Halbtägige Stadtrundfahrt durch Melbourne - Australien

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4. Tag: Stadtrundfahrt durch Melbourne

Donnerstag, 16. September 2010 | Ankunft in Australien | halbtägige Stadtrundfahrt durch Melbourne

Melbourne by nightWir landeten von Singapur (6.027 km) aus kommend um 4:28 Uhr früh morgens am Airport Melbourne. Bereits von oben sah die Stadt aus, als würde sie nie enden - Lichter so weit das Auge reicht.

Unglaublich, wir sind in Australien! Endlich erobern wir den fünften Kontinent. Bereits während des Fluges machten wir uns Gedanken darüber, was uns spontan zu dem Begriff Australien einfiele: Koalas, Kängurus, Uluru, Sydney Opera, Outback, Great Barrier Reef, P. Sherman Wallabyway Sydney ("Findet Nemo" lässt grüßen), Aborigines und viele weitere Schlagworte kamen uns in den Sinn. Ein idealer Zeitvertreib während eines 7-stündigen Fluges, den wir ohne Schlaf hinter uns gebracht haben.

Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt. Bereits im Flugzeug füllten wir das Einreisedokument aus, in dem neben persönlichen Daten z. B. erfragt wurde, ob man illegal Drogen oder pornographisches Material mit sich führt oder Flüssigkeiten/Zigaretten dabei hat usw. Nachdem wir unseren Einreisestempel in unserem Reisepass hatten, nahmen wir unser Gepäck entgegen. Die Australier verstehen in puncto Einfuhr von Lebensmitteln u. Ä. keinen Spaß, denn kurz vor dem Verlassen des Einreise-Areals sollten wir unsere Koffer und Taschen abstellen, damit diese vom Polizeiwauzi auf verdächtige Stoffe abgeschnüffelt werden konnten. Da wir keine lebensmittelartigen Dinge dabei hatten, gab’s auch nichts zu beanstanden.

Skyline von Melbourne - Im Vordergrund der Yarra RiverHinter dem Kontroll-Bereich erwartete uns bereits Julia, die uns die nächsten Tage in Melbourne betreute. Nach einem kurzen Kälteschock, es waren nur 9 Grad, stiegen wir in den Minibus und Michael, der Busfahrer, chauffierte uns zu unserem Hotel Travelodge Melbourne.

Sehr gut war, dass uns Julia einen detaillierten Ablaufplan (den wir natürlich bereits im Vorfeld kannten) für den gesamten Australien-Aufenthalt aushändigte, dem zu entnehmen war, wann wir was machen werden, ob Mahlzeiten inkludiert sind, wer uns betreut, wie die Kontaktdaten der einzelnen Hotels sind und an wen wir uns wenden können, wenn einmal Not am Mann ist. Hatten wir bislang in der Form noch nie bei einer Rundreise von einem Guide vor Ort zusammengestellt bekommen, was wir jedoch an der Stelle gerne besonders lobend erwähnen möchten.

Da es noch dunkel war und die Geschäfte so früh am Morgen geschlossen hatten, beschlossen wir, erst einmal aufs Zimmer zu gehen, die Klamotten für die Zeit in Melbourne zu ordnen und unter die warme Dusche zu springen. Dafür liesen wir uns unendlich viel Zeit. Gegen 8 Uhr sind wir in den Frühstücksraum gegangen und haben erst einmal in aller Ruhe gefrühstückt. Unsere halbtägige Stadtrundfahrt durch Melbourne sollte ja erst um 12 Uhr starten.

Eureka Tower Eureka Tower Eureka Tower THE EDGE Skyline von Melbourne

Nach dem Frühstück organisierten wir uns zunächst etwas zum Trinken bei "7Eleven" direkt ums Eck. Ebenfalls einen Steinwurf entfernt war der in 2006 fertiggestellte "Eureka Tower", der mit seinen 300 m aktuell Melbournes höchstes Gebäude ist. Laut Broschüre sind die Aufzüge im "Eureka Tower" die schnellsten Aufzüge der südlichen Hemisphäre. Mit 9 m pro Sekunde wird man zum höchsten Punkt des Skydecks katapultiert. Von dort oben hat man einen phantastischen Blick über Melbourne. Die Attraktion ist jedoch "THE EDGE". Das ist ein Würfel, dessen Boden vollkommen aus (Milch-)Glas besteht. Dieser Kubus wird drei Meter weit aus dem Gebäude - sprich der Fassade - geschoben, sodass man nahezu freischwebend in die Tiefe schauen kann, sobald das Milchglas auf Knopfdruck transparent wird. Wer nicht ganz schwindelfrei ist und unter Platzangst leidet, sollte sich dieses Spektakel lieber nicht zumuten. Hinweisschilder machen bereits im Vorfeld auf Risiken und Nebenwirkungen aufmerksam - oder man fragt einfach seinen Arzt oder Apotheker.

