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Dienstag,
24.02.2004 3. Tag der Rundreise
Gegen
17 Uhr erreichten wir unser Hotel "Fiesta Americana" in Mérida,
der Hauptstadt Yucatáns, und schon auf der Fahrt dorthin war klar, die
Stadt ist in Partylaune. Nachdem wir flott eincheckten machten wir uns mitten
ins Getümmel. Immerhin erlebt man nicht alle Tage Karneval in Mérida. Egal
ob Jung oder Alt, alles war auf den Beinen und feierte und tanzte ausgelassen
auf den Straßen zu flotten Rythmen. Es war herrlich anzuschauen, denn es erinnerte
uns irgendwie an eine Mischung aus Karneval in Köln und Loveparade, nur mit dem
Unterschied, dass keine Kamelle ausgeworfen wurden. Von
allen Hotels, die wir bisher auf dieser Rundreise aufsuchten, war das "Fiesta
Americana" mit Abstand das Beste. Die Zimmer waren sehr sauber und zweckmäßig
eingerichtet mit Klimaanlage, Safe, Sat-TV, Fön und Klingel. Ja, ihr lest
richtig, statt an der Türe zu klopfen, machte es "dingdong". :-)
Es war auch sehr angenehm, dass man sich am Buffet bedienen konnte. Bei den
anderen Hotels war es nur möglich, aus zwei verschiedenen Gerichten zu wählen.
Im "Fiesta Americana" hingegen war das Angebot an Speisen ausreichend
und sehr schmackhaft.
Wer Interesse an mehr Infos zu dem Hotel hat oder Bilder sehen möchte, einfach
per Mail melden. Den Abend haben wir dann auch bei einem schönen Dinner
mit live Klaviermusik ausklingen lassen. Mittwoch,
25.02.2004 4. und letzter Tag der Rundreise Es war ein schöner
sonniger Morgen und das Frühstücksbuffet im Hotel geradezu erstklassig. Gegen
8 Uhr setzte sich unser Reisebus in Bewegung und schlängelte sich durch die lebhaften
Straßen von Mérida. Mérida
ist die größte Metropole ganz Yucatans und hat weit über 1,5 Mio. Einwohner. Gegründet
wurde die Stadt am 06. Januar 1542 von dem spanischen Konquistador Francisco de
Montejo. Sie gilt noch immer als eine der saubersten mexikanischen Städte, in
der sich Besucher und Einheimische gleichermaßen wegen der symmetrisch angelegten
Straßen leicht zurechtfinden können. Straßennamen sind ganz einfach zu merken,
da sie lediglich nummeriert sind. Der wirtschaftliche Erfolg und somit auch
der Wohlstand brach im 19. Jahrhundert durch den Sisalboom (Sisal = Fasern aus
Agaven-Blättern zur Herstellung von Seilen und Säcken) aus. Heute richtet
sich die Einnahmequelle eher auf den Tourismus. Der
Weg zur Markthalle führte uns am Nationaldenkmal "Monumento a la Patria"
vorbei, auf dem reliefartig die Geschichte Mexikos dargestellt wurde. Einige andere
Gebäude waren im Jugendstil erbaut. Die Fahrt dauerte nicht sehr lange
und José machte uns vorab darauf aufmerksam, dass wir zusammenbleiben sollten,
da man sich in den Hallen sehr schnell verirren könne. Also husch husch aus dem
Bus raus und über die Straße direkt zum Eingang. Unser Rundreiseleiter
hatte es an dem Morgen offensichtlich sehr eilig wieder nach Hause zu kommen,
denn wir sind innerhalb von 27 Minuten mit einem Affenzahn durch die verschiedenen
Hallen vom "Mercado Lucas de Galves" (die Markthallen) gehetzt,
in denen alles Mögliche angepriesen wurde.  Angefangen
bei Obst und Gemüse über Fleisch und Fisch bis hin zu Schmuddel- heftchen
und Schuhe gab es alles, was man so gebrauchen (oder auch nicht) könnte. Übrigens,
wer schon immer eine Hängematte haben wollte, sollte hier zuschlagen, da
sie hier qualitativ hochwertiger und günstiger sind als in Cancún
oder Playa del Carmen.
Von
der Markthalle aus liefen wir dann in Richtung Kathedrale "San Idelfonso".
Zwischen-
durch sind uns immer wieder Autos über die Quere gekommen, für die würde
unsereins noch nicht einmal einen Parkplatz suchen, sondern den direkten Weg zur
Schrottpresse. José berichtete uns, dass in Mexiko nicht die Pflicht bestehe,
eine KFZ-Versicherung zu haben und wenn man kein Geld hat, den Schaden zu reparieren,
bleibt die Beule eben drin. Die
Kathedrale "San Idelfonso" ist eine der ältesten Kathedralen auf dem nordamerikanischen
Kontinent und wurde zum größten Teil mit den Steinen von dem an der selben Stelle
gewesenen Tempel erbaut. Grundsätzlich kann man sagen, dass die spanischen Eroberer
zur Erbauung ihrer Kirchen, Villen und sonstigen Prachtbauten das Baumaterial
der sich damals dort befindlichen Mayastätte "T'ho" bedienten. Insgesamt haben
die Spanier in dieser Hinsicht ganze Arbeit geleistet. Dadurch, dass sie Mayastätten
zerstörten und Mayaschriften verbrannten, bleibt uns bis heute vieles, wie
z. B. ihr medizinisches Wissen, im Verborgenen. Ihre Aufzeichnungen über
ihre Gesetze und Riten wurden einfach für immer vernichtet. Leider
hatten wir nicht ausreichend Zeit, lediglich eine halbe Stunde, um ein wenig länger
die Atmosphäre am Plaza de la Independencia (Platz der Unabhängigkeit),
beim Rathaus und
dem alten Marktplatz (Zocalo) zu genießen. Denn die parkähnliche Anlage
mit den umliegenden kolonialen Gebäuden lädt geradezu ein, sich einfach auf eine
Bank zu setzen und das geschäftige Treiben der Leute zu beobachten.
