14. Tag: Blue Mountains
Sonntag, 26. September | Sydney - Blue Mountains (hin und zurück = 247 km)
"Von den blauen Bergen kommen wir. Von den blauen Bergen, die so weit von hier. Reisen, das ist uns're Wonne, scheint auch noch so heiß die Sonne. Von den blauen Bergen kommen wir."
... Genau mit diesem Liedchen auf den Lippen starteten wir den 14. Tag unseres Australien-Abenteuers, denn um 8 Uhr begann unsere Tour zu den Blue Mountains, ein Gebirge, das ca. 60 km westlich von Sydney beginnt.
Zu den Blue Mountains kommt man von Sydney aus am besten via Highway 3 - durch Darling Harbour, über die ANZAC-Brücke und den Parramatta River - via Highway 4 in Richtung Katoomba. Am liebsten wären wir alle fünf Meter stehen geblieben, da es immer wieder schöne Motive zu fotografieren gab, z. B. bunte Häuserfassaden und sehr schöne, farbenfrohe Pflanzen. Die Blue Mountains heißen übrigens so, weil das - speziell durch Brände - freigesetzte Öl der Eukalyptusblüten die Berge bläulich schimmern lässt. Insgesamt gibt es 800 Eukalyptusarten, davon etwa 90 in den Blue Mountains. Im Jahre 2000 wurden die Blue Mountains zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt.
Gegen 9 Uhr passierten wir "Blaxland", dem Tor in die Blue Mountains. Wir fuhren vorbei an den Valley Heights, durch das Sun Valley und Faulconbridge, durch Hazelbrook, Bullaburra und Wentworth Falls, vorbei an Leura, Katoomba und hatten um 9:45 Uhr unseren ersten Halt beim „Echo Point“ in Katoomba. Hier haben wir uns die imposante Felsformation „Three Sisters“ angeschaut. Nach einer Legende der Aborigines handelt es sich um die drei Schwestern Meehni, Wimlah und Gunnedoo, die sich in drei Männer eines anderen Stammes verliebten. Diese Liebe war jedoch nicht erlaubt, sodass die Stämme anfingen sich zu bekriegen. Zum Schutz verwandelte ein Zauberer die drei Schwestern in Felsen. Doch da der Zauberer im Kampf fiel, war niemand in der Lage, den Zauber rückgängig zu machen. So warten die Three Sisters noch heute auf ihre Erlösung und wir können uns das Naturschauspiel im Blue Mountains Nationalpark mit Meehni (922 m), Wimlah (918 m) und Gunnedoo (906 m) in den Hauptrollen ansehen.
Wieder einmal hatten wir Glück mit dem Wetter. Die Sonne schien, es waren um die 24 Grad, wir hatte eine tolle Fernsicht und den blauen Dunst in den Bergen konnten wir sehr gut erkennen. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz spielte ein Aborigine mit typischer Bemalung auf seinem Didgeridoo.
Nach einer halben Stunde stiegen wir wieder in den Bus und fuhren nur wenige Minuten zum Elysian Rock. Von dort aus machten wir einen kurzen Spaziergang durch die Berge. Endlich einmal eine Strecke, die ein bisschen über Stock und Stein ging. Vom Elysian Rock aus hatten wir ebenfalls eine schöne Aussicht auf die Bergwelt.
Auf dem Weg Richtung Leura sahen wir immer wieder sehr hübsche kleine Häuser aus Holz und Stein mit bezaubernd angelegten Gärten, in denen Holunder rötlich blühte, lila-farbiger Flieder und gelbe Banksia (schaut wie ein Maiskolben aus).Um 11 Uhr legten wir in Leura eine größere Rast ein, was auch ganz praktisch war nach dem eher bescheidenen Frühstück in der Travelodge in Sydney. Wir kauften uns bei „Goodies“ zwei frisch belegte Sandwiches, die einer Maulsperre glichen und total lecker waren. Die halben Hähnchen im Schaufenster sahen ebenfalls zum Anbeißen aus. Der Laden, so auch der komplette Ort, wirkte ein wenig nostalgisch. In der gleichen Straße direkt gegenüber von „Goodies“ gibt es einen Christmas Store, der das ganze Jahr über Weihnachtsartikel verkauft. Jeder Quadratzentimeter wird restlos genutzt für Weihnachtskugeln, Fensterschmuck, Geschenkeanhänger uvm.
Ganz nett ist auch der Candy Store, ein schnuckeliger Bonbon-Laden, der sich im hinteren Bereich der Einkaufspassage befindet. Über 1 Mio. Bonbons sind in transparenten Behältern in den Regalen aufgereiht und wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland. Und wenn sich dann doch ein Karamellbonbon als Plombenzieher herausstellen sollte, so kann man geradewegs den Zahnarzt aufsuchen, der direkt über dem Bonbonladen praktiziert. Böse Zungen behaupten, dass dem Zahnarzt sogar der Candy Store gehören soll – das nennen wir mal aktiv für Kundschaft sorgen ...
Um 12 Uhr fuhren wir weiter durch diverse Örtchen und stoppten erst wieder bei den Wentworth Falls. Sehr schade, dass der Fluss nicht ausreichend Wasser führte, um den Wasserfall in seiner vollen Pracht zu zeigen, der sich eigentlich 300 m in die Tiefe stürzt. Somit blieb es nur bei einem kurzen Fotostopp mit Blick auf den Wasserfall.
Wir schauten uns während der Rückfahrt Richtung Sydney zwei Dokumentarfilme über den Kakadu National Park und Fraser Island an. Vor allem Fraser Island war für uns interessant, um einen Vorgeschmack auf den nachfolgenden Tag zu bekommen.
