Sunset beim Ayers Rock im Uluru - Kata Tjuta National Park

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8. Tag: Sunset beim Ayers Rock

Montag, 20. September 2010 | Alice Springs - Ayers Rock (Uluru - Kata Tjuta National Park)

Nach dem Frühstück, welches nun wirklich langsam eintönig wurde - immer nur Weißbrot/Toastbrot (Wir können echt kein Toastbrot mehr sehen! = Standardspruch an jedem Morgen und Melanie leidete zunehmend am ausbleibenden morgendlichen Käsekonsum), Marmelade, Rührei und Speck - checkten wir kurz vor 8 Uhr aus und trugen bzw. schoben unsere Koffer zu unserem Bus. Dort begrüßten uns Ramona und Busdriver Peter, die uns für die nächsten zwei Tage mit ins Rote Zentrum Australiens begleiteten.

Steward HighwayNach einer intensiven Einführung in die Sicherheitsbestimmungen on board (es war übrigens nur ein Bus) fuhren wir um 8 Uhr auf dem Stuart Highway von Alice Springs zu unserem nächsten Ziel: Uluru - Kata Tjuta National Park. Der Stuart Highway (auf dem man max. 100 bis 130 km/h schnell fahren darf) führt nahezu schnurstracks durchs Outback. Mit seinen rund 3.000 km ist der Stuart Highway die wichtigste Verbindung zwischen Port Augusta (Süden) und Darwin (Norden). Keine Sorge, der "Uluru (Ayers Rock)" ist ausgeschildert.

Vorsicht Kängurus!Ramona ist ein alter Hase in Sachen Tourguide, top-fit und absolut kommunikativ. Nach ihren Erzählungen hat sie jedes Blatt in Australien bereits dreimal rumgedreht. Adelaide, Darwin, Sydney, Ayers Rock etc. - überall führt sie Touren durch. Sie hat nicht zu viel versprochen, als sie uns eingangs sagte, dass sie so viele Informationen für uns hat, dass ihr Mund abends immer ganz fusselig ist. Und es stimmt wirklich, sie erzählte und erzählte und erzählte ohne Punkt und Komma. Einen sehr wichtigen Hinweis gab sie uns für den nächsten Weiterflug. Boomerangs sind im Handgepäck nicht erlaubt, da sie als Schlagwaffe gelten (wie konnten wir das nur vergessen?). Gut, dass Ramona uns darauf aufmerksam gemacht hat.

Um 9 Uhr hielten wir für 20 Minuten bei der Steward Well Camel Farm an. Da fragt man sich, was machen Kamele in Australien? Damals hat man sie zum Transport von Gütern benötigt, heute sind sie fast eine Plage. Wenn wir Kamele sehen wollen, dann fahren wir nach Dubai oder einem anderen arabischen Land, wo Kamele typisch und einheimisch sind. Also gibt es an der Stelle keine Kamelfotos. Lieber zeigen wir euch Fotos von Wallabys, die ebenfalls auf dem Areal gehalten wurden.

Steward Well Camel Farm Wallaby Wallaby

VerkehrsschildAuf speziellen Wunsch von Alexander und Mark wurde gegen 10:35 Uhr ein Extra-Fotostopp auf dem Lasseter Highway eingelegt, um auch einmal die typischen Verkehrsschilder zu fotografieren. Dies war natürlich für unseren Busfahrer etwas schwierig zu bewerkstelligen, da es eigentlich verboten ist, mitten auf dem Highway - oder am linken Straßenrand - grundlos (Fotoshooting macht keine Ausnahme) anzuhalten. Wir hielten trotzdem - Danke Peter!

Road-Train Wir befanden uns nun auf 550 Höhenmeter und hatten Blick auf den Mount Ebenezer. Hin und wieder kam uns ein Roadtrain entgegen, doch die meiste Zeit durchfuhren wir das Outback ohne Gegenverkehr.

LamingtonUm 11:15 Uhr war Lunch-Break im "Mount Ebenezer Road House" - mitten im Nichts - angesagt. Hier kosteten wir auch das Australische Nationalgebäck "Lamington", benannt nach einem Gouverneur von Queensland. Das sind quadratische, in Schokosauce getauchte und anschließend in Kokosflocken gewälzte Kuchenstückchen - total lecker!

