Ganztägiger Ausflug nach Kuranda im Regenwald

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11. Tag: Kuranda

Donnerstag, 23. September 2010 | Kuranda - mit der Scenic Railway durch den Regenwald - Besuch im Aboriginal Culture Centre

Um 8 Uhr fuhren wir zur Bahnstation Freshwater Station. Vom Hotel aus waren es nur wenige Fahrminuten bis dorthin. Von der Freshwater Station fährt der historische Scenic Railway ab, der uns um 9:05 Uhr nach Kuranda, einem Ort mitten im australischen Regenwald, brachte. Von Cairns aus sind es gerade einmal 25 km nordwestlich bis nach Kuranda. Die Strecke, die der Kuranda Scenic Railway zurücklegt beträgt jedoch 37 km. In den Jahren 1886 bis 1891 wurden die Gleise in mühevoller Handarbeit erbaut. Beteiligt waren rund 1.500 Männer, die Tag und Nacht mit Pickeln, Schaufeln und Dynamit die Massen von unglaublichen 3 Mio. m³ Erde bewegten. Dabei mussten sie sich durch dichten Dschungel kämpfen und waren unentwegt giftigen Tieren ausgesetzt.

Bahnstation Freshwater Station Scenic Railway nach Kuranda Regenwald in Kuranda nahe Cairns 180 Grad Kurve an der Brücke Horseshoe Bend - Kuranda Scenic Railway

Kuranda Barron FallsDie 1,5-stündige Fahrt mit dem Kuranda Scenic Railway führte uns durch einen dicht bewachsenen Regenwald mit tiefen Schluchten, 15 Tunnel, 55 mal mehr - mal weniger tiefen Brücken und 98 Kurven. Speziell in den Kurven konnte man sehr schöne Aufnahmen machen und die bunt bemalte Lock mit ihren zig historisch-anmutenden Wagons fotografieren.

Bei den Barron Falls (kurz vor Kuranda) hielt der Zug für wenige Minuten an. Die Gelegenheit sollte man nutzen, um einen guten Blick auf den gleichnamigen Wasserfall zu werfen. Von den Barron Falls sind es nur noch knapp zehn Minuten Fahrt bis nach Kuranda.

Kuranda Railway Station Bahnsteig in Kuranda Endstation Kuranda Aborigine und sein Didgeridoo

In dem Dorf Kuranda um 10:30 Uhr angekommen, hatten wir bis 12:45 Uhr Zeit zur freien Verfügung. So sind einige z. B. Shoppen gegangen (Geschäfte und Restaurants sind in Kuranda reichlich vorhanden), zu Fuß durch den Regenwald gelaufen oder in einen der vielen Tierparks gegangen. Zur Auswahl stand ein Vogel-Park, ein Schmetterling-Park und ein Koala-Park. Jeder einzelne Park verlangt um die 15,- ASD an Eintrittsgeld.

Es gibt vier unterschiedlich lange Wanderwege durch den Regenwald. Der „Jum Rum Walk“ ist 1,4 km lang, der „Jungle Walk“ nur 900 m, der „River Walk“ gerade einmal 760 m und der „Esplanade Walk“ ebenso nur 760 m.

WallabySchlange im Walk Through Snake House - Kuranda Koala GardensEs war ja unser Herzenswunsch, einmal einen echten Koala in den Armen zu halten. Im „Koala Conservation Centre“ auf Phillip Island war dies leider nicht möglich, doch hier in Kuranda sollte unser Wunsch nun endlich erfüllt werden. Wir machten uns auf dem direkten Wege zum „Kuranda Koala Gardens“. Der Eintritt kostete 15 AUD. Auf dem recht überschaulichen Areal waren neben Koalas auch Wombats, Wallabys, Schlangen und Krokodile etc. zu sehen. Die Wallabys waren Menschen gewohnt und daher sehr zutraulich. Sie haben sogar aus der Hand gefressen. Bei den Krokodilen und Schlangen haben wir darauf verzichtet, diese aus unserer Hand fressen zu lassen ...

Koala in KurandaUnser ganz persönliches Highlight stand uns nun unmittelbar bevor. Im wahrsten Sinne des Wortes waren Koalas zum Greifen nahe. Natürlich musste man auch hier wieder einen gewissen Obolus zahlen. Für jeweils 14 AUD durften wir einen Koala im Arm halten und wurden mit ihm fotografiert. Sienna, so hieß die 6-jährige Koala-Lady, wurde in unsere Arme gelegt und am liebsten wären wir sofort mit ihr getürmt. Sienna war so süß und flauschig - und nicht borstig wie Schweine, wie man uns zuvor berichtete. Was wir richtig gut fanden war, dass die Koala-Betreuerin nicht nur mit ihrer Kamera ein Foto geschossen hat, sondern man durfte mit seiner eigenen Kamera noch weitere Fotos knipsen. So haben wir für 14 AUD nicht nur ein Foto in Printformat erhalten, sondern rund 20 weitere auf unserem eigenen Speicherchip - inkl. Familienfoto.