TourbusPünktlich um 12 Uhr startete unser Minibus vor dem Hotel zur Sightseeing-Tour durch Melbourne. Entlang der Williams Street fuhren wir in Richtung Queen Victoria Market. Dieser Markt ist riesig und kaum innerhalb einer halben Stunde zu durchstreifen. Julia erwähnte später, dass der Queen Victoria Market für Einheimische und Touristen gleichermaßen interessant sei. Neben den typischen Souvenirs wie Koalas, Boomerangs und Didgeridoos gab es auch Haushaltsartikel, Werkzeug jeglicher Art, Tierbedarf uvm. Wir schauten auch sogleich bei einem Eisenwarenhändler rein und fragten nach, ob er zufällig Schrauben verkauft, die für unsere defekten Koffergriffe (wie schon erwähnt hat der halbe Griff von Alexanders Koffer bereits zu Beginn der Reise das Zeitliche gesegnet und Melanies Koffergriff schwächelte nach Landung in Melbourne ebenfalls) geeignet sein könnten. Leider war keine passende Schraube dabei. 

Nahe Queen Victoria Market Queen Victoria Market Queen Victoria Market Flinders Street Railway Station - Hauptbahnhof von Melbourne

Über die Elizabeth Street, vorbei am Unionsgebäude, fuhren wir durch den Bezirk "Carlton" und "Southbank", kamen vorbei am Royal Exhibition Building, dem Melbourne Museum, durch das Italienische Viertel auf die Lygon Street, wo sich u. a. das alte Gefängnis befindet, und weiter auf die Bourke Street durch Melbournes Chinatown. Wir fuhren vorbei an der St. Scots Church sowie St. Michael's Church auf die Kreuzung Collins Street / Russell Street und bogen dann ein in die Flinders Street, weiter über die Princess Bridge, vorbei am Arts Centre und den Victoria Barracks (Kaserne).

Shrine of RemembranceBeim „Shrine of Remembrance“ hatten wir die nächste Gelegenheit, kurz auszusteigen, um das Denkmal, welches zum Gedenken an die Kriegsopfer des 1. Weltkriegs errichtet wurde, zu fotografieren.

Weiter ging es zum Albert Lake, wo sich neben dem Melbourne Sports Aquatic Centre (MSAC) auch der Formula 1 Circuit, auf dem wir ein kleines Stückchen gefahren sind, befindet. Julia zeigte uns außerdem die größten Stadien, die in Melbourne wahre Publikumsmagnete sind; das MCG Stadion (Melbourne Cricket Ground Stadion) mit seinen 102.000 Besucherplätzen, das AAMI Park Stadion, das Etihad Stadion und außerdem die Rod Laver Arena (Tennis - Australian Open).

Eine besondere Attraktion war ursprünglich auch das „Southern Star Observation Wheel“ - ein Riesenrad, welches dem „London Eye“ nachempfunden wurde. Erst Anfang 2010 ist es in Betrieb genommen und keine sechs Wochen später wieder eingestellt worden. Das "Southern Star Observation Wheel" floppte nicht aufgrund mangelnder Nachfrage, sondern wegen erheblicher Sicherheitsmängel was das Material anbelangt. Übrig geblieben ist seit Betriebs-Stopp nur noch das Grundgerippe aus Stahl.

Botanische GartenNachdem wir bereits knapp 1,5 Stunden unterwegs waren, und bei den meisten unserer Rundreisegruppe so langsam aber sicher die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben war, war ein kleiner Spaziergang im Botanischen Garten eine willkommene Abwechslung. Der Botanische Garten war eine schön angelegte parkähnliche Anlage mit Seen und schönen Pflanzen. Allzu viele bunte Blumen und Pflanzen haben wir zu dieser Jahreszeit noch gar nicht erwartet. Auf dem Areal ist eine kleine Fläche angelegt, die einem Vulkan ähneln soll. Mit seiner üppigen Vegetation ist die Fläche zur Blütezeit eine reine Augenweide.

St. Patrick KathedraleDas Wetter wechselte pausenlos zwischen sonnig und bewölkt. Julia merkte scherzhaft an, dass -wenn man sich in Melbourne fragt, wie das Wetter wird - man einfach fünf Minuten warten soll, dann weiß man es ... So war es wirklich! Als wir in die im Jahre 1835 erbaute katholische St. Patrick Cathedral (Gisborne Street / Cathedral Place) hinein gingen, war es noch sonnig und kaum zehn Minuten später fielen die ersten Tropfen.

City CircleUm kurz nach 15 Uhr waren wir wieder im Hotel und hatten den Rest des Tages zur freien Verfügung. Am liebsten hätten wir uns schlafen gelegt, doch dann wäre ein Jetlag vorprogrammiert gewesen. Also hielten wir wacker durch, indem wir uns in die kostenlose Straßenbahn „City Circle“ setzten und einige der Attraktionen von Melbourne noch einmal abklapperten. Die "City Circle" ähnelt der Schienenbahn von San Francisco in ihrem nostalgischen Look. Sie verkehrt täglich zwischen 9 und 18 Uhr. Da mehrere City Circles unterwegs sind, ist die Wartezeit auch sehr gering.

Die schlaflose Nacht im Flieger von Singapur nach Melbourne machte sich nun extrem bemerkbar. Unsere Akkus, sowohl von Kameras als auch unser mentaler sowie physischer und psychischer Akku, waren um kurz nach 18 Uhr absolut leer. Wir gingen zurück zum Hotel und haben um 19 Uhr den Tag verhältnismäßig früh enden lassen, denn immerhin mussten wir am nächsten Morgen wieder fit sein für einen Trip entlang der Great Ocean Road, eine der spektakulärsten Küstenstraßen Australiens.

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