Fakultativer Ausflug nach Phillip Island

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6. Tag: Phillip Island

Samstag, 18. September 2010 | Phillip Island mit Stopp beim Koala Conservation Center und der Pinguin-Parade

Unser geplanter Fakultativ-Ausflug nach Phillip Island startete erst um 12 Uhr, sodass wir die Gelegenheit nutzen wollten, an diesem Tag nicht ganz so füh aufzustehen und uns aber dennoch ausreichend Zeit fürs Frühstück zu nehmen. Wie wir sahen, hatten noch mehrere aus unserer Gruppe den gleichen Gedanken des ausgiebigen Frühstückens. Und da das Wetter ziemlich durchwachsen war, zog es uns anfänglich nicht wirklich nach draußen.
Während des Frühstücks gesellte sich Eleonore zu uns und wir plauderten ein wenig, bevor wir unsere Kamera-Ausrüstung schnappten, um doch noch einige Momente in Melbourne fotografisch festzuhalten. Währenddessen lockerte es sich sogar auf, sodass wir die ein oder andere sonnige Aufnahme von Melbourne schießen konnten, u. a. in den Alexandra Gardens und am Flinders Square. 

Heritage Centre auf Churchill Island Lämmer Lavendelfeld Wagenrad

Pünktlich wie die Maurer starteten wir um 12 Uhr mit Julia und Busfahrer Murray unseren Ausflug nach Phillip Island. Wir fuhren entlang des Yarra River auf der M1 Richtung Cransbourne, eine mautpflichtige Strecke. Mautpflichtige Straßen sind erkennbar an den blauen Schildern, die entlang der Straße aufgestellt sind. Irgendwann bogen wir auf die C422 Richtung Koo Wee Rup, das wir um 13:20 Uhr erreichten, ab. In dieser Gegend wird Spargel angebaut (in Australien gibt es ausschließlich grünen Spargel). Kurz hinter Koo Wee Rup befanden wir uns auf der M410 in Richtung Phillip Island und durchfuhren das Southern Gippsland (Weinland). Das Wetter schlug schon wieder um auf Regen - leider. Dann kam mal wieder die Sonne, dann wieder Regen; das ging dann so weiter.

Heritage CentreSchafeUm 14 Uhr erreichten wir das Heritage Centre auf Churchill Island. In dem touristisch aufbereiteten Freilichtmuseum kann man historische Gebäude besichtigen und zu gewissen Uhrzeiten Vorführungen anschauen, wie z. B. ein Schmied mit nostalgischem Werkzeug ein Hufeinsen schmiedet oder wie Schafe geschoren werden. Mag sein, dass die weitläufige Anlage des Heritage Centre bei schönem Wetter zum Verweilen einlädt, zumal auch Bänke und Tische für Picknick auf dem Areal vorhanden waren. Wir jedoch können keine Euphorie für das Heritage Centre entwickeln und würden das Areal kein weiteres Mal aufsuchen. Nach kurzer Zeit gesellten wir uns ins Restaurant und gönnten uns 'nen Kaffee.

Enttäuscht waren wir auch eineinhalb Stunden später vom Koala Conservation Centre. Wir haben zwar fünf Koalas gesehen, doch die hangen so weit oben in den Bäumen hinter dicken Ästen eingerollt, dass man kaum die Gelegenheit hatte, ihre putzigen Gesichter zu sehen oder gar ein gutes Foto von einem Koala zu knipsen. Wir waren zudem nicht die einzigen, die dachten, man könne mal einen Koala streicheln, in den Arm nehmen oder bei einer Fütterung zusehen. Das Koala Conservation Centre machte auf uns eher den Eindruck, einen Koala unnahbar zu machen. Auf Nachfrage bei Julia, die immer sehr darauf bedacht war, uns mit Informationen zu versorgen, erfuhren wir, dass nur der Staat Victoria nicht erlaubt, Koalas in Parks anzufassen bzw. in den Arm zu nehmen. Die anderen Bundesstaaten, z. B. Queensland, seien da etwas großzügiger. Die einzige Möglichkeit, ein Foto von einem Koala zu machen, besteht in dem angrenzenden Informations-Saal. Mit großen, farbigen Illustrationen und einem Schaukasten mit unechten Koalas wird in englischer Sprach, die Lebensweise des Koalas erläutert. Kurz vorm Ausgang befindet sich ein Shop, in dem man sich mit Plüsch-Koalas, Postkarten und sonstigem Merchandising eindecken kann.