Um 13:20 Uhr erreichten wir den "Featherdale Wildlife Park", in dem wir uns ca. 1 1/2 Stunden aufhielten. Der Tierpark beherbergt typische australische Tiere wie Koalas, Kängurus, Wombats und Krokodile. Anfangs dachten wir, dass die Zeit für den Aufenthalt in dem Tierpark viel zu kurz sei, doch der Featherdale Wildlife Park ist sehr überschaulich und u. a. eher für Familien mit Kindern ausgelegt. Freilaufende Strauße und anderes Federtier erinnern zudem an einen Streichelzoo.Zum ersten Mal haben wir Koalas so richtig in Aktion erlebt. Scheinbar wie auf Kommando waren sie hellwach, fraßen genüsslich Eukalyptus oder zogen sich die Baumstämme hoch. Koala-Männchen „Charly“ lies sich sogar streicheln und Melanie konnte sich schwerlich von dem süßen Knuddeltierchen lösen. Charly fand die Anwesenheit von Melanie anscheinend auch ganz angenehm und streckte ihr ein Bein hin als wolle er ihr die Hand reichen. Bei so viel Zuneigung hatten die Tierpfleger nichts einzuwenden, dass man den Koala streicheln und sogar Fotos schießen durfte.
Da der Park neben Koalas - wie oben bereits erwähnt - auch noch weitere Tiere zu bieten hat, hat Alexander jeden einzelnen Bereich des Featherdale Wildlife Parks durchstöbert und ordentlich Fotos gemacht. Melanie hingegen bevorzugte den Schnelldurchgang durch den Park mit - sagen wir mal - ein paar Schnappschüssen hier und da und ging dann straight wieder in den Koala-Bereich, der es ihr einfach angetan hat. Alexanders Bilderausbeute besteht aus einem bunten Mix an Tieren, wohingegen Melanies Film- und Bilderausbeute eher ausschließlich aus gefühlten tausend Koala-Aufnahmen/Bildern besteht ... :o)
Der Featherdale Wildlife Park besitzt eine große Sammlung an australischen Vögeln, darunter viele Papageie, Adler und Sittiche sowie Läufvögel wie Strauße und Kasuar. Der Tasmanische Teufel (Tasmanian Devil) hatte sich wohl kurz vor unserer Aufnahme ordentich ausgetobt, denn er lag vollkommen ausgepowert vor seinem Bau und rührte sich keinen Zentimeter.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Abstecher zum ehemaligen Olympiagelände (Olympic Park) "Homebush" in Sydney, wo im Jahre 2000 die Olympischen Sommerspiele stattfanden. Wo einst das Olympische Feuer leuchtete, sprudelt heute ein Brunnen. Nur noch die ehemalige Haupthalle wird heute für Konzerte, Mode-Shows etc. genutzt. Der Rest des Geländes dümpelt mehr oder weniger vor sich hin.
Kurz nach 16 Uhr erreichten wir wieder unser Hotel und der offizielle Programmteil endete.
Da wir jedoch noch super Wetter hatten, gingen wir nur kurz auf unser Zimmer, um uns umzuziehen. Dann liefen wir entlang der George Street, um wiedeholt dem riesigen Apple Store einen Besuch abzustatten und nachzufragen, ob nun endlich ein IPhone 4 vorrätig sei. Schon die beiden Tage zuvor fragten wir immer wieder danach und jedes Mal bekamen wir die gleiche Antwort: Man solle es morgen noch einmal versuchen, da sie eine neue Lieferung erwarten und die IPhone 4 sehr schnell ausverkauft seien. Für uns gibt es in Sydney jedoch kein "Morgen" mehr, somit haben wir mit leeren Händen den mega-großen Appel Store an der George Street verlassen. Nicht schlimm, es wäre nur ein "nice to have" gewesen.
Weiter ging es zu Fuß zum Australia Square im Sydney Business District. Hier haben wir uns in der Summit Bar (Drehrestaurant) auf der 47. Etage einen wunderschönen Sonnenuntergang angesehen mit Blick auf ganz Sydney. Der Sydney Tower ist nur unwesentlich höher als die Summit Bar, allerdings kostet der Eintritt in den Sydney Tower pro Person 30,- AUD. Die Summit Bar hingegen ist eine hervorragende Alternative zum Sydney Tower und kostet lediglich ein Getränk pro Person - kein Eintritt! Für zwei Pepsi light haben wir insgesamt 12 AUD in der Summit Bar bezahlt.
Nach ca. 1 1/2 Stunden genossen wir einen abschließenden Blick auf Harbour Bridge und Sydney Oper und schlenderten wieder zurück Richtung Hotel. Doch zuvor wollten wir noch irgendwo zum Abendessen einkehren. Obwohl Sydney über 5 Mio. Einwohner zuzüglich der vielen Touristen hat, haben wir zufällig Eleonore, Thomas und Mark in der George Street getroffen. Da sich auch bei Mark der Hunger bemerkbar machte, sind wir gemeinsam zu Pizza Hut gegangen. Pizza Hut in der George Street lag nicht nur bequem auf dem Weg Richtung Hotel, sondern hatte zudem auch ein super Angebot: Buffet inkl. Softdrinks für 20 AUD pro Person - wir schlugen zu! Es war ein schönes Abschiedsessen an unserem letzten Abend in Sydney. Am nächsten Morgen hieß es nämlich: Ab nach Fraser Island!
Als wir wieder im Hotel angekommen waren, packten wir unsere Koffer, die wie durch Zauberhand immer schwerer wurden. Ein Koffer hat, als wir von Deutschland abreisten, rund 20 kg gewogen. Mittlerweile lagen wir pro Koffer zwischen 24 und 25 kg, dabei hatten wir gar nicht übermäßig an Souvenirs gekauft, die insgesamt solch ein Übergewicht hätten ausmachen können. Strange ...



