4. Ziel der Rundreise: Gunung Kawi
Als nächstes stand der Besuch des Tempels "Pura Gunung Kawi" auf unserem Plan, der in der Nähe von Bangli zu finden ist.
Allein der Weg zu den in einer Schlucht angelegten Königsgräbern war eine Augenweide. Das saftige Grün der Palmen und Reisterassen hat uns fasziniert. Jedoch schreckten einige aus unserer Reisegruppe zurück, als sie hörten, dass weit über 300 Treppenstufen zunächst überwunden werden müssen, um zu den Gräbern zu gelangen.
Wie sich im Nachhinein herausstellte, waren die Treppen das kleinere Übel. Viel nervenaufreibender waren die Händler, die immer wieder versuchten, ihre Ware an den Mann (Frau natürlich auch) zu bringen. Aber mit der Zeit lernte man, auch diese zu ignorieren.
Der Legend
e nach soll ein Riese die sieben Meter hohen Grabmäler in einer einzigen Nacht mit seinen Fingernägeln aus dem Berggestein ausgegratzt haben. Die Gedenkstätte entstand zirka im 11. Jahrhundert und wurde zu Ehren des Königs Anak Wangsu und seinen Frauen errichtet.
Die Balinesen haben eine enge Verbundenheit zur Natur. Sie sagen: "Was uns die Natur gibt, geben wir ihr wieder zurück". Entsprechend sehen die Wege nach einem Tempelfest aus. Allerdings packen alle Bewohner an, um den Unrat zu beseitigen.
Opfergaben
bestehen hauptsächlich aus Blumen, Reis und Früchten. Nach einer Zeremonie werden die verwertbaren Reste von den Bewohnern verspeist, den Rest bekommen die Tiere.
Noch immer sind wir darüber verblüfft, welche Lasten die Leute, vor allem die Frauen, auf ihren Köpfen tragen können. In Gunung Kawi kam uns zum Beispiel eine Frau entgegen, die einen großen Tisch auf ihrem Kopf trug, dessen Beine nach unten zeigten. Darauf befand sich ein weiterer Tisch, dessen Beine nach oben zeigten und zur Krönung konnte man wiederum hierauf noch einen mindestens fünf Kilo schweren Reissack erkennen. Unser erster Gedanke war, dass das die richtige Person für unseren nächsten Umzug ist ...
Übrigens, je höher die auf dem Kopf getragenen Opfergaben sind, desto wohlhabender ist die Familie.



