17. Tag: Fraser Island - Brisbane
Mittwoch, 29. September 2010 | Fraser Island - Brisbane (334 km)
Waltraud lud unsere kleine Gruppe ein, mit ihr eine Vogel-Erkundungstour auf dem riesigen Gelände des Kingfisher Bay Resort vor dem Frühstück zu unternehmen. Die frühe Zeit schreckte jedoch einige ab und so war es mehr oder weniger eine Privattour mit Waltraud, Mark und Alexander. Treffpunkt war um 6:30 Uhr an der Rezeption und auf leisen Sohlen ging es den Panelenweg bis hinunter zum Strand mit Blick nach oben und unten gerichtet. Gehört haben wir so einiges, doch wirklich gezeigt haben sich nur die alt bekannten Kandidaten wie Raben und Möwen. Hervorzuheben ist vielleicht noch der Seeadler, der hoch auf einem Baum Ausschau nach einem Leckerbissen hielt.
Waltraud war sichtlich enttäuscht, weil sie uns zu gerne an der Vogelvielfalt, die es auf Fraser Island gibt, teilhabenlassen wollte. Jedoch an diesem Morgen machten sich irgendwie alle Piepmätze rar. Sogar die Rochen, die sonst am Strand zu sehen sind, hatten es sich anders überlegt. Dass sie da waren, konnte man gut an den Silhouetten im Sand erkennen. Auch Dingo-Spuren waren im Sand zu sehen. Schade, da wir uns zuvor intensiv eingeprägt hatten, wie wir uns verhalten müssen, wenn man einem Dingo begegnet - in voller Größe aufrichten, Arme vor der Brust verschränken und Blickkontakt zum Dingo beibehalten; nicht mit den Armen rumwedeln oder mit den Händen klatschen/schnipsen oder sonst irgendwie zum Spielen animieren, erst recht nicht wegrennen bzw. dem Dingo den Rücken zudrehen.
Einem Tier sind wir auf unserer Tour jedoch mehrfach begegnet, ganz jungen, maximal 3 cm großen Aga-Kröten (können bis zu 40 cm groß werden). Diese Viecher sind auch eine Plage auf Fraser Island, da sie die einheimischen Tiere vernichten und deren Lebensraum einnehmen. Die Aga-Kröte wurde seinerzeit als natürlicher Feind gegen den Zuckerrohr-Käfer eingesetzt. Nur die Aga-Kröte wiederum hatte keine natürlichen Feinde, sodass die Population ins utopische angewachsen und zur Plage ausgeartet ist. So eine Aga-Kröte kann bis zu 20.000 Eier legen und aufgrund ihrer Giftdrüsen hinter den Augen gefährlich sein. Es soll Leute geben, die dieser Kröte quer über den Kopf lecken, um einen haluzinierenden Kick zu bekommen, doch dieser Trip endete bisher oftmals mit einer üblen Vergiftung im Krankenhaus.
Mission Aga-Kröte possible
Es gibt nur eine Möglichkeit, um dieser Aga-Kröten-Plage Herr zu werden und einheimische Tiere zu schützen, so Waltraud - man muss sie vernichten. In dem Moment trampelte sie auch schon mit voller Inbrunst auf die Mini-Aga-Kröte. Für gewöhnlich packt man die Viecher und steckt sie für zwei Tage ins Gefrierfach, um sie dann anschließend zermahlen als Dünger zu verwenden. Die Aga-Kröte ist so widerspenstig, würde man sie nur einen Tag einfrieren und danach auftauen lassen, so spaziert sie munter wieder umher, als wäre nichts gewesen. Nach zwei Tagen im Gefrierfach ist sie jedoch definitiv erfroren. Krass!
Alternativ schmeißen auch einige Australier sie einfach ins kochende Wasser. Ganz euphorische Aga-Kröten-Vernichter gehen schlicht mit Golf- oder Kricket-Schlägern auf die Plagegeister los und erschlagen sie. Ihr seht, die Australier verspüren in der Tat eine "leichte" Abneigung gegenüber diesen Tieren.
Da wie gesagt die Vögel flügge waren, erörterte uns Waltraud mit wachsender Begeisterung die Fauna, die ja reichlich vorhanden war. Nach einer Stunde war die kleine Exkursion vorbei.
Um 8 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Frühstück. Da die Sonne herrlich schien, war für uns klar, dass wir an diesem Morgen unter freiem Himmel frühstücken werden. Unterwegs zum Frühstücksraum hat Alexander sofort von seinem neu erworbenen Wissen in Sachen Aga-Kröten-Plage Gebrauch gemacht und trug gleich fünfmal zum ökologischen Gleichgewicht in der Tierwelt bei - Mission Aga-Kröte erfüllt! ;o)
Im Nachhinein wurde Alexander sogar von Waltraud für so viel Einsatz mit einer tollen "Placido de Dingo"-Postkarte belohnt. Vielen Dank nochmals für die Karte, Waltraud! Sie wird uns immer an Sie und an die vollbrachte "Heldentat" erinnern! :-)
Um 10 Uhr hat sich unsere Gruppe in der Lobby getroffen. Mit dem People Mover wurden wir zum Ablegesteg der Fähre gebracht, die wiederum um 10:35 Uhr nach River Heads ablegte. Hier erwartete uns bereits Ross, der uns nach 334 km, einem Stau und einer echten Schlange auf der Fahrbahn, die wir fast über den Haufen gefahren hätten, in die drittgrößte Stadt im zweitgrößten Bundesstaat Australiens brachte - nach Brisbane in Queensland.
Kurz vor Brisbane fing es heftig an zu regnen, doch mit Ankunft in der City um 15:35 Uhr schien wieder die Sonne. Nach einer kurzen Orientierungsfahrt durch Brisbane checkten wir um 16:25 Uhr im Hotel Ibis ein. Waltraud hat uns noch mit Informationen und Tipps eingedeckt und sich dann von uns verabschiedet, da wir sie erst wieder an unserem Abreisetag sehen werden.
Nachdem wir uns umgezogen haben, machten wir einen längeren Spaziergang um die Blöcke und kehrten schließlich in ein nettes Lokal in der Fußgängerzone ("JoJo's", Albert Street) ein. Da das Wetter selbst zu später Stunde noch relativ angenehm war, konnten wir noch eine ganze Weile auf dem Restaurant-Balkon verweilen und den Abend in Ruhe ausklingen lassen. Auf dem Rückweg deckten wir uns im Supermarkt "7Eleven" mit Getränke ein und erreichten um 21 Uhr unser Hotel.



