "Mayaland Chichén Itzá" ansteuerten. Den Tag schlossen wir mit einem leckeren Abendessen ab, bei dem es u. a. Cordon Bleu mit noch daran befindlichem Hühnchenbein gab. Sah zwar seltsam aus, hat aber dennoch geschmeckt.

Wer mehr Infos haben oder Bilder von dem Hotel sehen möchte, kann sich gerne per E-Mail oder über unser Kontaktformular an uns wenden.

 
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