Curacao
25. April 2011 | Ankunft auf Curacao und ganztägige Insel-Tour
Die letzte Station unserer ABC Island-Hopping-Tour war Curacao.
Von Aruba bis nach Curacao hat die reine Flugzeit gerade einmal 20 Minuten gedauert. Für Curacao, wie auch für Aruba - für Bonaire mussten wir auf dem Langstreckenflug von München via Amsterdam kein Einreiseformular ausfüllen - ist ein Einreisevisum erforderlich, welches man während des kurzen Fluges ausgehändigt bekommt. Ein Abschnitt des Einreisevisums wird unmittelbar bei der Passkontrolle einbehalten, der zweite Abschnitt wird bei Ausreise eingezogen.
Ein Taxi brachte uns vom Flughafen Aeropuerto Hato International (12 km nord-östlich von Willemstad) zu unserem Hyatt Regency Curacao Golf Resort, Spa & Marina. Das Hotel liegt im Süd-Osten der Insel Curacao auf der Santa Barbara Plantation. Den Preis haben wir vor Fahrtantritt mit dem Taxifahrer vereinbart; die Taxipreise sind auf Curacao wie auf Aruba und Bonaire ebenfalls staatlich festgelegt. Eine Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel Hyatt Regency dauert ca. 40 Minuten und kostet $ 60,-.
Bei Ankunft im Hotel Hyatt Regency wurden wir mit einem blau-farbigen Drink (es war kein Blue Curacao) und per Handschlag begrüßt. Der Check-In verlief sehr herzlich und reibungslos. Bereits beim Betreten der Lobby dachten wir: Woooooooow, was für ein geiles Hotel! Und sofort nach dem Bezug unseres Zimmers dachten wir: Woooooooow, was für ein geiles-geiles-geiles Hotel!!!
Die restlichen Stunden des 25. April standen ganz im Zeichen der Erholung und wir genossen die exquisiten Annehmlichkeiten des Hotels inklusive Pool und Strand.
Dafür starteten wir am 26. April voll durch und unternahmen mit Peter Trips ($ 46,- pro Person) eine ganztägige Inseltour auf Curacao. Wir stiegen am Morgen um 9:30 Uhr als letztes in den kleinen Bus ein, der mit rund 16 Teilnehmern (inkl. wir beide) aus der Schweiz, Deutschland, Mexiko und USA besetzt war.
Da wir uns bereits auf der Süd-Ost-Seite von Curacao in der Nähe der Spanish Water Area befanden, erörterte uns Peter auf Deutsch und Englisch, dass es hier sehr viele spezielle Kakteen gibt, die für eine Spezialität verwendet werden, der so genannten Dashi-Suppe. Die Konsistenz ist fast schleimig und nicht jedermanns Sache. Da schleimig auch nicht unbedingt unser Ding ist, unternahmen wir erst gar nicht den Versuch herauszufinden, wie eine Dashi-Suppe schmeckt. Abgeleitet von dem Wort Dashi ist auch die liebevolle Bezeichnung "Dushi", die soviel wie "Liebling" bedeutet und gerne von Einheimischen untereinander zur herzlichen Begrüßung verwendet wird.
Apropos Herz, Curacao leitet sich vom spanischen Wort "Corazon" ab, was "Herz" bedeutet. Ein spanischer Kartograf war Anfang des 15. Jahrhunderts der Ansicht, die Insel Curacao habe die Form eines Herzens, daher - so vermutet man - trägt Curacao diesen Namen.
Curacao - mehr als nur ein Likör
Als Erstes steuerten wir die Likörfabrik "Senior Curacao of Curacao Liqueur & Co. INC. Factory" an, eine der ältesten Distillerien der Niederländischen Antillen, die dazu beigetragen hat, den Blue Curacao so populär zu machen wie er heutzutage ist. In dem kleinen Verkaufsraum wurden uns diverse Arten des Likörs, z. B. mit Kaffee-Geschmack, zur Kostprobe angeboten. Der Original Curacao Likör, der aus der herbschmeckenden Curacao Laraha Frucht gewonnen wird, ist klar. Insgesamt ist er in den Farben blau, rot, orange und grün erhältlich. Weltbekannt ist jedoch nur der Blue Curacao geworden. Die Farben sind ausschließlich etwas für das Auge, geschmacklich ist der Likör in allen Farben identisch.
Etwas für das Auge waren auch die vielen, vielen bunten Häuser, die wir gesehen haben, als wir durch Willemstads Stadtgebiete Punda, Scharloo und Otrobanda gefahren sind. Punda und Otrobanda sind durch die Königin-Emma-Brücke (mit dem reizenden Spitznamen "Swinging Old Lady") über die Sint Annabaai seit 1886 miteinander verbunden. Beliebtes Postkartenmotiv sind die Fassaden direkt am Hafen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.
Fassaden so bunt wie ein Papagei
Zu den bunten Fassaden kam es, so erzählte es uns der Tourguide, weil Gouverneur Albert an einer seltenen Augenkrankheit litt. Sein Augenarzt kam zu dem Entschluss, dass dies von der weißen Farbe der Häuser auf Curacao käme und empfahl ihm, alle Häuser in sonnengelb, himmelblau, limonengrün - eben alle Farben, die ein Regenbogen zu bieten hat - streichen zu lassen. Und so kam Curacao zu seinen bunten Fassaden. Und wie es der Zufall will, war der Augenarzt Besitzer einer Farbenfabrik.