Koala auf Baum Dösender Koala - was sonst :-) Ein schöner Koala-Rücken kann auch entzücken

Nobbies CentreUm ganz ehrlich zu sein, hätten wir uns auch den darauf folgenden Weg zum Nobbies Centre sparen können. Das Wetter war so bescheiden, dass es keinen Spaß machte, bis hinunter zur Küste zu gehen, wo man ohnehin keine Robben sehen konnte. Es war irre windig, es regnete und kalt war es zudem auch. Robben wären nur zu sehen gewesen, wenn man durch ein Fernrohr in Richtung einer Insel schaute, die zig Kilometer entfernt lag.
Nobbies Centre - Robben InselAber auch nur bei guter Sicht hätte man die Robbenkolonie erkennen können. Fans von Möwen wären voll auf ihre Kosten gekommen; Hunderte tummelten sich zu Lande, Wasser und in der Luft. Im Grunde genommen waren wir nur hier wegen dem Nobbies Centre und um sich via Transparenten und interaktiven Terminals über Robben zu informieren. Robben auf Papier haben wir uns zu Hause bereits mehrfach angesehen. Wie gesagt, unser Ding war es nicht.

Phillip IslandAls Highlight von Phillip Island wurde uns die Pinguin-Parade präsentiert. Jeden Abend kurz nach Einbruch der Dunkelheit tauchen die kleinsten Pinguine der Welt aus dem Ozean auf und watscheln über den Strand, um zu ihren Nistplätzen zu gelangen. In der Broschüre des Phillip Island Naturpark Gremiums sind einige Verhaltensregeln aufgestellt, die zum Schutz der Tiere zwingend eingehalten werden müssen. So ist es zum Beispiel nicht gestattet, die Pinguine zu filmen, zu fotografieren oder sie anzufassen. Rauchen ist ebenfalls innerhalb des Besucherzentrums nicht gestattet.
All diese Hinweise beherzten wir und trafen um 17:50 Uhr beim Besucherzentrum ein. Im Eintrittspreis inbegriffen war ein warmes Getränk, was wirklich sehr gelegen kam. Julia organisierte für uns einen Audio-Guide (ein iPod), der in deutscher Sprache Infos über die Parade und Lebensweise der Pinguine abspielte. Da wir sozusagen VIP-Besucherplätze hatten, begaben wir uns gegen 18 Uhr runter zum Strand.
Phillip IslandAlle Sitzplätze waren leider schon belegt, sodass wir zunächst in der hintersten Reihe stehen mussten. Was andererseits wieder gut war, denn so hatten wir einen relativ guten Ausblick Richtung Meer. Die ersten fünf Sitzreihen sind ohnehin nicht zu empfehlen, da die Sicht durch das Buschwerk auf den Strand versperrt ist. Ungefähr um 18:10 Uhr trudelte langsam der erste Pinguin ein. Und als hätten sich 50 Stück auf einmal im Wasser verabredet, wurden sie auf einen Schlag mit einer Welle angespült und standen schwupps am Strand. Im Watschelgang setzte sich die kleine Gruppe Richtung Nistplätze in Gang. Da es mittlerweile dunkel war und nur diffuse Lichtverhältnisse bestanden, wäre ein Fotografieren (speziell ohne Blitz und Stativ) ausgeschlossen gewesen.
Achtung, PinguineMan hatte ja schon mit bloßem Auge Schwierigkeiten, die Pinguine zu erkennen. Übrigens standen vier bis fünf Aufpasser um uns herum und haben peinlichst genau darauf geachtet, dass sich keiner außer der Reihe verhält. So nach und nach kamen immer gruppenweise Pinguine vom Strand und suchten in der Dunkelheit ihre Behausung. Zum Teil machten sich die Jungvögel, die bereits sehnsüchtig auf ihr Futter warteten, durch Laute bemerkbar. Vom umstehenden Publikum oder dem Regen liesen sie sich nicht stören. Eigentlich hört sich alles ganz toll an, wenn man noch nie zuvor Pinguine live gesehen hat. Wir hatten jedoch bereits in Südafrika am Bolders Beach das Vergnügen, Pinguine bei Tageslicht zu beobachten und im Vergleich zu der Pinguin-Parade hier auf Phillip Island war es, sagen wir mal so, nur ganz nett.

Wenn wir im Vorfeld gewusst hätten, was uns am 6. Tag unserer Australien-Rundreise erwartet,
hätten wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diesen fakultativen Ausflug nicht gebucht, sondern die Zeit in Melbourne anderweitig verbracht.

Melbourne by nightMitterweile war es schon 21:50 Uhr als wir unser Hotel erreichten. Die Gelegenheit schien günstig, um noch ein paar Nachtaufnahmen von Melbourne zu schießen. So machte sich Alexander mit Mark, einem weiteren Mitglied unserer Reisegruppe, auf den Weg in die City. Kaum war das erste Bild im Kasten, fing es schon wieder an zu regnen. Großartig, Melbourne wird uns vermutlich als nette aber äußerst wechselhafte Wetterdiva ewig in Erinnerung bleiben.

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