Mount ConnerVorbei an Desert Oaks fuhren wir weiter zum Ayers Rocken, der seit dem 1. Oktober 1985 offiziell Uluru heißt. Kurz vor Curtis Springs, dachten wir schon, da ist er ja, der Ayers Rock (Uluru). Dies war er jedoch nicht, dazu waren wir noch viel zu weit von dem Ressort entfernt. Stattdessen ragte wie aus dem Nichts inmitten roter Erde und grünen Grasflächen der Mount Conner auf, welcher dem Tafelberg in Kapstadt ähneln soll und daher auch den Beinamen "Table Mountain" trägt. Da wir den Tafelberg in 2008 live in Kapstadt gesehen haben, können wir sagen, dass sich die beiden Berge definitiv nicht ähneln. Dennoch legten wir um 12:30 Uhr einen kurzen Fotostopp mit Motiv Mount Conner ein.

Nach gut einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir um 13:50 Uhr unser Resort, welches mitten im Herzen des Roten Zentrums liegt. Das Resort mit dem passenden Namen "Ayers Rock Resort - Yulara" besteht insgesamt aus 5 Hotels der verschiedensten Kategorien. Bis zu 7.000 Personen kann das gesamte Resort pro Nacht beherbergen. Für den reibungslosen Ablauf sorgen rund 1.500 Mitarbeiter.

Take awayWir waren im "Outback Pioneer Hotel" untergebracht, welches wirklich sehr schön und vor allem zentral zum Uluru - Kata Tjuta National Park gelegen ist. Mehr Infos zum Hotel (Bewertung) findet ihr in der Übersicht aller Hotels, die wir auf der Rundreise hatten. Da die Zimmer noch nicht bezugsfertig waren, überbrückte Ramona die Zeit mit kurzweiligen Infos zu dem Nationalpark und vor allem mit praktischen Tipps. Zum Beispiel hat sie empfohlen, dass wir uns bereits jetzt Gedanken darüber machen sollten, wohin wir heute nach dem Sonnenuntergang-Event beim Ayers Rock (Uluru) etwas Essen gehen möchten, da die Massen ins Resort strömen werden und die Sitzplätze ruck-zuck weg seien. Ferner gab sie uns den Rat, wirklich nur das Nötigste mitzunehmen (Geld, Fotoapparat, Jacke), um nicht wertvolle Zeit zu verlieren, wenn man erst sein komplettes Equipment aufs Zimmer bringen muss. Für uns stand fest, dass wir etwas beim "Take away" essen werden. Es bestand auch die Option, selbst zu grillen (was hier absolut Männersache sein soll) oder in einem Restaurant für 55 Dollar zu "büffenieren".

Da das Resort immer sehr gut besucht ist, sollte man sich bereits vor der Anreise ein Zimmer in einem der Hotels reservieren. Ansonsten kann es passieren, dass man spontan keine Unterkunft bekommt.

Kata Tjuta - The OlgansNachdem wir ganz kurz unser Gepäck aufs Zimmer brachten, trafen wir uns alle um 15 Uhr, um gemeinsam zu den Olgas zu fahren. Wobei die Bezeichnung Olgas nicht ganz korrekt ist, da dies nur ein Hügel der Berggruppe des Kata Tjuta ist. Der Name Kata Tjuta stammt aus der Pitjantjatjara-Sprache (Pitjantjatjara ist ein Aborigine-Stamm in Zentral Australien) und bedeutet „Viele Köpfe“. Die 36 Kuppeln des Kata Tjuta liegen ca. 32 km Luftlinie bzw. 50 Straßenkilometer westlich vom Uluru (ehemals Ayers Rock).

Bei Kata Tjuta gibt es drei Wanderwege mit unterschiedlichem Längen- und Schwierigkeitsgrad.
Der "Kata Tjuta Dune Viewing Walk" ist 1,2 km lang (hin und zurück), dauert ca. 30 Minuten und aufgrund seiner guten Begehbarkeit ist er auch für Personen mit Gehbehinderung geeignet.
Der "Walpa Gorge Walk" ist 2,6 km lang (hin und zurück) und beansprucht ungefähr eine Stunde. Der Weg ist schon etwas anspruchsvoller, da er oftmals uneben ist, was wiederum auf die Gelenke gehen kann.
Kata Tjuta - The OlgansSchließlich gibt es noch den "Valley oft the Winds Walk", der körperliche Fitness erfordert. Der volle Rundweg dauert 3 Stunden und ist 7,4 km lang. Bis zum ersten Aussichtspunkt namens „Karu“ sind es 2,2 km (hin und zurück) und wegen losem Gestein wird der Weg bis dahin als mittelschwer eingestuft. Bis zum zweiten Aussichtpunkt „Karingana“ sind es 5,4 km (hin und zurück), wofür man 2,5 Stunden einkalkulieren muss; zum Teil muss geklettert werden.