Wir fuhren, nachdem alle wieder im Bus ihren Platz eingenommen hatten, 300 km
in Richtung Playa del Carmen bzw. Cancún, um dort unseren Badeaufenthalt
zu genießen. Wieder
unendlich lange Straßen und wieder durch Dörfer, in denen Hütten stehen,
die spätestens beim nächsten Windstoß auf der gegenüberliegenden
Seite aufgesammelt werden können. Dieses Schmuckstück mit Carport
war übrigens zu verkaufen! Doch zuvor hatte sich unser Superguide
José noch ein dolles Ding geleistet. Wir waren noch gar nicht richtig
aus Mérida draußen, da fängt er an zu erzählen, wie wenig die Leute doch
so verdienen (hat er während der gesamten Rundreise mehrfach erwähnt)
und dass alle auf Trinkgelder angewiesen sind. Auch er und der Busfahrer würden
viel weniger verdienen, als z. B. ein Kofferträger in einem besseren Hotel, der
eben sein Gehalt durch das Trinkgeld aufbessern kann. Dies wiederholte er etliche
Male und nach ungefähr einer zehn-minütigen Bettelansprache meinte er: "Ich habe
hier zwei Umschläge vorbereitet, einen für mich und einen für den Busfahrer und
ich erwarte von jedem mindestens einen US Dollar pro Tag und pro Person."
Daraufhin ging er los und hielt jedem die Umschläge unter die Nase. Eigentlich
kennen wir es so, dass ein Fahrgast die Initiative für so eine Aktion ergreift
und z. B. einen Hut rumgehen lässt, oder dass man beim Aussteigen ein Trinkgeld
zusteckt. Aber das, was er da abgezogen hatte, war schlicht und ergreifend dreist,
nahezu nötigend. Er hätte ja wenigstens die Umschläge rumgehen lassen können,
aber nein, er ging von Platz zu Platz und sammelte ein. Auch auf die Frage
hin, ob es nicht besser sei, die Umschläge durchgehen zu lassen, fragte er nur:
"Warum?" und verstand überhaupt nicht, weshalb wir diese Frage stellten. Wir versuchten,
ihm klar zu machen, dass sich einige dadurch vielleicht unter Druck gesetzt fühlen,
etwas zu geben. Fast zu vergleichen, als würde jemand einem die Pistole auf die
Brust setzen. Aber das war vermutlich zu viel, denn er war daraufhin beleidigt
und während er an uns vorbeigegangen ist, klopfte er uns nur noch auf die Schulter
mit den Worten: "Sie brauchen nichts zu geben." Ein klares Zeichen dafür, dass
er den Sinn nicht verstanden hat. Wie dem auch sei. Mérida war
unser letztes Etappenziel unserer 4-tägigen Rundreise durch Yucatan. Von hier
aus ging es direkt nach Playa del Carmen, wo wir noch einen wunderschönen
Badeaufenthalt hatten. Resümee: Zusammenfassend können
wir sagen, dass die angesteuerten Mayastätten durchaus sehenswert sind, vor
allem Tulúm. Wir haben in den paar Tagen vieles gesehen und diese Eindrücke
werden uns immer positiv als auch negativ in Erinnerung bleiben. Positiv
deshalb, weil die Organisation, der Transfer und die Unterbringung reibungslos
vonstatten gingen. Negativ, weil wir uns gewünscht hätten, von
einem Rundreiseleiter begleitet zu werden, der mit Leidenschaft und fachlicher
Kompetenz versucht, die Geschichte, Kultur, Sitten und Gebräuche den Besuchern
interessant, wohldosiert und zum richtigen Zeitpunkt zu vermitteln. José
ist sicherlich ein netter Kerl, der es fachlich durchaus drauf hatte, aber seine
Erläuterungen waren schlichtweg so interessant wie eine Steuererklärung.
Aufgrund der besuchten Orte können wir diese Rundreise durchaus
weiterempfehlen. PS: Innerhalb dieser wenigen Tage haben wir sehr
nette Leute kennen gelernt, mit denen wir auch während unseres Badeaufenthalts
an der Riviera Maya eine wunderschöne Zeit hatten. Es war und ist uns wirklich
eine große Freude gewesen, eure Bekanntschaft gemacht zu haben!!!
Herzliche
Grüße an alle, die an dieser Rundreise teilgenommen haben. Vor allem
an Sabine, Andreas und Katja aus Dessau, Günter und Sabine aus
Waldkraiburg, Ingrid und Michael aus Mannheim, Maja und Hanspeter
aus der Schweiz sowie Ingrid und Hubert aus Freiburg. Vielleicht sehen
wir uns irgendwann einmal wieder ... ... Und das haben wir auch!!! Im
Dezember 2004 fand die Premiere unseres ersten "Mexikaner-Treffens"
in Dessau statt, das zweite Treffen war im Juli 2005 in Waldkraiburg bei München
und das dritte Treffen im Juli 2006 in Mannheim. Im August 2007 war die Freude
bei uns sehr groß, denn endlich durften wir "unseren Mexikanern"
unsere Heimat zeigen. Im Oktober 2008 haben wir ein paar schöne gemeinsame
Tage an der Ostsee (Mecklenburgische Seenplatte) verbracht. Das sechste Treffen
fand im Juli/August 2009 in München statt. Einige Bilder, die während
der Mexikaner-Treffen entstanden sind, könnt ihr euch in der Deutschland-Rubrik
ansehen.
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