Und wen es interessiert: Nein, Koalas riechen nicht nach Eukalyptus! Zumindest Sienna nicht - Melanie kann's bestätigen! :o) Alexander hingegen roch dank Em-Eukal danach - ob's wohl Sienna gefallen hat ...?... ;o)

Für einen kompletten Spaziergang durch den Regenenwald reichte leider die Zeit nicht mehr aus, daher schlenderten wir nur ein Stückchen in den Wald hinein und sind dann direkt zu unserem Treffpunkt "Skyrail Kuranda Terminal" gegangen.

Spaziergang durch den Regenenwald Skyrail Rainforest Cableway Mit der Skyrail Rainforest Cableway über den Barron-Fluss Spaziergang durch den Regenwald

Mit der längsten Seilbahn der Welt, der „Skyrail Rainforest Cableway“ ging es zurück nach Cairns. Bereits vom Zug aus hatten wir einen eindrucksvollen Blick in den üppigen Dschungel Nord-Australiens, doch mit der Seilbahn „Skyrail Rainforest Cableway“ schwebten wir direkt über dem üppig bewachsenen Regenwald hinweg und sahen in die Tiefe.

Wir sahen, bis auf ein paar Kakadus und einem superschönen leuchtend blauen Schmetterling namens Odysseusfalter, trotz größter Anstrengung keine weiteren Tiere. Doch nach den Geräuschen zu urteilen, waren irgendwo da unten welche. Bei der zweiten Station „Red Peak Station“ stiegen wir aus, um einen kurzen Spaziergang durch den Regenwald zu unternehmen. Karin erörterte zum Teil, welche Pflanzenart wir hier sahen.

Tjapukai Aboriginal Cultural CentreDirekt im Anschluss besuchten wir das Tjapukai Aboriginal Cultural Centre. Der Boomerang-Wurf war echt super. Noch nie zuvor haben wir das typische Jagdgerät der Aborigine geworfen und es hat zu unserem Erstaunen relativ gut funktioniert. Jeder Teilnehmer musste sich zu seiner eigenen Sicherheit hinter einem Wurfschutz aufhalten.

Sicherheitskäfig beim Boomerang-WerfenAnschließend wurde jeder einzeln zum Abwurfplatz gebeten, bekam eine kurze Einweisung, wie man ein Boomerang werfen muss, und durfte zwei Versuche starten. Ein Teilnehmer war bereits im Boomerang-Werfen geübt, sodass es eigentlich nur obligatorisch war, dass er diesen auch fängt. Für uns beide war es, wie gesagt, das aller erste Mal, denn um Haaresbreite wäre es Alexander ebenfalls gelungen, den Boomerang wieder zu fangen – zurück kam er immerhin bei uns beiden.

Wie man ein Didgeridoo spielt wissen wir nun auch; aber auch wie man es nicht tut. Melanie probierte es vor versammelter Mannschaft aus. Statt hüpfendes Känguru hörte es sich zwar eher nach gejagter Kuh und kleiner Elefant an, aber erst Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Cairns SouvenirshopÜber die Film- und Tanzvorführung, die uns die Kultur der Ureinwohner näher bringen sollte, möchten wir nicht viele Worte verschwenden. Wer sich halbwegs für Australien interessiert, hat all dies bereits in Dokumentarfilmen gesehen und in Büchern nachgelesen. Von uns aus hätte der Part restlos gestrichen werden können.

Strandpromenade CairnsAm späten Nachmittag wurden wir wieder im Hotel abgesetzt. Da wir noch nicht richtig Cairns bei Tageslicht gesehen hatten, nutzten wir den Hotel-Shuttle und fuhren in die City. Wir bummelten ein wenig sowohl durch die Straßen als auch entlang des Strandes von Cairns - aufgrund von Krokodilen ist hier das Baden verboten - und schauten beim Night Market rein.

Night MarketTäglich ab 17 Uhr werden die Tore vom Night Market geöffnet. Mit über 70 Geschäften und Self-Service-Restaurants ist er der Entertainment- und Shoppingmagnet für alle Besucher von Cairns. Wer noch kein Souvenir hat, wird spätestens hier im Night Market bei einem der vielen Shops fündig. Allerdings darf man sich von den Textilwaren nicht viel versprechen, da sie bereits von Weitem nach einer Chemie riechen. Made in China eben...

Der kleine Hunger machte sich bemerkbar, von daher kehrten wir bei einem der vielen Self-Service-Restaurants ein. Anschließend fuhren wir zurück zum Hotel, da wir für unsere Abreise am nächsten Morgen noch unsere Koffer packen mussten. In Cairns herrscht solch eine hohe Luftfeuchtigkeit, dass sich einige Klamotten irgendwie klamm anfühlten. Wir dachten nur, dass uns in Sydney wieder ein anderes Klima erwarten wird. Also, Sydney - wir kommen!


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