Endpunkt vom Walpa Gorge WalkWir selber begnügten uns mit dem "Walpa Gorge Walk". Bei strahlendem Sonnenschein durchliefen wir den schluchtartigen Weg. Wie beschrieben war der Walpa Gorge Walk zum Teil etwas holprig, dennoch sehr gut ausgebaut. Links und rechts des Weges erhoben sich majestätisch die roten Felsen, die atemberaubend aussehen. Vereinzelt sind Sitzbänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen und wo man das wunderschöne Panorama auf sich wirken lassen kann. Am Ende des Weges befindet sich eine kleine Plattform, die zu einem Erinnerungsfoto einlädt.

Nach gut einer Stunde waren alle wieder im Bus. Ramona schlug uns einen ganz besonderen Aussichtpunkt vor, den wir auch nach nur fünf Minuten erreichten. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick auf die gesamt Ostseite des Kata Tjuta. Einfach traumhaft, die Lichtverhältnisse für die sehr schön anmutende Kultstätte waren perfekt.

Weg Kata Tjuta Dune Viewing Point Plattform Kata Tjuta Dune Viewing Point Blick auf Olgas vom Kata Tjuta Dune Viewing Point

Bevor wir zum sagenumwobenen Sonnenuntergang des Uluru (Ayers Rock) aufbrachen, hielten wir noch kurz beim "Kata Tjuta Dune Viewing Point". Nur so am Rande: Da der Weg zur Plattform ein feiner Gitterboden ist, wird der Weg auch unter den Tourguides scherzhaft "Kuhgatter" genannt. Von der Plattform aus hat man einen guten Blick auf die Südseite des Kata Tjuta. Folgt man der Plattform bis an den äußeren Rand ganz rechts hinten, so sieht man sogar den Uluru (Ayers Rock).

Sonnenuntergang beim UluruExakt um 18 Uhr reihten wir uns in die zwischenzeitlich beachtliche Menge von Bussen samt Touristen aus allen Herrenländern am Uluru (Ayers Rock) ein. Einige Guides, so auch Ramona, bereiteten einen Tisch mit kleinen Knabbereien, Dipps und Sekt vor, um mit uns sowohl auf den gelungenen Tag als auch auf den berühmten Sonnenuntergang beim Uluru anzustoßen, der sich Tag für Tag seit mindestens 600 Mio. Jahren wiederholt. Okay, für Touristen selber wiederholt sich das Naturphänomen erst seit rund 50 Jahren, was im Vergleich dazu schwindend gering ist. 

Wir gesellten uns also auch zu den anderen Touristen hinzu und verfolgten das Schauspiel der wechselnden Farben des Ayers Rock, vom leuchtenden Rot bis zum dunklen Grau. Ja, nun standen wir da und vor uns lag dieser rote Berg, einfach nur dieser Berg. Wie fantastisch das Naturschauspiel doch war, das wir uns live ansehen konnten. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge im Leben, wie ein Sonnenuntergang, die einem das Gefühl der vollkommenen Zufriedenheit geben können. Man muss einfach nur die Anwesenheit der anderen Touristen ignorieren, dann klappt es hervorragend.

Sonnenuntergang beim Uluru (Ayers Rock) Sonnenuntergang beim Uluru (Ayers Rock) - 20 Min später Detailaufnahme Uluru (Ayers Rock)

Nur gut, dass wir unsere Outdoor-Jacken dabei hatten. Obwohl die Sonne schien, ging ein frisches Lüftchen. In dem Moment, in dem die Sonne sogar ganz hinter dem Horizont verschwunden war, wurde es schlagartig kalt. Nach nur 55 Minuten war der ganz Spuck vorbei und der Platz, auf dem sich zuvor hunderte von Touristen tummelten, war wie leergefegt. Auch wir fuhren wieder hinaus aus dem Uluru - Kata Tjuta Nationalpark und auf direktem Wege zu unserem Resort.

Nachdem wir kurz auf unserem Zimmer waren, sind wir straight ins "Take away" gegangen, wo wir Eleonore, Thomas, Mark und einige andere aus unserer Gruppe angetroffen haben. Wie es Ramona bereits am Nachmittag prophezeit hat, strömten viele Touris hungrig hierher. Doch da wir bestens vorbereitet waren, hatten wir bereits einen guten Sitzplatz für uns gesichert. Mit vollem Magen und wunderschönen Eindrücken endete der 8. Tag unserer Rundreise im Roten Zentrum, dem Outback Australiens.

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