Immerhin hat es sich gelohnt, denn 1997 wurde die Innenstadt von Willemstad, der Hauptstadt Curacaos, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Wir fuhren weiter in den Westen der karibischen Insel, deren landschaftliches Bild durch unversehrte Natur, prachtvolle Plantagenhäusern und traumhaften Naturstränden geprägt ist. Vereinzelt sah man auch alte Sklavenhäuser, die von der älteren Generation zum Teil bewohnt werden. Die jüngere Generation hat sich hingegen direkt hinter solch einem alten Haus ein eigenes, moderneres Haus gebaut. So leben Jung und Alt auf einem Grundstück zusammen.
Was es bei uns an Verkehrshinweisen bisweilen zu viel gibt und mitunter auch als Schilderwald betitelt wird, gibt es auf Curacao zum Teil zu wenig. So kann eine Fahrt zum "Boca Tabla" oder zum "Knip Beach" abenteuerlich werden, wenn plötzlich keine Wegweiser mehr vorhanden sind. Nur darüber mussten wir uns keine Gedanken machen, denn unser fliegender Holländer von Peter Trips kannte sich bestens auf der Insel aus.
Boca Tabla - eine Bucht, die eine Höhle ist
Unser zweiter Halt galt der Bucht von Boca Tabla im Shete Boca National Park, welcher im Nord-Westen von Curacao gelegen ist. "Boca" heißt "Bucht" und nicht "Höhle", obwohl das eigentliche Highlight an der Nord-West-Küste die Höhle an sich ist. Bis zur Bucht ist es ein kleiner Spaziergang über ein mondähnliches Gelände, welches aus Vulkangestein besteht. Die Wege sind fein gesäumt und sehr gepflegt. Direkt an der felsigen Küste sind an verschiedenen Punkten Plattformen montiert, die zum verträumten "in die Ferne blicken" auf das Meer einladen. Ein kleiner Felsspalt führt zu einem ca. drei Meter tiefer gelegenen Aussichtspunkt innerhalb der Höhle, der einem einen Blick durch das Felsmassiv aufs offene Meer bot. Vorsicht ist geboten, da die Wände nicht sonderlich hoch und die Felsen feucht sind, da das Meerwasser in die Höhle, insbesondere bei Flut, gespült wird. Vor allem am Wochenende ist bei Boca Tabla allerhand los, da die bezaubernde Kulisse mit blühenden Kakteen, Divi-Divi-Bäumen und dem Meer von Einheimischen und Touristen gleichermaßen aufgesucht wird. Schwimmen im Meer ist auf dieser Seite der Insel nicht empfehlenswert, es sei denn, man mag es risikoreich bei "strong sea".
Nachdem sich alle wieder in den Bus begeben haben, positionierte sich ein stolzes Leguan-Männchen mitten auf den Weg. Die Gelegenheit nochmals aus dem Bus zu hüpfen, um ein Foto zu schießen, haben wir natürlich wahrgenommen. Denn auf der ganzen Tour hatten wir unserer Meinung nach viel zu selten angehalten, um schöne Fotos schießen zu können. Für uns selber war auch der (wie sich im Nachhinein herausstellte) 1,5-stündige Lunch-Stopp bei der Kuru Hulanda Lodge unnötig. Hätten wir im Vorfeld gewusst, wie lange wir uns in diesem Hotel-Restaurant aufhalten, hätten wir unser Schnorchel-Equipment geschnappt und wären ins Meer an der Playa Kalki am Westpunt gesprungen; im Nachhinein ist man immer schlauer.
Im Anschluss an das Mittagessen sind wir zum Schnorcheln zur Playa Kenepa Grandi gekommen. Ein hübscher kleiner Strand in einer Bucht mit zuckerfeinem, weißen Sand. Eine Stunde konnten wir Sonnenbaden, Schnorcheln oder einfach nur auf den vorhandenen Bänken sitzen. Da wir ausgesprochene Wasserratten sind, stürzten wir uns natürlich in die karibische See. Das Wasser war glasklar und anfangs angenehm erfrischend - einfach herrlich. Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir noch Stunden an diesem Strand verbringen können.
Als letzte Station an diesem Tage steuerten wir den Saltlake of Jan Kok an, bei dem sich gerne Flamingos tummeln.
So schnell ging ein Tag vorbei. Rückblickend betrachtet würden wir die Tagestour mit Peter Trips für diejenigen ans Herz legen, die sich gerne in einem klimatisierten Bus chauffieren lassen und nur gelegentlich aussteigen möchten. Die Tour ist auch zu empfehlen für Reisende, die sich keinen Mietwagen leihen und dennoch viel sehen möchten. Wir persönlich hätten uns gewünscht häufiger aussteigen zu können, um Fotos von Land bzw. Insel und den Leuten zu machen. Aber bei mehr Stopps hätten acht Stunden für diese Tour sicherlich nicht ausgereicht. Was die Betreuung von Peter Trips anbelangt, so können wir ausschließlich Positives berichten.
Weitere Erlebnisse auf Curacao
Was wir noch so alles auf Curacao erlebt haben beschreiben wir auf den drei folgenden Seiten.


